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06

Aug

2012

Wie schreibt man ein Exposé für eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit, eine Diplomarbeit oder eine Dissertation?

exposé schreiben: hand, die etwas auf ein papier notiert

Vielen Studierenden ist unklar, wie man ein Exposé für eine Bachelorarbeit, Masterarbeit etc. schreibt bzw. woraus sich ein Exposé zusammensetzt. Viele Studierende sind sich zudem unsicher, wann der beste Zeitpunkt ist, um ein Exposé zu schreiben. Ja, und manche Studierende planen überhaupt kein Exposé, weil ihr Betreuer keines verlangt. Heute möchte ich hier einmal die wichtigsten Punkte zum Thema Exposé zusammenfassen.

Woraus besteht ein Exposé?

Ein Exposé umfasst mehrere Teile:

  • das Konzept
  • eine (vorläufige) Gliederung
  • eine Auswahlbibliografie
  • einen Zeitplan

Das Konzept ist ein ca. 2–3 Seiten langer Fließtext, in dem Sie darlegen, worum es in Ihrer Arbeit geht, wie der Forschungsstand aussieht, welche Ziele Sie mit Ihrer Arbeit verfolgen, wie Sie vorgehen werden (Aufbau) und welche Methode(n) Sie anwenden wollen. Wenn Sie eigene Hypothesen haben, legen Sie diese kurz dar. 

All diese Punkte (Formulierung der Zielsetzung, Reflexion des Forschungsstandes etc.) sollten Sie dann in ausführlicher Form natürlich auch in Ihrer Arbeit thematisieren. Im Gutachten spielen sie eine ganz wesentliche Rolle.


Die Gliederung ist ein erster Entwurf Ihres Inhaltsverzeichnisses. Zumindest die Überschriften der Hauptkapitel sollten Sie auflisten. Es ist zudem ratsam, den jeweiligen Umfang, den die einzelnen Kapiteln in etwa haben werden, neben die Überschriften zu schreiben (eine grobe Schätzung in Fünferschritten genügt, also: 5 Seiten, 10 Seiten etc.). Aus der Seitenzahl kann Ihre Betreuerin bzw. Ihr Betreuer nämlich ablesen, wie Sie die Arbeit gewichten.

 

Die Auswahlbibliografie sollte die wichtigste Literatur zu Ihrer Arbeit umfassen (selbständige und unselbständige Publikationen). 

 

Im Zeitplan halten Sie fest, bis wann einzelne Arbeitsetappen abgeschlossen sein werden.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Exposé zu schreiben?

exposé schreiben, richtiger zeitpunkt

Sobald Sie einigermaßen einen Überblick über Ihr Thema gewonnen haben und die grundlegende Literatur kennen, sollten Sie in der Lage sein, ein Exposé zu verfassen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Thema festzuzurren und mit der Betreuerin oder dem Betreuer das genaue Vorgehen zu besprechen!

Wozu braucht man überhaupt ein Exposé?

Ein Exposé erfüllt mehrere Funktionen:

  • Sie werden sich klar, welche Fragen im Mittelpunkt Ihrer Arbeit stehen und wie umfangreich welches Kapitel sein wird.
  • Ihre Arbeit erhält klare Konturen.
  • Es hilft, Schreibblockaden zu vermeiden.
  • Es hilft, wenn Sie an "Aufschieberitis" leiden.
  • Und: Ein Exposé ist eine wichtige Grundlage für eine gute Betreuung. Auf der Basis des Exposés lassen sich der Schwerpunkt, der Aufbau und der Umfang leichter mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer besprechen.

"Meine Betreuerin bzw. mein Betreuer verlangt gar kein Exposé!

Soll ich trotzdem ein Exposé schreiben?"

Einige Lehrende üben das Schreiben eines Exposés bereits in den Seminaren mit den Studierenden. Anderen wiederum ist die große Bedeutung, die das Exposé im Arbeits- bzw. Betreuungsprozess spielt, gar nicht klar. Daher verlangen sie selbst bei Abschlussarbeiten kein Exposé.

 

Die negativen Folgen können weitreichend sein:

  • Auf Seiten der Studierenden: Verunsicherung, Motivationsprobleme, Schreibblockaden, Ärger, Frust etc.
  • Auf Seiten der Lehrenden: mangelnde Kenntnis, was der Studierende plant, und – darauf basierend – keine Möglichkeit, den Studierenden gut zu betreuen.
  • Auf beiden Seiten: unterschiedliche Erwartungen, Missverständnisse, Kommunikationsprobleme etc.

