Mo

30

Mai

2016

Wohin mit all den Büchern?

kleiner bub mit buch

Ich liebe Bücher, aber in den letzten Jahren haben sie sich so vermehrt, dass ich sie zunehmend auch als Ballast wahrnehme. Regale, in denen kaum mehr Platz ist oder in denen die Bücher sogar zweireihig stehen, empfinde ich in einer großen Bibliothek als schön, aber nicht in meiner Wohnung.

 

Daher habe ich die Initiative ergriffen und in mehreren Schüben größere Mengen Bücher aussortiert. Allerdings habe ich dabei sehr schnell gemerkt: Wegwerfen geht nicht! Ich brauche Abnehmer, die mit meinen Büchern noch etwas anfangen, wobei es für mich keine große Rolle spielt, ob ich dafür ein paar Euro bekomme oder nicht.

 

Wenn auch Sie das Gefühl haben, dass

  • Ihnen die Bücherberge über den Kopf wachsen,
  • Sie gerne etwas mehr Luft in Ihren Regalen hätten,
  • Sie sich nur sehr schwer von Büchern trennen können,
  • ein Abnehmer, der mit Ihren Büchern noch eine Freude hat, besser wäre als der Altpapiercontainer,

dann schauen Sie doch, ob Ihnen die folgenden Überlegungen ein wenig weiterhelfen.

Zum Schluss habe dann auch noch ein paar Tipps, was Sie tun können, damit sich die Regale nach dem Aussortieren nicht gleich wieder füllen, und natürlich gibt es wieder weiterführende Hinweise.

Das Projekt "Bücher aussortieren"

Jeder hat ja so seine eigene Methode, um Dinge auszumisten, ich selbst bin das Projekt „Bücher aussortieren“ schrittweise angegangen: Ich habe mir an mehreren Wochenenden ein Regal nach dem anderen vorgeknöpft und die Bücher erst einmal alle herausgeräumt und abgestaubt (ein Regal nach dem anderen).

Dabei habe ich jedes Buch in die Hand genommen und überlegt, was es mir bedeutet bzw. wie wahrscheinlich es ist, dass ich es jemals noch brauche. Was ich aussortiert habe, ist dann erst einmal auf einen großen Stapel ins Vorzimmer gewandert.

Mit ein paar Tagen Abstand habe ich den Stapel dann nochmals mit einem Blick überflogen. Fallweise ist ein Buch wieder zurück ins Regal gewandert, aber bei einem Großteil war klar: Die dürfen weg, und zwar ganz ohne Wehmut!

Abnehmer für Bücher

Abhängig vom Erhaltungszustand und den Inhalten der Bücher (als Kunsthistorikerin habe ich längst nicht nur Belletristik, Ratgeber und Reiseführer, sondern vor allem sehr viele Fachbücher) sind meine Bücher zu unterschiedlichen Abnehmern gewandert:

1 Momox

Bücher, die gängige Themen behandeln und nicht allzu alt sind, habe ich über Momox Österreich verkauft (wer in Deutschland lebt, sollte bitte Momox Deutschland nutzen). Bei Momox legen Sie ein Benutzerkonto an, scannen den Barcode oder geben die ISBN ein und Momox sagt Ihnen, ob sie das Buch ankaufen oder nicht. Wenn sie es ankaufen, dann erfahren Sie auch gleich den Preis. Sobald Sie Bücher im Gegenwert von 10 Euro beisammenhaben, können Sie sie an Momox schicken, wobei Momox das Porto übernimmt. Nach ein paar Tagen bekommen Sie das Geld überwiesen. Auf Momox hat mich übrigens Kerstin Paar auf Facebook aufmerksam gemacht. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön!

2 Carla, offener Bücherschrank & Co.

Bücher, die ich verschenken möchte, bringe ich in Wien entweder zur Caritas, genau gesagt, zur Carla oder stelle sie in einen offenen Bücherschrank (hier finden Sie eine Liste aller öffentlichen Bücherschränke in Österrreich und in Deutschland).

