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10

Dez

2014

Checkliste: Wie schreibt man ein Angebot für einen Workshop?

angebot schreiben, workshop

Als Trainer oder Coach ein Angebot für einen Workshop bzw. ein Seminar zu schreiben, ist in meinen Augen immer wieder eine besondere Herausforderung. Was schreibt man da alles rein? Wie lang soll das Angebot sein? Wie baut man ein Angebot auf, also in welcher Reihenfolge soll man auf die einzelnen Punkte eingehen?

Manche Trainer bzw. Coaches tendieren zu Übertreibungen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mein Licht manchmal unter den Scheffel stelle. Das bedeutet, dass ich im Angebot nicht genügend nachvollziehbar darlege, was ich alles leiste, vor allem im Vorfeld eines Workshops. Hier nun also ein paar Tipps aus eigener Erfahrung.

 

Diesen Artikel schreibe ich übrigens im Blogduett mit Natalie Schnack, die Coach für mehr Sichtbarkeit und Selbstbehauptung im Berufsleben ist und für Sie auch noch ein paar Tipps hat. Mehr dazu dann am Ende des Textes. 

Aufbau und Inhalt eines Angebots für einen Workshop bzw. ein Seminar

1. Die Ausgangssituation

Zu Beginn ist es gut, wenn Sie kurz festhalten, was sich Ihr Kunde wünscht. Der Bitte um ein Angebot sind ja in der Regel schon E-Mails vorausgegangen, vielleicht auch das eine oder andere Telefonat oder sogar ein persönliches Treffen. Wenn Sie zusammenfassen, was der Kunde möchte, schaffen Sie eine gemeinsame Basis und schließen Missverständnisse aus.

2. Die Schwerpunkte des Workshops

Ausgehend von den Wünschen Ihres Kundens formulieren Sie die Schwerpunkte des Workshops. Ich gehe dabei immer auch auf die Methoden ein, also auf die Frage, wie ich das Wissen vermittle (Vortrag, Diskussion, kreative Schreibmethoden etc.). Abhängig von der Art des Workshops kann es auch sinnvoll sein, das genaue Programm darzulegen.

3. Organisatorisches

In diesen Punkt packen Sie am besten Folgendes:

  • die geplante Teilnehmerzahl,
  • den Termin (falls er schon feststeht),
  • die Dauer (Beginn und Ende des Workshops, Länge der Mittagspause),
  • die Ausstattung, die Sie brauchen (Flipchart, Laptop, Beamer, Internetzugang etc.),
  • den Ort.

Da ich Unternehmen die Nutzung meines Seminarraums ohne Zusatzkosten anbieten kann, schreibe ich das auch ins Angebot. Ich persönlich bin übrigens eine große Freundin  von Workshops, die nicht direkt im Unternehmen stattfinden. Bei Inhouse-Workshops sausen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Pausen erfahrungsgemäß meist in Ihre Büros, erledigen Telefonate und checken Ihre E-Mails. Von wirklichen Pause kann dann also überhaupt keine Rede mehr sein! Zudem findet der wichtige, da anregende Workshop-Small-Talk dann nicht statt, was die Qualität so eines Tages durchaus schmälern kann.

4. Kostenvoranschlag

Im vierten Punkt folgt das Netto-Honorar für den Workshop. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, hier auch im Detail aufzulisten, was das Honorar umfasst. Ihr Kunde kann dann besser verstehen, was Sie leisten und was er für sein Geld bekommt. Diesen Weg empfehle ich vor allem dann, wenn Sie einen Workshop halten, den Sie auf die Gruppe exakt zuschneiden. In so einem Fall investieren Sie nämlich allerhand Zeit in die Vorbereitung, was sich natürlich auch auf den Preis für den Workshop auswirkt.

Wie eingangs geschrieben, habe ich lange dazu tendiert, mein Licht unter den Scheffel zu stellen, weil ich nämlich automatisch davon ausgegangen bin, mein Kunde weiß, dass ich einen maßgeschneiderten Workshop, wie er ihn sich wünscht, nicht einfach so aus dem Ärmel schüttle, sondern sorgfältig vorbereiten muss. Davon sollte  man aber nicht ausgehen!

Hier ein paar Beispiele, was alles zur Vorbereitung gehören kann:

  • Einzelgespräche oder ein E-Mail-Austausch mit den einzelnen Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern (z.B. um deren Erwartungen zu erfragen),
  • die Lektüre bestimmter unternehmensspezifischer Unterlagen,
  • das Erstellen eines eigenen Skriptums (Umfang?). Es gibt viele Trainer, die lediglich die PowerPoint-Präsentation ausgedruckt austeilen. Wenn Sie hingen ein Skriptum erstellen, macht das wesentlich mehr Arbeit, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben davon in der Regel aber auch mehr.

Ein Angebot ist mehr als nur ein Kostenvoranschlag

Sie sehen: Ein Angebot kann eine ganze Latte von Punkten umfassen. Es ist mehr als ein reiner Kostenvoranschlag. Und, wie gesagt, rücken Sie Ihre Leistung in Ihrem Angebot – authentisch und ohne zu übertreiben – ins rechte Licht. 

Stoppen Sie das Gedankenkarussell und bleiben Sie souverän 

Löst eine Anfrage für einen Auftrag bei Ihnen gleich ein Gedankenkarussell aus? Was wollen die genau von mir? Wie schaffe ich das alles? Welches Honorar soll ich da veranschlagen? Wenn Ihnen diese Fragen vertraut vorkommen, dann klicken Sie doch einmal weiter und lesen Sie den Blogartikel von Natalie Schnack zum Thema "Schicken Sie uns Ihr Angebot!”  6 Tipps für eine souveräne Angebotsabgabe".

Abbildungsnachweis:

Pixabay, Nemo

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