Ich würde Ihnen daher raten: Ergreifen Sie die Initiative und schreiben Sie ein Exposé. Sie werden sehen, dass sich die Mühe lohnt! 

 

Sitzen Sie gerade an einer Abschlussarbeit und haben Sie ein Exposé geschrieben? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? 

Ein Hinweis zum Schluss: Sie können statt Exposé auch Exposee schreiben, aber Expose ist falsch (siehe dazu die Info auf der Website des Duden-Verlags).  


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Abbildungsnachweis:

Shutterstock.com: Bildnummer: 158576756, Urheberrecht: Photographee.eu; Bildnummer: 117690760, Urheberrecht: wavebreakmedia

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Kommentare: 8
  • #1

    Markus (Montag, 06 August 2012 12:28)

    Hallo,
    danke für den interessanten Blog, er begleitet mich seit meiner Themenfindung, Anfangsphase und momentan auch in der Hochphase der Diplomarbeit. Danke auch für die vielen Posts, man muss sich die relevanten aussuchen...
    Zum Exposé: Seitdem ich ein Konzept verfasst habe, wird die Zielrichtung klarer. Mein Betreuer wollte von mir ein "Konzept". Instinktiv habe ich auch noch eine Literaturliste erstellt und bin dem von Ihnen beschriebenen "Exposé" sehr nahe gekommen.
    Ich hatte keinen Zeitplan, das ist auch das größte Problem...
    Die Gliederung ist tatsächlich immer nur vorläufig, in meinem Fall hat sie sich entwickelt...
    Vielen Dank soweit, auch die UTB Studier Seite ist überigends sehr wertvoll...
    Viele Grüße,
    markus

  • #2

    Christian Müller (Montag, 06 August 2012 12:32)

    Hallo,

    ich coache unter anderem auch Studenten und begleite diese als Lernbegleiter bei Ihren Haus-, Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten. Das Exposé ist meines Erachtens nach in den letzten Jahren wichtiger geworden und wird auch immer öfter verlangt.

    Das ist aus meiner Sicht eine positive Entwicklung, denn so muss sich der Student wirklich mit seinem Thema und seiner Arbeit auseinandersetzen. Nur wenn er - oder sie - weiß, wie die Arbeit aussehen soll, kann das Exposé auch vernünftig werden.

    Daher kann ich die Botschaft des Artikel voll unterschreiben und verlange von meinen Coachees immer ein Exposé - auch wenn das offiziell gar nicht nötig wäre.

    Gruß,
    Christian

  • #3

    huberta (Montag, 06 August 2012 13:22)

    Lieber Markus,

    ich freue mich über Ihr positives Feedback. Danke!
    Manche sagen "Konzept", manche "Exposé" - Hauptsache man schreibt eines. :)

    Die Literaturliste ist wichtig, weil die Betreuerin bzw. der Betreuer sieht, was die Studentin bzw. der Student kennt und dann leichter Tipps geben kann.

    Ja, die Postings auf FB haben unterschiedliche Themen, das stimmt! Das hat damit zu tun, dass ich auch ganz verschiedene Kundinnen und Kunden habe (mit unterschiedlichen Interessen) und außerdem auch einfach einmal etwas poste, was ich nett und lustig finde. Auch Spaß muss sein! :)

    Von UTB habe ich übrigens gerade ein Buch zur Rezension da, das sich an Lehrende und Studierende wendet. Die Rezension werde ich hier als Blog-Artikel veröffentlichen.

    Zum Thema Zeitmanagement biete ich immer wieder Workshops an. Falls Sie in Wien leben, ist das vielleicht etwas für Sie. Programm folgt hoffentlich bald.

    Herzlichen Gruß und alles Gute für die Arbeit!
    Huberta Weigl

  • #4

    huberta (Montag, 06 August 2012 13:26)

    Liebe Christian,

    ich freue mich, dass Du das auch so siehst.

    Ich habe im Sommersemester 20 Studierende des Instituts für Kunstgeschichte auf dem Weg zu ihrer Diplomarbeit in einer "Schreibwerkstatt" (als Lehrveranstaltung) begleitet. Dabei habe ich wieder einmal gesehen, dass etwa ein Drittel der Studierenden zu Beginn des Semesters kein Exposé geschrieben hatte bzw. keines schreiben wollte, weil die Lehrenden es nicht verlangt haben.

    Im Rahmen der Übung haben dann letztendlich aber doch alle ein Exposé geschrieben - und alle haben daraus großen Nutzen gezogen.