Neue Bücher in sehr (!) gutem Zustand nehmen in Wien fallweise auch die Zweigstellen der Bücherei. Den Wiener Bücherschmaus habe ich noch nicht ausprobiert, aber das ist auch eine schöne Initiative!

3 Fachbibliotheken

Für meine Fachbücher habe ich zwei Abnehmer gefunden: die Bibliothek des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Wien und die Bibliothek des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Budweis, die es noch nicht lange gibt und daher besonders dankbar für den Zuwachs war. Wenn auch Sie daran denken, Fachbibliotheken mit Ihren Büchern zu beglücken, fragen Sie vorher bitte unbedingt nach, ob sie die Bücher tatsächlich nehmen. Das ist nämlich nicht selbstverständlich. Meist befürchten Fachbibliotheken, dass man ihnen mangels einschlägiger Kenntnisse Bücher schenkt, die letztendlich doch keine Fachbücher sind oder die sie bereits besitzen.

Was Sie tun können, damit sich Ihre Regale nicht sofort wieder füllen

Leseratten soll man nicht von ihrer Leidenschaft abhalten, dennoch kann es hilfreich sein, Wege zu finden, damit sich die Regale nicht gleich wieder füllen. Folgende Möglichkeiten erscheinen mir sinnvoll.

1 Printbücher ausborgen oder vor Ort lesen

Das können Sie in der Regel u.a. in den städtischen Büchereien (z. B. der Bücherei in Wien) und in den Universitätsbibliotheken. Letztere werden meist nur von Studierenden und Wissenschaftlern genutzt, was schade ist, denn Universitätsbibliotheken stehen allen offen. Neben den Universitätsbibliotheken gibt es gerade in großen Städten eine Vielzahl an Bibliotheken, in denen Sie Bücher zwar nicht ausborgen, aber vor Ort lesen können. Die meisten dieser Bibliotheken haben auch große Zeitschriftenbestände. So liegt etwa im Zeitschriftenlesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek die neueste „Bunte“ ebenso auf wie „Psychologie heute“.

2 E-Books ausborgen und/oder kaufen

Die Möglichkeit, E-Books und Onlinezeitschriften in öffentlichen Bibliotheken auszuleihen, wächst momentan. Ein gutes Angebot hat in Wien bietet die Bücherei. 1.600 andere Bibliotheken, in denen Sie online E-Books ausborgen können, finden Sie hier. Weitere Optionen, die allerdings etwas kosten, sind Amazon Prime und Skoobe, die ich beide allerdings noch nicht getestet habe.

Wenn Sie tiefer in die Tasche greifen wollen, können Sie natürlich E-Books und Onlinemagazine auch kaufen, allerdings erscheint noch längst nicht jedes Buch bzw. jedes Magazin in elektronischer Form. Shoppingportale wie Amazon oder Thalia kennen Sie bestimmt, interessanter ist da schon die Frage, zu welchem E-Reader Sie am besten greifen sollen.

Wichtig: Die Wahl des richtigen E-Readers

Nach wie vor kann nicht jeder E-Reader jedes Format lesen. So können Sie etwa am viel bejubelten Kindle (das neueste Modell kostet fast 300 Euro) zwar alle Bücher lesen, die Sie bei Amazon erwerben, aber die Bücher der Bücherei in Wien können Sie damit zum Beispiel nicht lesen. Ich selbst habe mich deshalb von meinem E-Reader letztendlich wieder getrennt und lese nun alle E-Books auf meinem iPad Air2. Amazon-Bücher lese ich in der Kindle-App, die Bücher der Bücherei in der Onleihe-App.


Ich war E-Books gegenüber übrigens lange skeptisch eingestellt, weil ich in manchen Büchern gerne ausgewählte Passagen anstreiche und dachte, das geht in E-Books nicht. Tatsächlich funktioniert das aber, und zwar sehr gut, nämlich einfach mit dem Finger. Darüber hinaus lassen sich die markierten Passagen via E-Mail auf den PC exportieren und ausdrucken, was ich ausgesprochen praktisch finde.

