Studium

Mo

03

Jun

2013

Die Sache mit dem Feedback im universitären Alltag

feedback, uni, sprechstunde

Seit nunmehr 16 Jahren lehre ich an verschiedenen Universitäten. 10 Jahre habe ich fix angestellt an der Universität Wien unterrichtet, seit 2007 lehre ich dort und an mehreren anderen Universitäten als sog. "Externe". Es gibt inzwischen kein studentisches Problem, das mir nicht in irgendeiner Form bereits einmal begegnet ist, und auch die Seite der Lehrenden ist mir gut vertraut.

Der Dauerbrenner: Das Feedback auf die Hausarbeiten

Zu den absoluten Dauerbrennern, die im universitären Alltag für Unzufriedenheit bzw. Problemen führen, gehört das Thema "Feedback". Damit meine ich das Feedback auf schriftliche Arbeiten. Sowohl auf der Seite der Lehrenden als auch auf der Seite der Studierenden gibt es dazu oft Klagen. Auf beiden Seiten trifft man aber auch immer wieder auf eine ordentliche Portion Gleichgültigkeit. Ich möchte das Thema "Feedback" daher heute einmal hier aufgreifen und ein paar Überlegungen dazu anstellen – ohne mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Die beiden Szenarien

1. Lehrende, die ein Feedback geben & Studenten, die das nicht interessiert

Viele Lehrende korrigieren schriftliche Arbeiten sehr sorgfältig, aber die Studierenden geben sich mit der Note zufrieden und holen die Arbeiten nicht ab. Die Lehrenden bleiben auf der Arbeit sitzen! Diese Situation ist ausgesprochen ärgerlich, denn einen studentischen Text zu korrigieren, macht Mühe, und wenn diese Mühe umsonst ist, fragt man sich, wozu man sich das antut. 

2. Lehrende, die kein Feedback geben & Studenten, die sich eines wünschen

Und dann gibt es auch den umgekehrten Fall: Lehrende, die kein Feedback geben, obwohl sich ihre Studierenden eine Rückmeldung auf die Arbeiten wünschen.

Die Szenarien sind in diesem Zusammenhang vielfältig: So benoten manche Lehrende die Arbeiten, geben sie dann den Studierenden aber nicht zurück und stehen auch nicht für ein Gespräch zur Verfügung. Andere Lehrende wiederum geben die Arbeiten zurück, aber außer ein paar Wellenlinien am Rand gibt es keinerlei Kommentare, aus denen die Studierenden die Note nachvollziehen und etwas lernen können. Aus der Sicht der Studierenden ist das absolut frustrierend! Wie sollen sie sich weiterentwickeln und verbessern, wenn sie nicht wissen, was gut und was weniger gut gelaufen ist?   

Was Sie tun können oder sollten

Studierende

Schreiben hat man zwar in der Schule gelernt, für die erfolgreiche Absolvierung eines Studiums reichen die Schulkenntnisse (z.B. im Aufsatzschreiben) jedoch nicht aus. Wenn Sie ein Studium erfolgreich bewältigen wollen, müssen Sie laufend an Ihrer Schreibkompetenz arbeiten und v.a. auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Das bedeutet, Sie sollten

 

  • bereit sein, zu lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet,
  • möglichst viel schreiben (auch abseits des Studiums),
  • ein Feedback erhalten bzw. einholen, 
  • bei jeder Arbeit genau nachvollziehen, was Ihnen gelungen ist und was nicht, 
  • aus dem Feedback lernen, also gezielt an den Schwachstellen arbeiten, um es beim nächsten Mal besser zu machen.


Schauen Sie also, dass Sie Ihre Arbeit zurückbekommen und wenn das schriftliche Feedback für Sie zu knapp oder zu wenig aussagekräftig ist, suchen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach, was Sie beim nächsten Mal besser machen können, notieren Sie sich die Punkte und bemühen Sie sie sich, diese Punkte auch umzusetzen.

Lehrende

Die Lehre ist Teil des Jobs

 

Dass Lehrende Arbeiten ohne ausführliches Feedback zurückgeben und/oder nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen, ist für mich – trotz meiner langjährigen Erfahrung im Uni-Betrieb – nach wie vor erschreckend. Die drei Säulen der universitären Tätigkeit sind nun einmal Lehre, Forschung und Verwaltung. Das bedeutet: Ein Drittel der Zeit ist für die Lehre, also auch die Betreuung der Studierenden, vorgesehen. 

 

Es gibt viele Lehrende, die mit großem Engagement, viel Ausdauer und Geduld unterrichten und sich für die Studierenden engagieren. Es gibt aber auch Mitarbeiter an Universitäten, die den Aufwand für die Lehre so gering wie möglich halten.

Warum ist das so? Nun, die Arbeit an einer Universität ist meist ziemlich stressig. Zudem ist die Konkurrenz groß und wer beruflich weiterkommen möchte, sollte in erster Linie zwei Dinge tun: Drittmittel einwerben und publizieren. Für das berufliche Fortkommen zählt (ich möchte fast sagen: ausschließlich) die Forschung, nicht die Lehre. So habe ich beispielsweise noch nie gehört, dass jemand auf einen Lehrstuhl berufen wurde, weil er so ein ausgezeichneter Lehrer ist. Wer es nach oben schaffen will, muss v.a. eine lange Publikationsliste haben und seine Leistung als Forscher unter Beweis stellen.

Das hat natürlich Konsequenzen für den Lehrbetrieb: Die Studenten und ihre Bedürfnisse kommen zu kurz! So schlimm das ist, möchte ich dafür jedoch auf keinen Fall nur die Lehrenden verantwortlich machen, sondern auch das System "Universität".

Es gibt Möglichkeiten ...

Während meiner Tätigkeit als Assistentin habe ich das System "Universität" hautnah erlebt. Und natürlich habe ich auch für die Lehrenden Verständnis. Besonders viel Verständnis habe ich für diejenigen, die nicht fix angestellt sind und für die es tagtäglich bei allem, was sie tun oder nicht tun, um die Zukunft und die Existenz geht.

Allerdings kann jeder Lehrende nach Wegen suchen, wie er Studierende mit einem vernünftigen Zeit- und Ressourceneinsatz gut betreuen kann. Mit ein wenig Kreativität lassen sich solche Wege finden!

Hier zwei Wege, mit denen ich gute Erfahrungen mache:

 
1. Viele Studierende tun sich mit dem Formulieren schwer. Sammeln Sie unter bestimmten Gesichtspunkten (z.B. Mammutsätze, Satzzeichen etc.) ein paar Beispiele für schlecht formulierte Sätze und lassen Sie sie überarbeiten. Besprechen Sie die Überarbeitung mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung. Dazu brauchen Sie nicht viel Zeit (für 3 Satzbeispiele brauchen Sie maximal 15 Minuten). Die Studierenden üben an praktischen Beispielen das Überarbeiten (das ja auch erst einmal gelernt werden muss) und erhalten von Ihnen direkt ein Feedback. Der Lerneffekt ist erfahrungsgemäß groß, die Diskussion der Lösungen macht den Studierenden Spaß und Sie selbst haben keinen Korrekturaufwand.

2. In der Regel geben die Studierenden ihre Arbeiten am Ende des Semesters ab. Planen Sie einen Termin zu Beginn des folgenden Semesters ein, an dem Sie den Studierenden ihre Arbeiten zurückgeben und ihnen die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen unklar ist. Zeigen Sie auf, was den Studierenden insgesamt gut gelungen ist, sprechen Sie aber auch die häufigsten Fehler an. So bleiben Sie nicht auf den Arbeiten sitzen und können ein umfassendes Feedback geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer sorgfältig korrigierten Arbeit in Kombination mit einer gemeinsamen Nachbesprechung nur mehr in Ausnahmefällen Sprechstundentermine notwendig sind.

Fazit

Schreiben kann man lernen, Schreiben kann und muss man lehren. Und ohne Feedback ist die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln gering. Ich persönlich sehe allerdings auf beiden Seiten Handlungsbedarf: Studierende sollten sich um ein Feedback bemühen und Lehrende sollten bereit sein, Feedback zu geben. Gleichgültigkeit ist kein Weg.

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Pixabay, Nemo

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Mo

27

Mai

2013

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

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In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen kurzen Überblick über den Stand der Forschung zu geben.

Vielen Studierenden fällt das Schreiben einer Forschungslage bzw. eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu geben.

Wozu braucht man überhaupt einen Forschungsstand?

Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich. Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege, Zitate).

Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der Forschung zu Ihrem Thema).

Mit dem Forschungsstand

  • helfen Sie Ihren Leserinnen und Lesern, einen Überblick über die Literatur zu gewinnen. Wer Ihren Forschungsstand liest, weiß, zu welchen Publikationen er greifen soll, wenn er sich selbst in das Thema einarbeiten möchte.
  • sorgen Sie für Transparenz. Sie machen gleich zu Beginn deutlich, auf welche Fremdleistungen Sie sich maßgeblich beziehen. 

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen. 

Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten Überblick über die wichtigste Literatur.

Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich machen.

Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...

Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...

Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ... 

Vergessen Sie nicht auf die Literaturbelege

Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg anführen!

Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden Seiten zur Karlskirche anführen. 

Ein Beispiel zum Schluss

Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.

Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz. 

Dipl.arbeit, Klosterneuburg, 1997.pdf
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Do

02

Mai

2013

Wie schreibt man eine Einleitung?

Aus Erfahrung weiß, dass sich viele Studierende mit dem Schreiben der Einleitung plagen. Sie sind sich unsicher, was überhaupt alles in die Einleitung gehört und wann man sie am besten schreibt. Der folgende Beitrag gibt Antwort auf diese Fragen. 

Die Einleitung ist das "Vorzimmer" Ihrer wissenschaftlichen Arbeit

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Die Einleitung gehört – wie das Schlusskapitel – zu den fixen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit, Bachelor- oder Masterarbeit bzw. Diplomarbeit, Dissertation).

In der Einleitung führen Sie Ihre Leserinnen und Leser an das Thema heran: Sie leiten, wie es das Wort sagt, in die Arbeit ein, Sie stellen das Thema vor. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, d.h. setzen Sie nicht zu viel Wissen voraus, holen Sie aber auch nicht zu weit aus. 

Denken Sie beim Schreiben immer an die Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit und deren Vorwissen. Wichtig ist: Machen Sie die Leserinnen und Leser in der Einleitung neugierig auf das Thema der Arbeit!

Auf diese Fragen sollten Sie in der Einleitung eine Antwort geben

1. Was genau ist Ihr Thema?

Ihre Leserinnen und Leser müssen von Beginn an verstehen, womit sich Ihre Arbeit befasst.

 

2. Auf welche Literatur stützen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben. Treffen Sie dabei eine vernünftige Auswahl. Zählen Sie die Bücher und Artikel nicht einfach nur auf, sondern kommentieren Sie die einzelnen Publikationen. Sagen Sie, was welche Publikation leistet, was man als Leserin oder Leser dort Besonderes erfährt. Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Autorin bzw. einen Autor oder eine Publikation nennen, müssen Sie in Klammer oder in der Fußnote immer den Literaturbeleg anführen.

 

Beispiele:

  • Mit der Frage, wie …, hat sich zuletzt umfassend Sabine Müller befasst. In ihrem 2011 erschienenem Buch zeigt sie, dass … (Müller 2011).
  • Das Standardwerk zum Thema … ist nach wie vor das Buch von Fritz Meier, in dem der Autor erstmals nachgewiesen hat, dass … (Meier 1980).
  • Zu den Meilensteinen der Forschung zählt sicherlich der 1990 erschienene Aufsatz von Elisabeth Huber, in dem die Autorin … (Huber 1990).

 

Hinweis: In allen genannten Fällen können Sie den Literaturbeleg statt in einer Klammer auch in einer Fußnote anführen.

 

3. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

Mit Ihrer Arbeit verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel. Erklären Sie in der Einleitung, was Sie in der Arbeit herausfinden, darlegen oder diskutieren wollen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit zeigt …
  • In der Arbeit soll dargelegt werden, wie …
  • Die Arbeit verfolgt drei Ziele: …
  • Das Hauptziel der Arbeit ist …

 

4. Wie werden Sie vorgehen?

Erklären Sie Ihren Leserinnen und Lesern, welche Methoden Sie verwenden. Also: Wie gehen Sie vor, um Ihr Ziel zu erreichen? Mögliche Methoden sind u.a. Experimente, Beobachtungen, quantitative oder qualitative Studien. Eine Arbeit kann aber auch nur auf Literaturstudien basieren (literaturgestützte Arbeit). Die Methoden, die Sie verwenden hängen stark von Ihrem Fach ab.   

 

5. Wie bauen Sie Ihre Arbeit auf?

Legen Sie dar, wie Ihre Arbeit strukturiert ist. Gehen Sie auf die Gliederung der Arbeit ein.

 

Beispiele:

  • Zunächst wird dargelegt, wie … Danach … Zum Schluss …
  • Im ersten Teil der Arbeit werde ich … Darauf aufbauend werde ich im zweiten Teil … Schließlich …
  • Die vorliegende Arbeit gliedert sich in … große Kapitel: Im ersten Kapitel erkläre ich, wie … Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit … Hier werde ich vor allem …

 

In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, das Wort „ich“ möglichst sparsam einzusetzen. Ich vertrete die Ansicht, dass Sie es im Vorwort und in der Einleitung durchaus verwenden können.

 

6. Was werden Sie nicht machen?

In der Einleitung können Sie auch erklären, was Sie nicht machen werden. Die meisten Themen sind so umfangreich und komplex, dass man Sie sie nicht vollständig behandeln können (v.a. nicht in einer Seminararbeit an der Uni, einer Bachelor- oder Masterarbeit). Wecken Sie bei Ihren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall falsche Erwartungen. Grenzen Sie das Thema ein bzw. ab und erklären Sie, warum Sie das machen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie ein Thema fassen, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung fallen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit konzentriert sich auf … Die Frage, wie … bleibt unberücksichtigt.
  • Auf … gehe ich im Folgenden nicht ein.
  • Eine umfassende Behandlung dieses Themas würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen.

 

Ob Sie die Fragen 1–6 in der hier angeführten Reihenfolge abarbeiten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass Sie auf alle sechs Fragen eingehen. Persönliche Aspekte, also etwa Ihre Beweggründe für die Themenwahl oder eine Danksagung, gehören übrigens nicht in die Einleitung, sondern ins Vorwort.

Der erste Satz der Einleitung

Es ist lohnend, wenn Sie sich Gedanken über den ersten Satz der Einleitung machen. Er sollte packend formuliert sein. Der langweiligste Einstieg lautet: „Diese Arbeit befasst sich mit …“ Unzählige Arbeiten beginnen mit einem Satz wie diesem.

Mit ein bisschen Nachdenken fällt Ihnen bestimmt ein packender Einstiegssatz ein. Sie können dabei durchaus auch an einen Artikel in einer Tageszeitung denken. So ein Artikel beginnt oft mit einem Einstiegssatz, der die Leserinnen und Leser richtiggehend in das Thema hineinzieht. Besonders gut geeignet für den Einstieg ist ein Hinweis auf die übergeordnete Bedeutung oder Aktualität des Themas Ihrer Arbeit. Erklären Sie, was Ihr Thema auszeichnet. Warum ist es so interessant? Wecken Sie die Neugier Ihrer Leserinnen und Leser!

 

Beispiel: Ausgangssituation, Sie schreiben eine Arbeit über die Architektur des Benediktinerstifts Melk in Niederösterreich.

  • Langweiliger Einstieg: Diese Arbeit befasst sich mit der Architektur des Benediktinerstifts Melk.
  • Packender Einstieg: Das Benediktinerstift Melk gehört zu den größten und bedeutendsten barocken Klosteranlagen Mitteleuropas.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Einleitung zu schreiben?

Die Einleitung schreiben Sie am besten, wenn der Hauptteil fertig ist, also ganz am Ende. Davor können und sollen Sie sich natürlich schon mit den einzelnen Fragen befassen, die Sie in der Einleitung thematisieren werden, aber es macht keinen Sinn, die Einleitung zu Beginn des Arbeitsprozesses auszuformulieren. Sie können nur in etwas einleiten, das Sie schon kennen! Wer den Arbeitsprozess mit dem Schreiben der Einleitung beginnt, läuft Gefahr, in eine Schreibblockade zu geraten.

Zusammenfassung

In der Einleitung

  • führen Sie die Leserinnen und Leser in das Thema ein.
  • geben Sie einen knappen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben (Forschungsstand bzw. -lage).
  • definieren Sie das Ziel Ihrer Arbeit.
  • erklären Sie den Weg, der Sie zu diesem Ziel führt (Methodenreflexion).
  • legen Sie den Aufbau Ihrer Arbeit dar.
  • können Sie auch sagen, was Sie nicht machen werden.

Der Blog-Artikel wird in geringfügig veränderter Form demnächst auch als PDF auf der Website http://www.ahs-vwa.at abrufbar sein.

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Abbildungsnachweis:

Vector colored Pencil ©Özger Sarikaya – Fotolia.com

 

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Di

23

Apr

2013

Doris Märtin: Erfolgreich texten

Interview mit der Autorin Doris Märtin & Gewinnspiel

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Heute ist "Welttag des Buches". Gleichzeitig startet die Aktion "Blogger schenken Lesefreude". Hunderte Blogger verlosen ein Buch, das sie selbst besonders schätzen. Ich habe mich dazu entschieden, das Buch "Erfolgreich texten" von Doris Märtin zu verlosen. Das Buch ist in meinen Augen ein ausgezeichneter Ratgeber zum Thema Texten im beruflichen Alltag, im Studium und in der Wissenschaft. Wie es der Zufall will, bin ich im Vorfeld der Aktion über den Bramann Verlag, in dem das Buch erschienen ist, mit der Autorin Doris Märtin in Kontakt gekommen. Rasch entstand die Idee, ein Interview zu machen, das Sie nun hier lesen können. Hinweise zum Gewinnspiel finden Sie am Ende des Artikels.

Interview mit der Kommunikationsberaterin Doris Märtin

„Erfolgreich texten“ ist 2010 bereits in der vierten Auflage erschienen und in meinen Augen einer der besten Schreibratgeber. Wann ist die erste Auflage erschienen und was hat Sie dazu veranlasst, ein Buch zum Thema "Texten" zu schreiben?