    Herzlichen Gruß, Huberta

  • #5

    Farida (Mittwoch, 18 Februar 2015 17:03)

    Liebe Leser,

    heute Vormittag stellte ich - nach 14 stündigem Zeiteinsatz!!! - mein Exposé fertig. Ich erkenne bereits jetzt!!! beim Start meiner Thesis die Vorteile die sich dadurch abzeichnen. Durch die strenge Restriktion die ich im Exposé vorgenommen habe, bin ich unglaublich fokussiert!
    Auch meine Betreuung (ich schreibe die Thesis für einen DAX-Konzern) fand diese "Zusammenfassung" sehr hilfreich. Nicht zuletzt die Genauigkeit der Zielsetzung, sondern i.a. die Formulierung der Problemstellung leisten einen wesentlichen Beitrag in Hinblick auf die künftige Vorgehensweise.

    Die Nachricht soll jeden ermutigen am Ball zu bleiben!!!

    Die Frage die mich noch interessiert lautet wieviel Zeitstunden man sich insgesamt für Einleitung, Haupteil sowie Schlussteil nehmen sollte! (Zumindest eine grobe Schätzung)

    Angesichts dessen ich - wie oben erwähnt - sehr viel Zeit!? für das Exposé aufgebracht habe, wäre ich dankbar für jede Antwort.

    Beste Grüße

    Farida

  • #6

    Huberta Weigl (Mittwoch, 18 Februar 2015 19:11)

    Liebe Farida,

    dann will ich Ihnen doch gleich antworten. :)

    Zunächst einmal Gratulation zum fertigen Exposé! Und natürlich danke für das positive Feedback zu meinem Blogartikel.
    Das Gefühl, das Sie beschreiben, ist wunderbar - genau darum geht es: die Arbeit möglichst früh auf Schiene bringen!

    Zu Ihrer Frage: Darauf kann ich Ihnen leider keine klare Antwort geben. Wie lange jemand für seine Uni-Arbeit braucht, hängt von so vielen Faktoren ab.

    Aber ich habe zwei Gedanken dazu:

    1.Überlegen Sie einmal, wie viele Seiten Ihr Exposé hat und übertragen Sie das auf Ihre Uni-Arbeit. Dann haben Sie zumindest einen groben Richtwert - freilich nur im Hinblick auf das Schreiben.
    Wenn Sie diese Vorgangsweise verfeinern wollen, schreiben Sie einmal ein Kapitel, schauen Sie dabei auf die Uhr und rechnen Sie das dann hoch.

    2. Als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, habe ich für eine (1) Manuskriptseite (Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5) inkl. Fußnoten in etwa einen Arbeitstag zu 8 Stunden gebraucht. Die Seite war dann aber auch richtig durchformuliert.

    Ob Ihnen das weiterhilft?

    Ich habe übrigens auf Facebook eine Schreibgruppe für Studenten. Dort sind Sie auch willkommen, wenn Sie Fragen stellen wollen:
    http://www.schreibwerkstatt.co.at/schreibcoaching/schreibgruppe-f%C3%BCr-studierende-facebook/

    Wenn Sie Lust haben, können Sie auch noch den Blogartikel "Wie schnell schreibst du?" lesen. http://www.schreibwerkstatt.co.at/2014/02/13/wie-schnell-schreibst-du/
    Es geht dort nicht um wissenschaftliches Schreiben, aber die Überlegungen lassen sich durchaus auch auf Ihre Arbeit übertragen.

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

  • #7

    Sophie (Mittwoch, 30 März 2016 15:49)

    Hallo,
    ich möchte demnächst mit meiner Bachelorarbeit anfangen und hätte dazu eine Frage zum Exposé. Grundsätzlich weiß ich, wie man ein Exposé schreibt. Aber ich bin mir nicht sicher, wie ich das fertige Exposé in meine Arbeit einbaue. In einem Kurs wurde gesagt, dass man das Exposé in die Arbeit aufnehmen kann und damit hätte man schon die ersten Seiten der Bachelorarbeit. Aber jetzt weiß ich nicht genau wohin damit. Kann ich das fertige Exposé nach der Einleitung als eigenen Punkt hinzufügen und danach mit dem Haupttext weiterschreiben oder wie mach ich das am Besten.

    Vielen Dank im Voraus für die Hilfe.

  • #8

    Huberta Weigl (Donnerstag, 31 März 2016 09:55)

    Liebe Sophie,

    in der Regel geht man in der Einleitung auf all die Punkte ein, die auch im Exposé thematisiert werden: Forschungsfrage, Forschungslage, Zielsetzung, Methode etc. Insofern werden Sie große Teile des Exposés für die Einleitung verwenden können.

    Sie finden hier im Blog übrigens auch Artikel zu dem Themen "Einleitung schreiben" und "Forschungslage schreiben".

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl