So

29

Mai

2016

So machen Sie ein korrektes Sekundärzitat

zwei bücher und eine brille

Ein Sekundärzitat ist ein Zitat aus einer Literatur, die Sie selbst nicht gelesen haben. Hier ein Beispiel: Sie lesen das Buch des Autors A, der aus dem Buch des Autors B eine Aussage zitiert. Wenn Sie nun B korrekt zitieren möchten, müssen Sie ein Sekundärzitat machen. Sollte das Regelwerk, nach dem Sie zitieren, dazu bestimmte Vorgaben beinhalten, dann richten Sie sich bitte danach. Wenn Ihr Regelwerk keine Anhaltspunkte zur Gestaltung von Sekundärzitaten bietet, können Sie so vorgehen, wie ich das im Folgenden näher erkläre.

Hier ein Beispiel für Sekundärzitat

Nehmen wir an, Sie halten das Buch von Werner Müller aus dem Jahr 2000 in Händen und lesen dort eine für Ihre Arbeit relevante Aussage von Sabine Huber aus einer Publikation, die 1999 erschienen ist. Dann lauten die beiden Kurzbelege Müller 2000 (A) und Huber 1999 (B). Das korrekte Sekundärzitat lautet (sofern Sie sich in beiden Fällen auf eine bestimmte Seite beziehen):

 

.... (Huber 1999, S. 23, zitiert nach Müller 2000, S. 99).

 

Sie zitieren nämlich Huber 1999 auf der Grundlage bzw. "nach" Müller 2000. Ins Literaturverzeichnis nehmen Sie nur die Publikation auf, die Sie auch in Händen hatten, also Müller 2000 bzw. A. Wer Ihre Arbeit liest und sich für Huber 1999 näher interessiert, muss zu Müller greifen und dort nachlesen, wie sich der Kurzbeleg auflöst. Und damit sind wir schon bei der Frage, wie sinnvoll Sekundärzitate sind.

Gehen Sie mit Sekundärzitaten sparsam um

Aus dem bislang Gesagten wird klar, dass Sie mit Sekundärzitaten möglichst sparsam umgehen oder sie sogar komplett vermeiden sollten. Der Leser Ihrer Arbeit hat keine große Freude mit Sekundärzitaten, weil sich ihm der Kurzbeleg nicht näher erschließt. Umgekehrt übernehmen Sie eine Aussage, die Sie selbst nicht nachgeprüft haben (genau genommen wissen Sie als Autor nicht, ob Müller 2000 Huber 1999 korrekt wiedergegeben hat). Wenn Huber 1999 so zentral ist, dass Sie sie zitieren wollen, dann sollten Sie sich die Mühe machen und sich ihre Publikation besorgen, lesen, prüfen und schließlich auch aus ihr zitieren – und so wird dann aus einem Sekundär- ein Primärzitat.

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Abbildung oben: Shutterstock.com, Bildnummer: 145563004, Urheberrecht: Ievgenia Tkach

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