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Die erste Auflage von „Erfolgreich texten“ ist 1998 erschienen. Kurz bevor ich das Buch geschrieben habe, habe ich ein wissenschaftliches Handbuch lektoriert, an dem über 40 Professoren beteiligt waren. Die Textänderungen, die ich vorgenommen habe, waren immer wieder die gleichen: überlange Sätze, Nominalstil, Passiv, Verschachtelungen, Fachjargon. In meinem Buch wollte ich vor allem zeigen, wie man komplexe Inhalte ohne Bedeutungsverlust klarer und prägnanter erklärt.

 

2010 ist das Buch dann in einer überarbeiteten 4. Auflage erschienen. Die Neuauflage spiegelt die Erfahrungen wider, die ich als Buchautorin und Kommunikationsberaterin für Unternehmen gemacht habe. Die neuen Kapitel behandeln, wie man Leser und Kunden emotional intelligent anspricht: zum Beispiel, wie man die Aufmerksamkeit fesselt oder den Nutzen eines Angebots kommuniziert.

Wie ist es Ihnen als Texterin ergangen, als Sie das Buch geschrieben haben?

Inhaltlich war es einfach, das Buch zu schreiben: Ich konnte ja auf meine Erfahrungen und viele Textseminare und Schreib-Workshops aufsetzen. Sprachlich war es durchaus eine Herausforderung, die aufgestellten Regeln und Empfehlungen auch selbst einzuhalten. Am meisten Spaß hat es mir gemacht, abschreckende Vorher-Texte zu finden und in beispielhafte Nachher-Texte zu verwandeln.

Es gibt viele Menschen, denen das Schreiben schwerfällt. Sie finden nicht die richtigen Worte, die Sätze sind lang und umständlich formuliert etc. Was kann man Ihrer Meinung nach tun, um besser, v.a. stilsicher zu schreiben?

Das Wichtigste ist das Überarbeiten. Laien stellen sich oft vor, jeder Satz müsste auf Anhieb sitzen. Profis tasten sich dagegen langsam vor. Ich nehme mir den Werbetexter David Ogilvy zum Vorbild: „Meine Texte sind mittelmäßig, aber meine Überarbeitungen sind spitze.“

 

Darüber hinaus hängt es natürlich auch vom Typ ab, wo die eigenen Stärken und Potenziale liegen: Die einen denken genau darüber nach, wie sie einen Text aufbauen, kommen aber einfach nicht in den Schreibfluss hinein. Andere schreiben frei und assoziativ, recherchieren aber nur oberflächlich oder vertrödeln die Zeit. Auf meiner Website gibt es einen Schreibtypen-Test zum Herunterladen mit Tipps, wie man das Beste aus seinen individuellen Schreibstärken und -schwächen macht.

Gewinnen Sie ein Exemplar des Buchs von Doris Märtin

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Wenn Sie nun neugierig geworden sind und an der Verlosung teilnehmen möchten, kommentieren Sie bitte den Blog-Artikel. Am 30. April findet dann die Verlosung statt. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekanntgegeben.

>> Website von Doris Märtin

>> Bramann Verlag

 

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Mi

17

Apr

2013

Den Anfang finden

anfangen, mit dem schreiben anfangen, loslegen, scheribblockade

Christian Müller von Sozial-PR hat eben einen ausgezeichneten Artikel samt Video in seinem Blog veröffentlicht, der den Titel  "Tu es ganz!" trägt. Christian macht deutlich, dass wir uns von der Vorstellung, etwas ganz oder gar nicht zu machen, lösen sollten. Diese Vorstellung blockiert nämlich. Als Schreibcoach erlebe ich es selbst oft, zu welchen Schwierigkeiten hohe Ansprüche bzw. ein überzogener Perfektionismus führen können.

Aufschieberitis beginnt mit "Ich muss erst noch ..."

Studierende fangen zum Beispiel nicht und nicht mit dem Schreiben ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit an, weil sie meinen, dass sie erst einmal alle Literatur zusammentragen müssen. Berufstätige Studierende haben das Gefühl, erst einmal mehrere Tage am Stück Zeit haben zu müssen, um mit ihrer Abschlussarbeit "in Ruhe anfangen zu können". Ich kenne auch Menschen, die sehr gerne bloggen würden, sich aber ewig über das Projekt nicht drüber trauen, weil sie denken, dass sie vorher noch diesen oder jenen Ratgeber lesen sollten. In all diesen Fällen ist es hilfreich, wenn man sich klar macht, dass der Anfang gar nicht perfekt sein muss. Die Dinge können sich auch entwickeln.

Verabschieden Sie sich von Ihrem Perfektionismus und fangen Sie an

Es ist wichtig, endlich einmal anzufangen! Natürlich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Man muss nicht "alles wissen", bevor man mit dem Schreiben einer Bachelor- oder Masterarbeit beginnt (abgesehen davon, dass so und so niemand alles weiß). Wer neben dem Studium berufstätig ist, sollte lieber kleine Lücken im Alltag finden, um mit dem Schreiben anzufangen als dauernd darauf zu warten, mehrere freie Tage am Stück zu haben. Und wer bloggen möchte, sollte seinen Blog aufsetzen und loslegen. 

"Die hat gut reden ..."

Und falls Sie jetzt denken "Die hat gut reden!", dann schauen Sie auf die Website meiner Social-Media-Werkstatt. Die Website ist noch nicht fertig (es fehlen noch weitere Navigationspunkte und Unterseiten), aber ich habe sie trotzdem schon online gestellt. Manch ein Web-Berater würde jetzt vielleicht sagen, dass das keine gute Idee war. Baustellen-Seiten gehören nicht ins Web. Ich sehe das anders. Mich motiviert es, wenn die Website bereits online ist. Ich werde sie nach und nach aufbauen, aber eben schrittweise und im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten. Ich kann und will mich im Augenblick nicht voll und ganz auf die Erstellung der Website konzentrieren, aber ich arbeite soweit es eben geht daran (in Wien sagen wir dazu "zizerlweise an etwas arbeiten"). 

Und Christian Müller? Er hat seine Videoreihe "Gehdanken" gestartet, obwohl sie von der Technik her längst nicht perfekt ist. Am Anfang hat die Kamera gewackelt, hin und wieder ist es ziemlich dunkel, das alles macht aber nichts. Ich bin mir sicher, dass die "Gehdanken" in ein paar Monaten anders aussehen werden und es ist schön, ihm bei dieser Entwicklung zuzusehen (abgesehen davon, dass ich die Inhalte sehr anregend finde). Also, nur Mut! Wenn Sie eine Idee haben oder bereits seit längerer Zeit ein Schreibprojekt planen, legen Sie los! 

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Pixabay, Nemo 

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So

14

Apr

2013

Zeitplanung für ein Referat oder einen Vortrag

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Bestimmt waren Sie schon einmal bei einem Vortrag, der viel zu lang gedauert hat. Leider kommt es immer wieder vor, dass Vortragende die geplante Redezeit überschreiten. Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben, was Sie tun können, damit Ihnen das nicht passiert. Sie werden sehen, die Zeitplanung für ein Referat oder einen Vortrag ist gar nicht so schwer. 

Denken Sie an Ihr Publikum

Viele Vortragende haben nur ihr Wissen im Auge. Alles erscheint ihnen wichtig. Sie wollen dem Publikum unendlich viel sagen, und es fällt ihnen schwer, sich auf das wirklich Wesentliche zu beschränken. Vor allem aber denken sie nicht an die Zuhörer – dabei kommt es genau darauf an!

Wenn Sie sich nicht an die vorgegebene Redezeit halten, ...

  • ist das unhöflich.
  • wird das Publikum unruhig. Es wird innerlich unruhig, oft wetzen die Zuhörer aber sogar auf ihren Stühlen herum und fangen an, sich mit den Sitznachbarn zu unterhalten. 
  • hört Ihnen das Publikum zum Schluss nicht mehr gerne zu. Das kann sogar so weit gehen, dass die Zuhörer kurzfristig einen inneren Widerstand gegen Sie entwickeln.
  • ist das im Falle von Tagungen, bei denen es mehrere Vortragende gibt, für die Moderatorinnen bzw. Moderatoren bzw. für die Organisationsleitung oft richtig problematisch. Mit Ihrem überlangen Vortrag bringen Sie den Zeitplan der Veranstaltung nämlich ins Wanken (oft steht dann weniger Zeit für die Diskussion zur Verfügung, Pausen müssen verkürzt werden etc.).
  • tun Sie sich selbst nichts Gutes. Sie schaden letztendlich Ihrem eigenen Image. 

