Do

24

Jan

2013

15 Wege, wie Sie in die Plagiatsfalle tappen

plagiat, angst vor plagiat

Gerade in diesen Tagen ist das Thema Plagiat wieder einmal in den Medien. Die Dissertation der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan steht unter Plagiatsverdacht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir fällt es schwer, mir eine Meinung zu bilden. Ich müsste nämlich sowohl die Arbeit als auch die nicht oder nicht korrekt zitierte Literatur kennen, um die Sache wirklich beurteilen zu können. Sollte Annette Schavan tatsächlich plagiiert haben, wäre es außerdem interessant zu erfahren, wie es dazu gekommen ist: War es böse Absicht? Oder wusste sie einfach nicht, wie man korrekt mit fremden Ergebnissen umgeht? Vermutlich werden wir auf diese Fragen, nie eine sichere Antwort bekommen.

Aus meiner mittlerweile 15-jährigen Lehrerfahrung weiß ich aber, dass Studierende in den seltensten Fällen mutwillig plagiieren. Das ist freilich keine Entschuldigung! Plagiat bleibt Plagiat. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie auch ohne Betrugsabsicht leicht in die Plagiatsfalle tappen können.

15 Wege zum Plagiat – ohne böse Absicht!

  1. Obwohl Sie nicht genau wissen, wie man systematisch Literatur recherchiert, haben Sie noch nie eine entsprechende Einführung einer Bibliothek besucht. Sie klicken sich lieber einfach so durch Google und die diversen OPACs und hoffen, dass Sie schon das Richtige finden.
  2. Sie kopieren die wichtigsten Passagen aus der Literatur in eine Datei, glätten den Text anschließend sprachlich ein wenig und streuen noch ein paar Fußnoten ein.
  3. Sie notieren sich keine Seitenzahlen, wenn Sie sich Notizen aus der Literatur machen.
  4. Sie notieren sich beim Exzerpieren der Literatur nicht, ob Sie etwas wörtlich abschreiben oder nur sinngemäß übernehmen.
  5. Sie finden, dass die anderen das eh alles viel besser sagen als Sie selbst. Daher übernehmen Sie viele Textpassagen aus der Literatur und modeln die Textbausteine dann nur ein bisschen um. Schließlich soll es ja schon so aussehen, als ob das Ihr Text wäre. Auf Fußnoten verzichten Sie daher auch lieber. 
  6. Sie schreiben zuerst den Text und danach fügen Sie die Belege ein. Immer ein Schritt nach dem anderen!            
  7. Sie haben keine Zeit für umfassende Literaturrecherchen. 
  8. Sie haben Angst, im Rahmen Ihrer Uni-Arbeit (Seminararbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit etc.) Forschungsfragen zu diskutieren. Was sollen Sie als Studentin bzw. Student denn schließlich auch zur Forschung beitragen? 
  9. Sie haben allerhand Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten bzw. Schreiben, aber trauen sich nicht, die Fragen in der Lehrveranstaltung zu stellen, weil Sie meinen, das würde ein schlechtes Licht auf Sie werfen.  
  10. Sie kennen die Zitierregeln nicht oder nur unzureichend.
  11. Sie wissen nicht, was ein direktes oder indirektes Zitat ist.
  12. Sie wissen nicht, wozu Fußnoten eigentlich gut sind.
  13. Sie wissen nicht, wann man Fußnoten setzt. 
  14. Sie wissen nicht, wo man Fußnoten setzt.
  15. Sie schreiben einfach einmal drauf los. Wenn Sie fertig sind, wollen Sie eh eine Online-Plagiatsprüfung machen. Die zeigt dann ja, ob noch irgendwo Fußnoten fehlen.

Abbildungsnachweis:

FAQ Knopf © sesselritter #41237572 – Fotolia.com

 

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