Trotzdem lese/kaufe ich nicht nur E-Books, sondern auch gedruckte Bücher. Ich überlege mir seit meiner Aussortieraktion aber viel genauer, welches Buch ich tatsächlich besitzen möchte und in welcher Form.

Haben Sie weitere Tipps? Wenn ja, dann freue ich mich auf Ihren Kommentar!

Weiterführende Hinweise

Wenn Sie mehr Motivation brauchen, um das Projekt "Bücher aussortieren" anzugehen, empfehle ich Ihnen 

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Abbildungsnachweis:

Abbildung ganz oben: Shuttersock.com, Bildnummer:116035345, Urheberrecht: Anelina

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Kommentare: 6
  • #1

    Michael Meckelein (Freitag, 03 Juni 2016 10:28)

    Ich hab noch ein Tipp: Verschenken! Ich mache das schon seit Jahren so. Damit kann man Freunde, Bekannte und Verwandte eine kleine Freude machen und man hat beim nächsten Treffen gleich etwas, worüber man plaudern kann.

    In letzter Zeit lese ich allerdings vermehrt digital. Ich liebe es die Schriftgröße einstellen zu können und eine gute Beleuchtung zu haben. Zudem ist mein Ebook-Reader auch noch viel leichter als die meisten gedruckten Bücher.

  • #2

    Huberta Weigl (Freitag, 03 Juni 2016 13:46)

    Auch eine gute Idee! Ich hätte Bedenken, dass das Verschenken zu einer Abnehmersuche und damit mühsam wird ... :)

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

  • #3

    Markus (Donnerstag, 09 Juni 2016 09:51)

    Danke für die guten. Das mit den Fachbüchereien ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen.

    Momox habe ich noch nicht ausprobiert, aber die Erfahrungen im Netz verheißen nichts gutes. Derzeit verschenke ich "übrige" Bücher an meine heimische Bücherei oder lasse diese einem Kollegen zukommen, der einen Online-Buchverleih für soziale Zwecke durchführt.

    Mit dem Gedanken an einen Kindle-Onlinereader kann ich mich nicht anfreunden. Schließlich erhalte ich hier für mein gutes Geld nur einen Lizenzvertrag. Damit wird mir die Möglichkeit, wie beim physischen Buch, das Werk weiterzugeben (Schenken oder Verkaufen) komplett genommen. Deswegen landen mir derzeit nur E-Books von Online-Bibliotheken auf dem Computer.

    Schönen Gruß

    Markus

  • #4

    Huberta (Donnerstag, 09 Juni 2016 12:47)

    Lieber Markus,

    das kann ich gut verstehen. Ich kaufe manche E-Books, weil sie günstiger als die Printversionen sind und weil ich sie sofort, nachdem ich sie entdeckt habe, lesen kann.

    Herzlichen Gruß
    Huberta

  • #5

    Dorit Koderisch (Donnerstag, 22 September 2016 11:24)

    ein Tipp zum Thema Ebook-reader: Kobo
    Der liest alle ebooks und hat auch eine sehr gut zugängliche und übersichtliche Internet Seite:
    https://store.kobobooks.com/de-de/?utm_medium=Email&utm_source=Responsys_CRM
    Man ist unabhängig von Amazon, kann auch sehr gut Bücher aus Büchereien laden.
    Momox ist bei meinem Mann und mir auch die Wahl für aussortierte Bücher, klappt super!
    Viele Grüße

  • #6

    Huberta Weigl (Freitag, 23 September 2016 16:16)

    Liebe Frau Koderisch,

    vielen Dank für den Hinweis. Ja, Kobo ist gut. Ich habe mir selbst einen gekauft, weil man damit eben auch die Bücher aus den Büchereien lesen kann. Inzwischen habe ich ihn aber wieder verkauft, weil ich mit der Büchereien-App die Bücher, die ich mir ausborge, auch am iPad lesen kann. Kurzum: Ich lese jetzt E-Books nur am iPad, allerdings in diversen Apps (auch in der Kindle-App).

    Lieben Gruß
    Huberta Weigl