 

Die Redezeit eines Referats bzw. Vortrags planen

Es gibt ein paar einfache Wege, wie Sie das Timing Ihres Referats bzw. Vortrags in den Griff bekommen: 

  • Formulieren Sie Ihren Vortrag schriftlich aus – und zwar unabhängig davon, ob Sie dann frei sprechen oder den Text ablesen. Meine persönliche Faustregel: 18.000 Zeichen inkl. Leerzeichen Manuskript entsprechen einer Redezeit von 30 Minuten. 
  • Proben Sie den Vortrag. Schauen Sie, dass Sie 1–2 Tage vor dem Vortrag mit der Vorbereitung fertig sind und halten Sie ihn einmal testweise. Sprechen Sie dabei laut und stoppen Sie die Redezeit. Wenn Sie feststellen, dass Sie die Redezeit überschreiten, kürzen Sie. Viele Dinge, von denen Sie selbst meinen, dass sie unglaublich wichtig sind, spielen für die Zuhörerschaft letztendlich gar keine so große Rolle. Setzen Sie also den Rotstift an und streichen Sie einzelne Passagen. Dann halten Sie den Vortrag nochmals und stoppen ihn natürlich auch wieder. Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis alles passt. Tipp: Falls es eine fest vorgegebene Redezeit gibt, punkten Sie bei Ihren Zuhörern, wenn Sie knapp darunter bleiben. Wenn Sie also 30 Minuten sprechen dürfen, sprechen Sie 25–28 Minuten. Sie werden sehen, das (in Sachen Redezeit meist nicht sehr verwöhnte) Publikum wird darauf positiv reagieren.
  • Überprüfen Sie Ihr Sprechtempo. Nehmen Sie Ihren Probevortrag auf und hören Sie sich selbst zu. Passt das Sprechtempo? Versetzen Sie sich in das Publikum: Werden Ihnen Zuhörer, die mit dem Thema wenig oder gar nicht vertraut sind, gut folgen können? Wenn nein, reduzieren Sie das Tempo und stimmen Sie die Länge Ihres Manuskripts darauf ab.   

Zeitplanung hat auch mit Wertschätzung zu tun

Machen Sie sich die Mühe und bereiten Sie sich sorgfältig vor. Es lohnt sich! Die Menschen, die zu Ihrem Vortrag kommen, schenken Ihnen ihre Zeit, und damit sollten Sie sorgfältig und wertschätzend umgehen. 


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Pixabay, Nemo

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So

10

Mär

2013

Anfrage an die Schreibwerkstatt Wien: "Was kostet ein Lektorat?"

lektorat, wien, korrektur lesen, korrigieren

Ich erhalte in der letzten Zeit via E-Mail allerhand Anfragen für Lektorat (Diplomarbeit, Website, Flyer etc.). In der Regel wollen die Interessentinnen und Interessenten erst einmal wissen, was sie ausgeben müssen, wenn wir ihren Text Korrektur lesen. Die Standardfrage lautet: "Was kostet ein Lektorat?"

Ab-Preise
 stehen als Richtwert auf meiner Website. Anhand dieser Angaben kann jeder abschätzen, ob für ihn ein Lektorat durch die Schreibwerkstatt überhaupt in Frage kommt. Für eine exakte Preisauskunft brauche ich aber den Text. Ich muss den Umfang des Textes kennen (Zeichen inkl. Leerzeichen) und mir anschauen, wie hoch der Korrekturaufwand ist. Erst dann kann ich einen genauen Preis nennen. Ein anderes Vorgehen wäre unseriös.

Das ist nicht anders als in einer Autowerkstätte. Auch hier muss sich der Mechaniker erst einmal das Auto anschauen, um sagen zu können, was die Reparatur kostet. Und der Maler und Anstreicher? Er muss ebenfalls zuerst einmal Ihre Wohnung anschauen. Erst nach der Wohnungsbesichtigung kann er einen genauen Kostenvoranschlag erstellen. Und der Installateur oder der Zahnarzt? Es ist immer und überall gleich: keine seriöse Preisauskunft bei Dienstleistern ohne Kenntnis des Leistungsumfangs.

Falls Sie eine Anfrage wegen eines Lektorats stellen, schicken Sie am besten nicht nur den Text, sondern sagen Sie mir auch, bis wann der Auftrag erledigt sein sollte (erfahrungsgemäß ist es ja fast immer eilig). So kann ich Ihnen rasch alle Informationen senden, die Sie brauchen.    

Weitere Hinweise zum Thema "Lektorat" finden Sie hier

Abbildungsnachweis:
Pixabay

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So

03

Mär

2013

Wählen Sie für Ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit kein zu großes Thema

Wenn Sie sich ein Thema für Ihre Abschlussarbeit (Uni, FH) suchen, nehmen Sie ein Thema, zu dem Sie tatsächlich die Fragen der Forschung diskutieren können. Tiefgang ist gefragt!

diplomarbeit, masterarbeit, bachelorarbeit, zu groß, was tun

Diese Woche hat sich eine Studentin mit der Bitte um Hilfe an mich gewandt. Eigentlich sollte sie in diesen Tagen ihre Diplomarbeit dringend abgeben, aber es hat sich bei der Erstbegutachtung herausgestellt, dass sie wichtige Literatur nicht gelesen hatte. Da ihr unklar war, was da noch genau fehlt und ich mich mit dem Thema als Wissenschaftlerin gut auskenne, hat sie mich um Unterstützung gebeten. 

Wenn das Thema einfach viel zu groß ist ...

Nachdem ich die Arbeit durchgesehen hatte, war mir klar: Da kann ich leider nicht helfen. Zumindest nicht innerhalb der kurzen Zeit, die zur Verfügung steht. Man müsste völlig neu ansetzen. Das Thema kann man in einer 400-seitigen Dissertation bearbeiten, aber sicher nicht in einer 80-seitigen Diplomarbeit. So ein riesiges Thema ist in einer Diplomarbeit nicht zu bewältigen. Die Größe des Themas war auch der Grund, dass die Diplomandin nicht genau bibliografiert hat. Sie war mit dem Thema völlig überfordert – kein Wunder!

Wie passiert so etwas?

Da sind verschiedene Dinge aus dem Ruder gelaufen. Und es macht mich jedes Mal ziemlich betroffen, wenn ich so etwas erlebe. Wie aber kann es überhaupt zu so einer Situation kommen?  

  1. Wenn ein Lehrender ein zu großes Thema vergibt, sich der Student ahnungslos darauf einlässt und auch im Lauf der Bearbeitung nicht erkennt, dass er das Thema dringend eindampfen müsste.
  2. Wenn sich ein Student ein zu großes Thema sucht, das der Betreuer so akzeptiert.
  3. Wenn ein Student ein Thema nur ganz vage mit dem Betreuer ausmacht und es bis zur Abgabe keine Rückkoppelung zwischen beiden gibt.

In dem geschilderten Fall war, wie sich rasch herausgestellt hat, in erster Linie Punkt 1 für das Dilemma verantwortlich. Was können Sie als Student nun tun, damit Sie nicht in so eine Situation geraten?

Der Knackpunkt: Das fehlende Exposé

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie ein Exposé (Konzept) schreiben und es mit Ihrem Betreuer besprechen. Viele Betreuer verlangen kein Exposé. Mein Tipp: Egal, ob ihr Betreuer ein Exposé will oder nicht, schreiben Sie eines!

Was umfasst ein Exposé? Zu einem Exposé gehören ein Fließtext, in dem der Zuschnitt der Arbeit erklärt wird, eine vorläufige Gliederung, eine Auswahlbibliografie und ein Zeitplan. Wichtig: Papier ist geduldig. Eine Gliederung sagt erst dann etwas aus, wenn neben den einzelnen Kapiteln die geschätze Seitenzahl steht. Es ist ein Unterschied, ob ein Kapitel 1, 2, 5 oder 10 Seiten hat. Und natürlich macht es keinen Sinn zentrale Themen auf einer Seite abzuhandeln. In einer wissenschaftlichen Arbeit ist Tiefgang gefragt. Eine oberflächliche Zusammenschau ist rasch zusammengeschrieben, als Diplomand sollen Sie aber die Fragen der Forschung vor dem Hintergrund der Literatur diskutieren.

5 Tipps: Seitenzahlen schätzen und Tiefgang anpeilen

  1. Schreiben Sie ein Exposé und schätzen Sie für die Gliederung die Seitenzahlen pro Kapitel. Eine Gliederung ohne Seitenzahlen sagt wenig aus.
  2. Bemühen Sie sich um eine realistische Schätzung der Seitenzahlen. Schwindeln Sie sich nicht an. 
  3. Haben Sie im Hinterkopf, dass Sie in den Wunden der Forschung bohren sollen. Dazu brauchen Sie immer auch ein bestimmtes Seitenvolumen pro Kapitel.
  4. Wenn Sie beim Schreiben des Exposés merken, dass Ihr Thema zu groß ist, sprechen Sie mit Ihrem Betreuer und schränken Sie es ein.
  5. Haben Sie Mut, ein kleines Thema zu wählen. Je enger Sie das Thema fassen, umso eher können Sie wirklich forschen – aber genau darum geht es!

 

Vermutlich fragen Sie sich jetzt, welchen Rat ich der Studentin gegeben habe, die sich letzte Woche an mich gewandt hat. Ganz einfach: Rasch noch die eine oder andere Literatur zusammentragen und einarbeiten. Oberflächliche Kosmetik machen und hoffen, dass die Arbeit trotzdem durchgeht. Mehr kann man in dieser Situation leider nicht machen.

Und vielleicht fragen Sie sich, ob das ganze Dilemma nicht der Betreuer ausgelöst hat. Ja, hat er! Dennoch ist die Diplomandin ein Stück mitverantwortlich. Eigeninitative ist nicht nur im Leben generell, sondern auch im Studium gefragt. 

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So

10

Feb

2013

"Welche Literatur zitiere ich, wenn ich Vergleiche mache oder Themen anspreche, die nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen?"

zitieren, muss ich

Sie zitieren am besten die neueste Spezialliteratur zu dem Vergleichsbeispiel bzw. dem Randthema. Sie müssen natürlich nicht die gesamte Spezialliteratur anführen, sondern nur den einen oder anderen ausgewählten Titel.

Auf keinen Fall sollten Sie Literatur zitieren, die Sie einfach einmal so schnell irgendwo im Web oder in der Bibliothek zufällig entdeckt haben. Auch auf veraltete Literatur sollten Sie nicht hinweisen. Mit Zufallsfunden oder alten Hüten ist Ihren Leserinnen und Lesern nicht geholfen. Das bedeutet: Selbst wenn es zeitaufwändig ist, müssen Sie auch zu Themengebieten bibliografieren, die nicht im Mittelpunkt Ihrer Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeit stehen. 

 

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Sa

09

Feb

2013

Annette Schavan ist zurückgetreten. Warum bleiben diejenigen ungestraft, die diese Arbeiten durchgehen haben lassen?

plagiat, plagiaotsprüfung, schavan

 

Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan ist heute zurückgetreten. Sie zieht damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am Dienstag. 

Wiederholt wird in den Medien, aber auch auf Facebook & Co., die Frage gestellt, warum denn die Gutachter im Falle eines Plagiats ihres Schützlings ungestraft bleiben. Die Antwort ist relativ einfach: Eine Betreuerin oder ein Betreuer einer Uni-Arbeit hat oft gar keine Chance, ein Plagiat zu erkennen.

Ohne technische Hilfsmittel (Online-Plagiatsprüfung), die es ja bis vor Kurzem nicht gab, kann man ein Plagiat im Wesentlichen nur dann erkennen, wenn

  • eine Arbeit Stilbrüche beinhaltet. Das bedeutet: Die Ausdrucksweise variiert. Ist der sprachliche Duktus einmal geschmeidig, dann wieder holprig, muss man als Betreuerin bzw. Betreuer hellhörig werden und an ein Plagiat denken. Ein Blick in die Literatur (wenn man sie kennt bzw. wenn sie doch in irgendeiner Form in der Arbeit angeführt ist), gibt dann Gewissheit.
  • das Niveau der Arbeit nicht dem Wissensstand der Studentin bzw. des Studenten entspricht (was natürlich voraussetzt, dass man den Studierenden gut kennt bzw. einschätzen kann, was sie bzw. er weiß und was nicht).
  • einzelne Wörter unterschiedlich geschrieben sind, wenn also die Orthografie nicht einheitlich ist.  
  • man als Betreurin bzw. Betreuer die Literatur, die die Studentin bzw. der Student verwendet hat, im Detail kennt. Und diese Voraussetzung ist nur dann gegeben, wenn das Thema der Arbeit im eigenen Forschungsgebiet angesiedelt ist.

 

Wenn Sie selbst einmal ausprobieren möchten, ob Sie ein Plagiat erkennen, empfehle ich Ihnen den Online-Kurs Fremde Federn Finden.

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Sa

09

Feb

2013

Wie Sie Ihr Zettelchaos in den Griff bekommen und Schreibblockaden vermeiden

aufräumen, schreibtisch, büro

Es gibt viele Gründe, weshalb man mit einem Schreibprojekt möglicherweise nicht vorankommt. Was viele Menschen nicht wahrhaben wollen: Auch ein unaufgeräumter Schreibtisch kann sich bremsend auf die Arbeit auswirken oder sogar Schreibblockaden auslösen.


Wenn Sie keinen Überblick mehr über Ihre Unterlagen haben oder ewig lang kramen müssen, um die Zettel zu finden, die Sie gerade brauchen, ist es höchste Zeit, aufzuräumen. 

6 Tipps, wie Sie Ordnung schaffen

  • Räumen Sie Ihren Schreibtisch zunächst einmal komplett frei. Entweder legen Sie Ihre Unterlagen auf einen anderen Tisch, in ein Regal oder auf den auf Boden (so mache ich das immer). Wenn das nicht geht, räumen Sie zumindest eine Seite des Schreibtisches völlig frei. Wenn Sie aufräumen wollen, brauchen Sie nämlich zunächst einmal Platz.
  • Schauen Sie, ob Sie genug Ordner und Trennblätter haben. Wenn nicht, gehen Sie zuerst einmal shoppen! Es hat wenig Sinn, mit dem Aufräumen zu beginnen, wenn Sie gar nicht wissen, wohin Sie Ihre Sachen räumen sollen. Wenn es Ihnen lieber ist und Sie die passenden Schränke haben, können Sie anstelle von Ordnern natürlich auch Hängeregistraturen nehmen. Ich habe früher damit gearbeitet, finde inzwischen Ordner aber viel praktischer.
  • Überlegen Sie sich ein System und beschriften Sie die Ordner und die Trennblätter oder die Hängeregistraturen. Für die Bezeichnung der Ordner überlege ich mir Hauptthemen (z.B. "Schreiben im Studium" oder "Website texten"), die ich dann in Unterthemen aufteile (z.B. "Exposé", "Literaurrecherche", "Gliederung" oder "Website-Struktur", "Startseite", "Über mich" etc.). Die Unterthemen schreibe ich dann auf die Trennblätter. Wenn Sie mit Hängeregistraturen arbeiten, dann sollten Sie Ihre Themen gleich in kleinere Häppchen zerlegen, weil ja in die einzelnen Mappen nicht so viele Zettel passen.   
  • Dann geht es los: Nehmen Sie jeden einzelnen Zettel in die Hand und überlegen Sie, ob Sie ihn aufheben oder wegwerfen wollen. Was Sie aufheben möchten, kommt in einen Ordner, und zwar sofort in die richtige Rubrik bzw. in die richtige Hängeregistratur. Wichtig ist, dass Sie keine "Reststapel" mit Unterlagen produzieren, von denen Sie am Ende nicht wissen, was Sie mit ihnen machen wollen bzw. wohin Sie sie geben sollen. Aufräumen bedeutet, Entscheidungen zu treffen! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Aufräumen vor allem dann klappt, wenn man entscheidungsfreudig ist. Das Ziel ist, dass am Ende alles auf seinem Platz ist. 
  • Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre. Machen Sie sich einen Tee oder Kaffee, und wenn Sie schwungvoller mit Musik aufräumen und es im Büro möglich ist, dann drehen Sie eben das Radio auf oder legen sich eine CD in den CD-Player. Alles, was Ihre Arbeitslust fördert, ist erlaubt.
  • Schalten Sie Störfaktoren aus. Ein großer Störfaktor ist der PC. Wenn Sie zwischendurch dauernd die E-Mails checken oder schauen, was sich auf Facebook tut, kommen Sie einfach nicht voran. Also: PC aus!

Was tun, wenn Sie weder Zeit noch Lust auf eine große Aufräumaktion haben?

Dann gehen Sie in kleinen Schritten vor. Nehmen Sie sich jeden Tag 10, 15 oder 30 Minuten (legen Sie die Minutenzahl vorab fest) und räumen Sie in dieser Zeit konsequent auf. Wichtig ist in diesem Fall die Regelmäßigkeit. Wenn sich bei Ihnen Zettelberge stapeln und Sie sich diese Berge nur alle paar Tage einmal für wenige Minuten vorknöpfen, bringt das wenig.

Warum es sich lohnt, aufzuräumen

  • Aufräumen befreit.
  • Aufräumen kann Schreibblockaden lösen. Aufräumen hilft, Schreibblockaden zu vermeiden. 
  • Sie finden Ihre Sachen leichter.
  • Sie arbeiten produktiver.
  • Sie haben wieder mehr Lust auf Ihre Arbeit. 
  • Wenn Sie erst einmal Ordnung haben, können Sie leichter Ordnung halten.

Und welche Erfahrungen haben Sie mit dem Aufräumen gemacht? Was funktioniert bei Ihnen gut?

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Mi

06

Feb

2013

"Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- oder Masterarbeit sein?"

bibliografie, masterarbeit, bachelorarbeit, wie

Viele Studierende sind verunsichert, wenn sie eine Arbeit an der Universität bzw. FH schreiben sollen. Sie wünschen sich Faustregeln – Regeln, an denen sie sich festhalten können.

 

Der Wunsch nach einer Faustregel betrifft auch das Literaturverzeichnis. Immer wieder einmal werde ich gefragt: Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- bzw. Masterarbeit sein? Die Antwort darauf ist einfach: So lang wie nötig! Da Sie wahrscheinlich jetzt finden, dass diese Antwort ziemlich unbefriedigend ist, möchte ich Ihnen im Folgenden erklären, woran Sie ein unvollständiges Literaturverzeichnis erkennen bzw. wie Sie zu einem Literaturverzeichnis mit der "richtigen" Länge kommen.

Welche Literatur Sie lesen sollten

Sie sollten alle Literatur lesen, die für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit relevant ist. Relevant sind zumindest einmal die Meilensteine der Literatur. Damit meine ich alle Publikationen, in denen zentrale Forschungsergebnisse zu Ihrem Thema vorgestellt wurden. Daneben gibt es weitere Literatur, die Sie ebenfalls berücksichtigen müssen, weil sie zu Detailfragen wichtige Erkenntnisse beinhaltet. 

