Mo

09

Sep

2013

Besser zu schreiben kann man lernen!

schreiben lernen, besser schreiben
Auch Schreiben ist eine Sache des Trainings.

Haben Sie in Ihrem Leben schon einmal eine Fremdsprache oder ein Instrument gelernt?

 

Wenn ja, dann ist Ihnen bestimmt bewusst, dass man nur dann Fortschritte macht, wenn man übt. Mit dem Schreiben ist das auch so: Es ist eine Sache des Trainings! Wenn Sie besser schreiben lernen wollen, kommen Sie nicht umhin, zu üben.

Wie Sie das Schreiben trainieren bzw. Ihre Schreibkompetenz verbessern können und warum sich das lohnt, möchte ich Ihnen gerne in meinem heutigen Blogartikel zeigen.

Schreiben können wir alle, aber auf das Wie kommt es an!

In einem Artikel hat sich Christian Müller vor einiger Zeit mit der Frage beschäftigt, warum ein Schreibtraining bzw. ein Schreibkurs für das Studium und das Berufsleben sinnvoll ist, woran man ein gutes Schreibseminar erkennt und was so eine Veranstaltung in etwa kostet. Christian Müller weist richtig darauf hin, dass viele Menschen denken Schreiben kann ich eh schon, die Zeit spare ich mir lieber

Tatsächlich haben wir alle in der Schule Schreiben gelernt und können einen Text zu Papier bringen, allerdings kommt es eben auch auf das "Wie" an. Also: Wie wird ein bestimmter Inhalt kommuniziert? Und an diesem Punkt wird die Sache dann doch etwas komplexer. Inhalte klar und verständlich zu vermitteln, zielgruppengerecht zu schreiben, den richtigen Ton zu treffen und allenfalls auch noch formale Vorschriften (Zitierregeln) einzuhalten, ist gar nicht leicht!

Falsche Vorstellungen von Textproduktion

Aus Gesprächen weiß ich, dass viele Menschen meinen, ein Schriftsteller oder Texter würde stets vergnügt vor dem PC sitzen und zügig seine Gedanken niederschreiben. Viele Menschen glauben, Autoren wären permanent im Flow und hätten ständig Freude an der Arbeit.

Studierende wiederum denken oft, Wissenschaftler würden ihre Publikationen ruckzuck und sofort druckreif zu Papier bringen. Da es Studierenden an Erfahrung und Einblicken mangelt, hinterfragen sie nicht, wie die Texte, die sie lesen, entstanden sind. Sie gehen stillschweigend davon aus, dass die Texte einfach so, ohne große Anstrengung geschrieben wurden. Das allein wäre noch nicht problematisch, verzwickt wird die Sache erst dadurch, dass sie glauben, ihr eigener Schreibprozess müsste sich auch leicht und locker gestalten. Dass das dann in der Regel nicht der Fall ist, führt unweigerlich zu Frustration und aus Frustration können Schreibblockaden entstehen. 

Schreiben ist Arbeit

schreiben, ausdauer
Nicht nur Sport, sondern auch Schreiben ist anstregend.

Mein Lieblingszitat stammt von William Zinsser:

 

Schreiben ist harte Arbeit. Ein klarer Satz ist kein Zufall. Sehr wenige Sätze stimmen schon bei der ersten Niederschrift oder auch nur bei der dritten. Nehmen Sie das als Trost in Augenblicken der Verzweiflung. Wenn Sie finden, dass Schreiben schwer ist, so hat das einen einfachen Grund: Es ist schwer.

Das Bewusstsein, dass Schreiben mit Anstrengung verbunden ist, halte ich für ganz wichtig, vor allem wenn Sie selbst vielleicht gerade Ihre Schreibkompetenz verbessern wollen. Mit dem Schreiben verhält es sich tatsächlich nicht anders als mit einem Instrument oder einer Sprache: Sie können es lernen, jeder kann es lernen, aber es bedarf der Übung und der Ausdauer!

Schreiben ist Übungssache: Trainieren Sie Ihre Schreibkompetenz!

Am Beginn des Lernprozesses sollten Sie sich überlegen, wo Sie Schwächen haben. Sie müssen ja wissen, wo Sie überhaupt ansetzen sollen. Danach können Sie sich in einem Schreibkurs, in einem Coaching und/oder in diversen Ratgebern Tipps holen, wie Sie Ihre Schreibkompetenz verbessern. Sie können zum Beispiel lernen, wie Sie

  • Texte planen (die meisten Menschen schreiben einfach drauflos),
  • einen roten Faden entwickeln,
  • Mammut- und Schachtelsätze vermeiden,
  • lebendige Texte schreiben,
  • mit Ihren Texten Nutzen stiften,
  • zielgruppengerechte Texte schreiben,
  • Texte überarbeiten (ein guter Texter ist vor allem eines: ein guter Überarbeiter!). 


Der Rest ist eine Sache des Trainings: Je öfter Sie schreiben, desto besser werden Sie. Jemand, der täglich Klavier übt, wird automatisch schneller voran kommen als jemand, der nur einmal pro Woche übt. Schreibanlässe gibt es genug: Hacken Sie Ihre E-Mails nicht einfach nur in den PC, sondern geben Sie sich beim Schreiben Mühe, schreiben Sie Briefe oder Tagebuch, notieren Sie sich Ihre Gedanken zu einem Buch, das Sie gerade lesen, etc.

Bewusstes Lesen hilft

Auch durch bewusstes Lesen können Sie Ihre Schreibkompetenz verbessern. In der Regel lesen wir (ich zähle mich da auch dazu) Texte nur im Hinblick auf die Informationen, die sie beinhalten. Man kann Texte aber durchaus auch unter dem Gesichtspunkt, wie sie geschrieben sind, lesen und daraus lernen. Warum spricht Sie ein bestimmter Text an? Wie ist er aufgebaut? Wie lang sind die Sätze? Ist er gut verständlich und wenn ja, warum? Ich bin überzeugt davon, dass man durch Abschauen viel lernen kann!

Die Vorteile, wenn Sie gut schreiben können

Welchen Vorteil hat es, schreiben zu können?

  • Sie kommen mit Ihrem Schreibprojekt schneller voran.
  • Sie vermeiden Selbstzweifel.
  • Sie erreichen mit Ihrem Text Ihr Ziel (Wissensvermittlung, Kunden gewinnen etc.).
  • Sie haben mehr Spaß bei der Arbeit. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Schreiben kann sehr viel Freude machen!

Was bringt nun eigentlich ein Schreibkurs oder ein Schreibcoaching?

In einem Schreibkurs oder einem Coaching lernen Sie Tipps und Tricks kennen, wie Sie gute Texte verfassen. Ich kann Ihnen also zum Beispiel zeigen, was Sie gegen Mammutsätze tun können, wie Sie einen roten Faden entwickeln oder Ihren Text überarbeiten (Feintuning). Nach dem Kurs oder parallel zum Coaching sind Sie selbst gefragt: Sie müssen trainieren, also schreiben, schreiben, schreiben.

Sowohl in einem Schreibkurs als auch in einem Coaching können Sie lernen, wie Sie besser schreiben, wobei der Vorteil des Coachings auf der Hand liegt: Ein Coaching ist langfristig angelegt und Sie erhalten laufend Feedback zu Ihren Texten.

Was ich nicht tun kann: zaubern! Leider ... Wenn Sie nicht die Zeit und/oder die Geduld haben, an Ihrer Schreibkompetenz zu arbeiten, dann ist es geschickter, Sie beauftragen einen Texter oder schreiben den Text erst einmal selbst und lassen ihn dann überarbeiten bzw. lektorieren. Wenn Sie gerade an einer Bachelor- oder Masterarbeit sitzen, kommt natürlich nur ein Lektorat in Frage, alles andere wäre nämlich Ghostwriting.

 

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Abbildungsnachweis:

Shutterstock.com: Bildnummer: 221677981, Urheberrecht: Luna Vandoorne

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Kommentare: 12
  • #1

    Ulrike (Montag, 07 Oktober 2013 11:54)

    Ich kann ihnen nur beipflichten. Obwohl heute vieles mit Video oder gesprochenen Mails zu machen ist, ist das geschriebene Wort immer noch ein sehr wichtiger Bestandteil unseres geschäftlichen wie privaten Lebens. Es ist jedoch nicht so einfach einen Artikel über ein zum Beispiel Produkt so zu schrieben damit der Lesende interessiert dabei bleibt. Lesen von Bücher und Zeitschriften so wie das abschreiben von Texte hilft dabei ungemein.

  • #2

    Clarissa (Mittwoch, 09 Oktober 2013 18:42)

    Vielen Dank für die tollen Tipps. Übung macht den Meister. LG

  • #3

    Michael Marheine (Montag, 30 Dezember 2013 10:40)

    Wie war!

    Einher geht der Verlust an Wertempfinden im Bereich Grafik wie auch hier im Bereich Texterstellung mit der Bereitschaft auch angemessene löhne dafür zu erhalten.
    Heute meint jeder, nur weil er ein iPhone in der Tasche hat, nun auch Filme schneiden zu können und Regisseur zu sein ... Top-Fotograf zu sein wegen einer App, die alles schon so ziemlich richtig einstellt und und und

    Glaubt denn wirklich nahezu jeder, dass er dann auch Bestseller-Autor wird, wenn er sich WORD installiert? Wohl kaum!

