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11

Nov

2016

Warum ein Blog auch etwas für Archive ist

Dass ein Blog ein hervorragendes PR- und Marketingwerkzeug ist, hat sich längst herumgesprochen. Trotzdem gibt es nach wie vor viele Skeptiker. In der Welt der Wissenschaft sind Blogs – verglichen mit der Zahl der Wissenschafter bzw. Wissenschaftsinstitutionen – noch eher rar. Das Team von siwiarchiv.de, dem Blog der Archive im Kreis Siegen-Wittgenstein, ist nun initiativ geworden und hat zu einer Blogparade aufgerufen, bei der es um die Frage geht, warum, worüber und wie Archive bloggen sollen.

Das Thema greife ich gerne auf. Zugleich stelle ich eine vierte Frage in den Raum: Was brauchen Archive, um erfolgreich zu bloggen? Also, welche Ressourcen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Tools benötigen Archive, um mit ihrem Blog Leser zu gewinnen und dauerhaft zu halten.

15 Gründe, warum Archive bloggen sollten

Archive sollten bloggen, um ... 

  • das verstaubte Image, das ihnen nach wie vor oft anhaftet (sei es nun zu Recht oder zu Unrecht), abzulegen.
  • deutlich zu machen, was sie leisten.
  • Einblicke hinter die Kulissen zu geben.
  • Menschen die Scheu zu nehmen, ins Archiv zu gehen. 
  • sich einem breiteren Publikum zu öffnen.
  • zu zeigen, welche Schätze sie haben.
  • zu erklären, wie man mit Quellen arbeitet.
  • zu zeigen, welche Erkenntnisse man aus Quellen gewinnen kann.
  • rasch und unbürokratisch Forschungsergebnisse zu publizieren.
  • Archivbenutzern die Möglichkeit zu geben, Ergebnisse auf kurzem Weg zu veröffentlichen.
  • zu zeigen, wie spannend Archivarbeit sein kann. 
  • sich mit anderen Institutionen und Menschen auszutauschen (dazu muss man allerdings die Kommentarfunktion aktivieren).
  • gezielt PR zu betreiben.
  • leichter an Drittmittel heran zu kommen.
  • Sponsoren aus der Wirtschaft zu gewinnen. 

15 Themenbereiche, über die Archive bloggen sollten

  1. Vorstellung ausgewählter Archivalien
  2. Einblicke in den Archivalltag: Was tun die Mitarbeiter? Wie kommt eine Archivalie in den Lesesaal? Wie schaut es im Depot aus? etc.
  3. Vorstellung der Mitarbeiter (am besten mit einer Prise Humor): Wer hat welche Aufgabe? Wie sieht der Alltag der einzelnen Mitarbeiter aus?
  4. Einblicke in die hausinterne Forschung
  5. Vorstellung von Forschungsprojekten von Benutzern
  6. Recherchetipps (online und offline)
  7. Tipps zur Entzifferung verschiedener Schriften
  8. Wissen aus den Hilfswissenschaften
  9. Ergebnisse (eigene und solche von Archivbenutzern)
  10. Fragen an die Leser (Social Media = Mitmach-Web!)
  11. Hinweise auf eigene Veranstaltungen
  12. Hinweise auf fremde Veranstaltungen (andere Archive, Museen etc.)
  13. Buchtipps
  14. Rezensionen
  15. Gewinnspiele

15 Tipps, wie Archive bloggen sollten

  1. im Hinblick auf die Reichweite entweder auf der eigenen Website bzw. der Website der Institution, zu der das Archiv gehört (sofern vorhanden), oder im Rahmen eines Gemeinschaftsblogs
  2. immer mit Blick auf den Leser
  3. für Wissenschafter, aber nicht nur -> siehe Punkt 4
  4. für ein breites Publikum
  5. anschaulich
  6. lebensnah, auch wenn's um die Vergangenheit geht
  7. abwechslungsreich
  8. lebendig
  9. authentisch
  10. verständlich
  11. regelmäßig
  12. mit Ecken und Kanten, also in strittigen Fragen durchaus auch Position beziehen
  13. mit aktivierter Kommentarfunktion
  14. unter Ausnutzung verschiedener Medien (Text, Fotos, Videos, Ton etc.)
  15. vernetzt mit anderen Kanälen (Facebook, Twitter etc.)

15 Tipps, was Archive brauchen, um erfolgreich zu bloggen

Sie brauchen ...

  1. eine Strategie
  2. Personalressourcen
  3. Zeitressourcen
  4. Leidenschaft für das Thema Bloggen
  5. Ausdauer
  6. die Bereitschaft, sich mit einem Content-Management-System auseinanderzusetzen
  7. einen Redaktionsplan
  8. Vermittlungskompetenz, also die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte interessant und nachvollziehbar aufzubereiten, und zwar nicht nur für Experten
  9. Wissen, wie man Texte für das Web schreibt
  10. Wissen, wie Webtexte gelesen werden
  11. ein Basiswissen zum Thema Suchmaschinenoptimierung
  12. ein Statistiktool
  13. einen Newsletter, der an den Blog gekoppelt ist
  14. weitere Social-Media-Kanäle, um die Reichweite des Blogs zu erhöhen
  15. Offenheit für Neues und die Bereitschaft, Menschen zuzuhören.


Den Artikel habe ich erstmals am 25.1.2014 auf einem anderen Blog von mir veröffentlicht, den ich inzwischen jedoch eingestellt habe.

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