 

Damit Sie die Literatur, die für Ihr Thema relevant ist, lesen können, müssen Sie sie natürlich erst einmal finden, und das funktioniert nur dann, wenn Sie die verschiedenen Rechercheinstrumente kennen. Machen Sie sich also am besten gleich zu Studienbeginn mit den zahlreichen OPACs und Datenbanken vertraut (Google ist für die Recherche wissenschaftlicher Literatur nicht das Mittel der ersten Wahl).

Sie sollten nicht nur die OPACs und Datenbanken als solche kennen, sondern auch wissen, was Sie dort überhaupt finden. Ich erlebe es oft, dass Studierende einen OPAC wahllos mit Schlagwörtern füttern, aber nicht wissen, welche Literatur dort überhaupt erfasst ist. Es gibt zum Beispiel allerhand OPACs, in denen zwar Zeitschriftentitel, aber nicht die Titel der einzelnen Aufsätze drinnen sind.

Haben Sie ein Thema zur Bearbeitung übernommen, versuchen Sie, sich zunächst einmal einen Überblick über die Literatur verschaffen. Je mehr Literatur es gibt, desto schwieriger ist das. Und wenn Sie noch wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten haben, wird Ihnen die Recherche sicherlich nicht leicht von der Hand gehen. Das ist ganz normal und vor allem zu Beginn des Studiums kein Anlass zur Sorge! Ich war am Anfang auch ziemlich "wackelig" in diesem Bereich. 

Welche Literatur Sie in das Literaturverzeichnis aufnehmen müssen

In Ihr Literaturverzeichnis nehmen Sie die Literatur auf, die Sie in den Fußnoten bzw. in den Klammern erwähnt haben. Literatur, die Sie zitieren, müssen Sie in das Literaturverzeichnis packen! 

 

Ob Sie noch weitere Publikationen in das Literaturverzeichnis aufnehmen, liegt an Ihnen bzw. könnte auch in den Zitierregeln, nach denen Sie arbeiten, festgelegt sein. Ich persönlich halte nichts davon, ein Literaturverzeichnis mit Titelangaben vollzustopfen, die man für den Anmerkungsapparat gar nicht verwendet hat. Es geht nämlich nicht darum zu zeigen, dass man fleißig war und jede Menge Literatur recherchiert hat, sondern es geht darum, die Leserinnen und Leser bei der Hand zu nehmen und wissend durch das Dickicht der Literatur zu lotsen.    

Der Unterschied zwischen einem "Literaturverzeichnis" und einer "Bibliografie"

Die Begriffe "Literaturverzeichnis" und "Bibliografie" werden häufig synonym verwendet. Beide enthalten Literaturangaben, beide meinen ein Schriftenverzeichnis. Manche Forschungsinstitutionen oder Redaktionsteams unterscheiden jedoch zwischen den Begriffen. In den Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der "Deutschen Gesellschaft für Psychologie" (3. Auflage, Göttingen 2007, S. 84) heißt es etwa:

"Das Literaturverzeichnis des Artikels enthält die notwendigen Informationen für den Leser, um die im Artikel angeführten Quellen identifizieren und in Bibliotheken auffinden zu können. In das Literaturverzeichnis dürfen nur jene Arbeiten aufgenommen werden, auf die im Artikel Bezug genommen wird. Im Unterschied zu einem Literaturverzeichnis enthält eine Bibliographie Hintergrundliteratur oder weiterführende Literatur; Beiträge in Fachzeitschriften enthalten Literaturverzeichnisse, keine Bibliographien."    

Woran erkennt man, dass ein Literaturverzeichnis unvollständig ist?

Man muss gar nicht Expertin bzw. Experte eines Fachs sein, um die Qualität eines Literaturverzeichnisses beurteilen zu können. Ein unvollständiges Literaturverzeichnis erkennen Sie u.a. an folgenden Punkten:

Das Literaturverzeichnis ist extrem kurz.

Wenn zum Beispiel das Literaturverzeichnis einer 80-seitigen Masterarbeit nur 10 Publikationen beinhaltet, ist da sicherlich der Wurm drinnen. In so einem Fall weiß ich, dass die Autorin bzw. der Autor nicht sorgfältig recherchiert hat. 

Das Literaturverzeichnis beinhaltet nur selbständige Publikationen.

Viele Forschungsergebnisse werden in Artikelform veröffentlicht. Wenn in einem Literaturverzeichnis einer Bachelor- oder Masterarbeit überhaupt keine Aufsätze angeführt sind, ist mir sofort klar: Die Autorin bzw. der Autor hat nicht gründlich genug nach Literatur recherchiert bzw. ist ihr oder ihm die Bedeutung von unselbständigen Publikationen im Wissenschaftsbetrieb (noch) nicht klar. 

Die Arbeit behandelt ein Thema, zu dem es zwangsläufig fremdsprachige Veröffentlichungen geben muss, das Inhaltsverzeichnis umfasst aber nur deutschsprachige Literatur.

Wenn jemand eine Arbeit über das nahe Paris gelegenen Schloss Versailles geschrieben hat und im Literaturverzeichnis finden sich nur deutschsprachige Titel, stimmt etwas nicht, denn natürlich wird auch in Frankreich zu Versailles geforscht. In diesem Fall vermute ich sofort: Die Autorin bzw. der Autor kann kein Französisch und hat deshalb die französische Literatur links liegen gelassen.

Die Folgen eines unvollständigen Literaturverzeichnisses

Wenn Sie wichtige Literatur in Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit unberücksichtigt gelassen haben, entspricht die Arbeit nicht wissenschaftlichen Standards. Stress, Zeitmangel, fehlendes Wissen um die diversen OPACs, mangelnde Sprachkenntnisse etc. können für Sie persönlich eine Erklärung sein, weshalb Ihr Literaturverzeichnis nicht o.k. ist, die Öffentlichkeit, insbesondere andere Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler, werden dafür aber kein Verständnis haben.

 

Damit Sie besser nachvollziehen können, was ich meine, hier ein Beispiel:
Stellen Sie sich vor, Ihre Masterarbeit ist so gut, dass Sie von einer renommierten Fachzeitschrift eingeladen werden, die Ergebnisse dort zu publizieren. Ihr Artikel ist erschienen und eine andere Forscherin bzw. ein anderer Forscher veröffentlich etwas zu demselben Thema, berücksichtigt aber Ihren Artikel nicht. Wie würde es Ihnen damit gehen?

3 Tipps zum Schluss

  • Fangen Sie möglichst früh mit der Literaturrecherche an. Eine wissenschaftliche Arbeit kann man nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion schreiben.
  • Egal, ob Sie sich im 1., 2. oder 10. Semester befinden, wenn Sie nicht sattelfest in der Literaturrecherche sind, besuchen Sie einen der zahlreichen Kurse, die die große Bibliotheken anbieten. Sie sollten einfach genau wissen, was Sie wo finden.  
  • Seien Sie nicht zu schnell frustriert. Einen Überblick über die Literatur zu gewinnen, braucht Zeit, und je mehr Erfahrung man im wissenschaftlichen Arbeiten hat, desto rascher überblickt man den Forschungsstand zu einem Thema und weiß, ob man alles Wichtige zusammengetragen hat. Recherche ist Übungssache!

 

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Außerdem finden Sie auf der Seite "Downloads" der Schreibwerkstatt ein PDF mit einer Einführung in die Literaturrecherche.


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Mi

30

Jan

2013

Den Kopf ausleeren

gedanken, zu viel, pause

Manchmal ist im Büroalltag extrem viel los. Die Arbeit türmt sich am Schreibtisch, die Zahl der unbeantworteten E-Mails wächst und auch die To-do-Liste wird immer länger.

Man weiß vor lauter Arbeit nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Man hat das Gefühl, dass der Kopf prallvoll ist, dass er förmlich zu platzen droht und man ihn dringend ausleeren müsste. 

Was in dieser Situation nicht hilft:

  • Einfach weiterzuarbeiten.
  • Sich ins Web flüchten, sich z.B. mit Facebook abzulenken.
  • Jammern, z.B. bei einem Kaffee mit Arbeitskollegen.        

Was hilft: 3 Tipps, wie Sie Ihren Kopf ausleeren und für Entlastung sorgen

Tipp 1: Machen Sie eine Pause, schalten Sie auf Leerlauf.

Unterbrechen Sie die Negativspirale bzw. den Strudel, in den man oft in so einer Situation gerät. Verlassen Sie den Schreibtisch oder, wenn möglich, sogar das Büro. Gehen Sie an die frische Luft, drehen Sie eine Runde um den Häuserblock. 

Tipp 2: Ordnen Sie Ihre Gedanken, ordnen Sie vor allem Ihre To-do-Liste.

Wenn der Arbeitsberg wächst und wächst, hat man oft keinen Überblick mehr, was alles ansteht. Man hat das Gefühl, von der Arbeit erdrückt zu werden. Man schwimmt im Strom mit, steuert aber nicht.