    Die Selbstüberschätzung nimmt manches Mal wirklich irre Züge an, wenn ich Kundenanfragen bekomme. Wenn sich die meisten Kunden mit dieser Denke nur nicht selbst irgendwann hinweg argumentieren. Wenn man sieht, was heute an Flyern und Broschüren tausendfach unter die Leute gebracht wird – ganz ohne Schamgefühl – dann müssen wir erkennen, dass wir auf dem Holzweg sind. Die verbreitete Qualität ist immer ein Bild unserer angebotenen Dienste und Produkte.
    Wer nicht stolz ist auf seine Drucksachen oder seine Webseite (ok, funktionieren müssen sie ja auch noch – nicht zu vergessen), der wird auch so "mit krummem Rücken" und zögernd, ohne Selbstwertgefühl ... beim Kundengespräch auftreten. So bleibt man immer unter den Möglichkeiten des Erreichbaren – das ist beweisbar!

    Besser mal in Profis investieren, die sind nicht nur alle geldgeil, nein, die können das meist auch verlangen, eben weil gelernt und die Expertise mit Erfolgen belegt. Wer in Minderwertiges investiert, investiert immer noch ein zweites Mal. Somit wird es mittelfristig immer teurer.

    Allen wünsche ich den anvisierten und erwarteten Erfolg,

    Michael Marheine

  • #4

    sara (Sonntag, 27 April 2014 14:35)

    Ich bin nicht so lange in Deutschland und kann nicht so gut schreiben wie kann ich lernen .

  • #5

    Seminar Redenschreiben (Montag, 28 Juli 2014 09:36)

    Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.

    Karl Kraus

  • #6

    kati (Dienstag, 14 April 2015 13:24)

    Hallo ich bin eine Schülerin der 10 klasse und habe einige Probleme beim Schreiben. Meine Lehrerin sagt dass ich mich in der Grammatik verbessern sollte ohne mir hilfreiche Tipps zu geben.Ich wollte sie fragen wie ich mich an meinem Ausdruck und meiner Schreibweise verbessern könnte und wie ich Sachtexte und andere Textarten ohne Probleme verstehen kann.Außerdem fehlt mir einiges am wortschatz dass es alles noch schwieriger macht Texte zu verstehen ?
    Danke im VORAUS :)

  • #7

    Huberta Weigl (Mittwoch, 15 April 2015 15:20)

    Liebe Kati,

    in diesem Fall würde ich Ihnen dazu raten, gezielt mit einer Deutschnachhilfe zu arbeiten. Am besten suchen Sie sich jemanden, der Deutsch als Lehramt studiert hat.

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

  • #8

    julia (Donnerstag, 07 Januar 2016 23:17)

    vielen dank für Iher Beitrag. Das ist ja nützlich für mich.

  • #9

    Eric (Montag, 09 Mai 2016 23:54)

    Hi,

    also ich finde Textanalysen verdammt schwer! Vor allem dann, wenn man literarische Texte analysieren soll. Eine Inhaltsangabe zu verfassen geht ja noch, aber beim Analyseteil weiß ich gar nicht, wo der Anfang, wo das Ende ist.

    Grammatik ist zum Glück nicht mein Problem. Das liegt daran, dass ich eher mathematisch geprägt bin und es in der Grammatik viele Regeln gibt, genauso wie in Mathe, an die man sich klar richten kann.
    Texte schreiben selbst hat leider keine Regeln und leider hat auch jeder Lehrer so irgendwie seine eigene Vorstellung, wie ein Text denn so aussehen sollte. Ein Schüler wird durch den ständigen Lehrerwechsel regelrecht hin- und hergeschoben und weiß gar nicht so rech, wie er sich orientieren soll.

    Beste Grüße

  • #10

    Eric (Mittwoch, 11 Mai 2016 08:26)

    Lieber Eric,

    die sind auch schwer. Wenn Sie bei dem Texttyp extrem hängen, würde ich Ihnen raten, dass Sie sich kurzfristig Hilfe suchen (AHS-LehrerIn, der/die Nachhilfe gibt).

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

  • #11

    Jojo und Jezz (Montag, 06 Juni 2016 14:15)

    Hallo Huberta,

    wir beschäftigen uns gerade intensiv mit dem Thema Schreiben. Deine Website liefert sehr viel guten Input. Danke dafür!

    Wir untersuchen auch gerade die Kreativität. Wie entsteht diese und wie kann sie gefördert werden. Wir werden demnächst ein eBook und eine Website mit Techniken für kreatives Schreiben fertig stellen. Dann melden wir uns noch mal. Wir sind sehr an Deiner Meinung interessiert.

    Beste Grüße

    Jojo und Jezz

  • #12

    Huberta (Donnerstag, 09 Juni 2016 12:51)

    Hallo Jojo und Jezz,

    ich freu mich immer über sympathische Aktionen, die in erster Linie der Vernetzung und nicht primär der Eigenwerbung dienen.

    Herzlichen Gruß
    Huberta