In so einer Situation ist es hilfreich, wenn Sie alle anstehenden Arbeiten zunächst einmal aufschreiben (wirklich alle!). Danach ordnen Sie die Arbeiten. Das bedeutet, dass Sie überlegen, in welcher Reihenfolge Sie die Arbeiten am sinnvollsten erledigen. Besonders gut geht das Ordnen übrigens, wenn Sie die einzelnen Arbeiten auf Karteikärtchen schreiben. Sie können die Kärtchen nämlich am Schreibtisch auflegen und anschließend verschieben. Und wenn eine Arbeit erledigt ist: Ab mit der Karteikarte in den Papierkorb! Ein schönes Gefühl! 

Tipp 3: Schaffen Sie sich Freiraum.

Manchmal geht es nicht mehr anders. Man muss eine wichtige Deadline verschieben, weil man es einfach nicht schafft, ein Projekt rechtzeitig abzuschließen. Und die Verschiebung der Deadline kann dann durchaus befreiend wirken, weil der Druck erst einmal weg ist und Freiraum entsteht.

Erfahrungsgemäß kommen viele Menschen erst sehr spät zu der Einsicht, dass sie eine bestimmte Arbeit nicht in der vorgesehenen Zeit schaffen. Das Bauchgefühl sagt ihnen aber meist schon sehr viel früher, dass sich das alles nicht ausgeht (siehe dazu den heute erschienenen Blog-Artikel von Silke Loers Der Bauch spinnt doch?). Nur der Kopf will das nicht wahrhaben.

Vertrauen Sie in so einer Situation Ihrem Bauchgefühl. Wenn Sie etwas zeitlich wirklich nicht schaffen, informieren sie möglichst bald die Menschen, die das betrifft (Mitarbeiter, Kunden etc.). Verschieben Sie Projekte bzw. Deadlines nicht in letzter Sekunde. Ihr Umfeld wird es Ihnen danken, und der Druck auf Sie wird kleiner oder verschwindet sogar. 

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Do

24

Jan

2013

15 Wege, wie Sie in die Plagiatsfalle tappen

plagiat, angst vor plagiat

Gerade in diesen Tagen ist das Thema "Plagiat" wieder einmal in den Medien. Die Dissertation der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan steht unter Plagiatsverdacht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir fällt es schwer, mir hier eine Meinung zu bilden. Ich müsste nämlich sowohl die Arbeit als auch die nicht oder nicht korrekt zitierte Literatur kennen, um die Sache wirklich beurteilen zu können. Sollte Annette Schavan tatsächlich plagiiert haben, wäre es außerdem interessant zu erfahren, wie es dazu gekommen ist: War es böse Absicht? Oder wusste sie einfach nicht, wie man korrekt mit fremden Ergebnissen umgeht? Vermutlich werden wir auf diese Fragen, nie eine sichere Antwort bekommen.

Aus meiner mittlerweile 15-jährigen Lehrerfahrung weiß ich aber, dass Studierende in den seltensten Fällen mutwillig plagiieren. Das ist freilich keine Entschuldigung! Plagiat bleibt Plagiat. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie auch ohne Betrugsabsicht leicht in die Plagiatsfalle tappen können.

15 Wege zum Plagiat – ohne böse Absicht!

  1. Obwohl Sie nicht genau wissen, wie man systematisch Literatur recherchiert, haben Sie noch nie eine entsprechende Einführung einer Bibliothek besucht. Sie klicken sich lieber einfach so durch Google und die diversen OPACs und hoffen, dass Sie schon das Richtige finden.
  2. Sie kopieren die wichtigsten Passagen aus der Literatur in eine Datei, glätten den Text anschließend sprachlich ein wenig und streuen noch ein paar Fußnoten ein.
  3. Sie notieren sich keine Seitenzahlen, wenn Sie sich Notizen aus der Literatur machen.
  4. Sie notieren sich beim Experzpieren der Literatur nicht, ob Sie etwas wörtlich abschreiben oder nur sinngemäß übernehmen.
  5. Sie finden, dass die anderen das eh alles viel besser sagen als Sie selbst. Daher übernehmen Sie viele Textpassagen aus der Literatur und modeln die Textbausteine dann nur ein bisschen um. Schließlich soll es ja schon so aussehen, als ob das Ihr Text wäre. Auf Fußnoten verzichten Sie daher auch lieber. 
  6. Sie schreiben zuerst den Text und danach fügen Sie die Belege ein. Immer ein Schritt nach dem anderen!            
  7. Sie haben keine Zeit für umfassende Literaturrecherchen. 
  8. Sie haben Angst, im Rahmen Ihrer Uni-Arbeit (Seminararbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit etc.) Forschungsfragen zu diskutieren. Was sollen Sie als Studentin bzw. Student denn schließlich auch zur Forschung beitragen? 
  9. Sie haben allerhand Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten bzw. Schreiben, aber trauen sich nicht, die Fragen in der Lehrveranstaltung zu stellen, weil Sie meinen, das würde ein schlechtes Licht auf Sie werfen.  
  10. Sie kennen die Zitierregeln nicht oder nur unzureichend.
  11. Sie wissen nicht, was ein direktes oder indirektes Zitat ist.
  12. Sie wissen nicht, wozu Fußnoten eigentlich gut sind.
  13. Sie wissen nicht, wann man Fußnoten setzt. 
  14. Sie wissen nicht, wo man Fußnoten setzt.
  15. Sie schreiben einfach einmal drauf los. Wenn Sie fertig sind, wollen Sie eh eine Online-Plagiatsprüfung machen. Die zeigt dann ja, ob noch irgendwo Fußnoten fehlen.

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Fr

04

Jan

2013

Wie schreibt man eine Rezension?

rezension, schreiben, buch, artikel


Noch nie wurden so viele Rezensionen geschrieben wie heute. Sind Rezensionen noch vor einigen Jahren ausschließlich in gedruckter Form erschienen, bietet das Web mittlerweile eine große Bandbreite an Publikationsmöglichkeiten. Und diese Bandbreite wird auch genutzt: Trainer, Coaches, Wissenschaftler, Hobbyautoren, aber auch Leser ohne speziellen fachlichen Hintergrund betätigen sich als Rezensenten.

Rezensiert wird in Online-Zeitschriften, in Blogs, in Shopping-Portalen (z.B. Amazon) etc. Manch ein Rezensent will dabei wirklich nur seine Meinung kundtun, in den meisten Fällen geht es jedoch um mehr: um Bekanntheit, den Aufbau eines Expertenstatus, die eigene Publikationsliste etc.

Falls Sie auch Rezensionen verfassen, könnten diese Tipps für Sie interessant sein:

  • Überlegen Sie zuerst, für wen Sie eigentlich schreiben. Schreiben Sie für ein breites Publikum? Schreiben Sie für ein Fachpublikum? An der Zielgruppe orientieren sich der Aufbau, die Wortwahl sowie der Inhalt Ihrer Rezension. 
  • Sorgen Sie für einen spannenden Einstieg (persönliche Betroffenheit, Tagesaktualität etc.).
  • Versuchen Sie die Publikation, die Sie besprechen, aus der Vogelperspektive zu betrachten. Natürlich können Sie auch Details herausgreifen, verlieren Sie sich aber nicht in zu vielen Einzelheiten. Den Blick aus der Vogelperspektive entwickeln Sie am leichtesten, wenn Sie nicht einfach losschreiben, sondern zunächst einmal ein Konzept für Ihren Text machen. Sie können zum Beispiel eine Plus-Minus-Liste erstellen, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. 
  • Eine Rezension ist niemals nur eine Zusammenfassung. Eine Rezension wägt die positiven und negativen Aspekte einer Publikation sorgfältig ab. Wenn Sie Wissenschaftler, Trainer oder Coach etc. sind, darf der Leser von Ihnen als Experte sogar einen kritischen Zugang erwarten.
  • Eine Rezension sollte ein ein subjektiver Text sein. Es geht um Ihren persönlichen Standpunkt. Wenn Sie sich nicht trauen: Nur Mut!
  • Manche Rezensionen sind reine Inhaltsangaben, manche Rezensionen sind aber auch das Gegenteil, ein richtiger Verriss. Wenn Sie ein Buch gar nicht gut finden, darf bzw. soll das in der Rezension klar werden, denken Sie aber daran, zumindest kurz auch die Leistung des Autors zu würdigen. Es ist niemals alles nur negativ.  
  • Und zum Schluss: Rezensieren Sie nur Bücher, die Sie komplett gelesen haben. Besprechen Sie kein Buch, wenn Sie es lediglich durchgeblättert oder oberflächlich quergelesen haben, es sei  denn, es handelt sich um ein mehrbändiges Nachschlagewerk o.ä. Der Autor hat sich Mühe mit seiner Publikation gemacht, und wenn Sie nun Ihre Meinung dazu äußern, sollten Sie dem auch Rechnung tragen und die Publikation zunächst einmal genau lesen.

 

Das könnte Sie auch noch interessieren:
Tagung (31.1.–1.2.2013, München): Rezensieren – Kommentieren – Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der Zukunft? 
Besonders lesenswert: der Blog zur Tagung.

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So

28

Okt

2012

Fragen und Antworten zum Thema "Fußnoten"

studium fragen zitat

Das Setzen von Fußnoten bzw. das richtige Belegen fällt vielen Studierenden schwer. Im Folgenden habe ich fünf Fragen aufgerollt, die mir besonders oft gestellt werden.

 

Vorab noch ein kurzer Hinweis: In der Wissenschaft sind zwei verschiedene Belegsysteme gebräuchlich: Fußnoten am Ende der Seite bzw. am Ende des Textes und Klammern im Fließtext (manchmal werden auch beide Systeme gleichzeitig in einem Text angewandt). Im Folgenden steht das Fußnotensystem im Vordergrund. Die meisten Aussagen lassen sich aber auch auf das Klammersystem übertragen.

1. Wann muss ich eine Fußnote setzen?

Sie müssen eine Fußnote setzen, wenn Sie einen Inhalt aus der Literatur im Fließtext wörtlich oder sinngemäß übernehmen. Auch, wenn Sie den Namen einer Autorin oder eines Autors nennen, müssen Sie eine Fußnote setzen (Beispiel: Jüngst hat Fritz Müller dargelegt, dass ... + Fußnote!). Sie sollen nämlich deutlich machen, woher Ihr Wissen stammt. Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, steht immer auf den Schultern anderer, und dem muss man Rechnung tragen.

Es gelten das Prinzip der Nachvollziehbarkeit und das Prinzip der Nachprüfbarkeit: Die Leserin bzw. der Leser Ihrer Arbeit muss nachvollziehen können, welche Literatur Sie benutzt haben. Zudem muss sie bzw. er alle Informationen nachprüfen können, die nicht von Ihnen stammen.


Vielleicht hilft Ihnen bei der Klärung der Frage, wann man eine Fußnote setzen muss, auch folgende Überlegung: Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben etwas Neues entdeckt und dazu einen Aufsatz publiziert. Wie sollten Ihrer Meinung nach andere Autorinnen bzw. Autoren mit Ihren Ergebnissen umgehen?

Hätten Sie es gerne, dass jemand exakt Ihre Worte aus dem Aufsatz übernimmt und Sie nicht zitiert? Hätten Sie es gerne, dass jemand den Inhalt Ihres Aufsatzes sinngemäß referiert und nicht darlegt, dass Sie das alles herausgefunden haben? Hätten Sie gerne, dass jemand Ihren Namen im Zusammenhang mit den neuen Ergebnissen nennt, aber nicht darlegt, wo man all das neue Wissen nachlesen kann? 

2. Muss ich in der Fußnote neben der Literaturangabe auch eine Seitenzahl anführen?

seitenzahl fußnote belegen

Das kommt darauf an. Wenn Sie sich im Fließtext auf eine Publikation als Ganzes beziehen, ist keine Seitenangabe notwendig (dann reicht also etwa Müller 2012). Beziehen Sie sich hingegen nur auf einen Teil einer Publikation, müssen Sie die relevante(n) Seite(n) anführen (z.B. Müller 2012, 23). 

 

Einschränkend möchte ich allerdings darauf hinweisen, dass es fallweise (vor allem in den Naturwissenschaften) Zitierregeln gibt, bei denen in den Belegen nie eine Seitenangabe gemacht wird. Diese Vorgangsweise ist aber letztendlich unpräzise. 

3. Wann kann ich freiwillig eine Fußnote setzen?

Wenn es Ihnen zum Beispiel ein Anliegen ist, der Leserin bzw. dem Leser weiterführende Literatur zu nennen, wenn Sie einen zusätzlichen Gedanken darlegen wollen, der im Fließtext nicht gut unterzubringen ist, etc.

Übrigens ist die Möglichkeit, Zusatzinformationen zu liefern, die Stärke des Fußnotensystems. Beim Klammersystem beschränkt man sich auf die unbedingt notwendigen Literaturbelege.

4. Wie lang soll oder darf eine Fußnote sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Die Fußnoten von Studienanfängerinnen und

-anfängern sind meist sehr kurz; in der Regel werden nur Literaturbelege gemacht. Gerade in den ersten Semestern fällt es Studierenden schwer, Fußnoten auch für das Einflechten von weiterführenden Hinweisen zu nutzen.

Während Fußnoten von Studierenden generell eher kurz sind, findet man in Publikationen von Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftlern manchmal viele sehr lange Fußnoten. Das kann dazu führen, dass die Fußnoten mehr als die Hälfte einer Seite einnehmen. Der Fließtext wird zum "Kopftext". Wenn das hin und wieder vorkommt, ist es völlig in Ordnung, wenn jedoch eine ganze Publikation nur aus "Kopftexten" besteht, stimmt das Verhältnis zwischen Fließtext und Fußnoten nicht. 

5. Welche Literatur aus den Fußnoten gehört in die Bibliografie?

Sie müssen die gesamte Literatur, die Sie in den Fußnoten zitieren, in die Bibliografie (Literaturverzeichnis) aufnehmen. Die Bibliografie ist auch der Ort, an dem Sie die Kurzzitate auflösen.

Wenn wir also nochmals das Beispiel Müller 2012 nehmen, dann müssen Sie in Ihrer Bibliografie nochmals das Kurzzitat anführen. Daneben oder darunter führen Sie die Publikation komplett an (entsprechend den Zitierregeln, nach denen Sie arbeiten). Beispiel:

Müller 2012        Fritz Müller, Wozu zitieren?, Wien 2012 

Zensl 2009         Maria Zensl, Wissenschaft einst und heute, München 2009

 

Literatur, die nicht in den Fußnoten erwähnt wird, kommt auch nicht in die Bibliografie. Mehr dazu demnächst, wenn ich das Thema "Bibliografie" aufgreife.

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Di

09

Okt

2012

Was tun gegen die vielen Arbeitsunterbrechungen durch E-Mails, Facebook, Twitter etc.?

zeitplanung, zu wenig zeit

Viele Menschen sagen "Die Zeit verfliegt" oder "Die Zeit vergeht wie im Flug". V.a. seitdem es das Internet gibt, scheinen immer mehr Menschen immer weniger Zeit zu haben.


Die Informationsmöglichkeiten, die das Web bietet, die Kommunikation via E-Mail etc. erleichtern Vieles und dennoch empfinden wir diese Dinge oft als Zeiträuber. Sie sind nützlich und bringen zugleich Probleme mit sich – vielleicht aber nur deshalb, weil wir sie nicht optimal einsetzen, uns manchmal auch "verführen" lassen?

Es ist interessant, aber schon Seneca, der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, kannte dieses Problem. So schreibt er in seinem Werk "De Brevitate Vitae" ("Von der Kürze des Lebens"):
"
Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Konzentriertes Arbeiten

Die Zeit wird also oft nicht richtig eingesetzt, man verliert Zeit. Und vielen Menschen fällt es sehr schwer, längere Zeit konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Rasch einmal ein Blick in die E-Mails, in Facebook, Twitter etc.  – und schwups ist wieder eine halbe Stunde um und der Arbeitsprozess unterbrochen.

 

In dieser Situation hilft Freedom. Das ist ein Programm, mit dem Sie das Internet für eine bestimmte Zeit blockieren können. Sie stellen die Zeit minutengenau ein und dann gibt es durch das Web keine Unterbrechungen!  

Haben Sie weitere Tipps zu dem Thema? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

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Mo

08

Okt

2012

Urheberrecht bei Fotos

Ich bekomme immer wieder Fragen, die das Thema Urheberrecht bei Fotos betreffen (auch von Studierenden, die gerade einen Abbildungsteil für ihre Masterarbeit oder Diplomarbeit erstellen). Daher hier einmal zwei grundsätzliche Bemerkungen:

1. Alle (wirklich alle) Fotos sind urheberrechtlich geschützt. 

2. Ich bin keine Juristin.

Für Fragen zum Thema Urheberrecht muss ich Sie an Experten verweisen. Dazu zählt beispielsweise die Rechtsanwaltskanzlei Schwenke. Auf der Website der Kanzlei gibt es einen ausgezeichneten Blog. Der aktuellste Artikel geht sehr genau auf das Thema Abmahnung wegen unerlaubter Bildnutzung ein.

 

Weitere Hinweise finden Sie in der Rubrik Urheberrecht auf meiner Website.

Abbildungsnachweis:
rubber stamp © mipan #33007198 – Fotolia.com

 

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Sa

29

Sep

2012

Lohnt sich eine Dissertation? Was Sie alles bedenken sollten, wenn Sie promovieren wollen, und welche Alternativen es zur Promotion gibt


Im Karriereteil der "Presse" beantwortet Nikolaus Koller jeden Samstag in der Rubrik "Perspektivenwechsel" eine Leserfrage. Der heutige Artikel trägt den Titel "Ein Doktorat: Rechnet sich das?" – eine Frage, die "Manager F." gestellt hat.

Mit Recht weist Nikolaus Koller darauf hin, dass alle, die "sich rein aus Liebe zu einem Fach weiterbilden" möchten, ruhig eine Dissertation schreiben sollten. Und wer eine akademische Laufbahn plant, muss so und so promovieren. Alle anderen sollten sich das Projekt "Doktorat" gut überlegen.

 

Nikolaus Koller stellt eine einfache Rechnung an:


 

 

   Zeit für Familie, Freunde, Hobbys

– Aufwand für das Studium

– Kosten für das Studium (z.B. Studiengebühren, etwaige
   Einkommenseinbußen durch eine Reduktion der Arbeitszeit)

+ Bereicherung durch Wissenszuwachs

+ Bereicherung durch neue Kontakte 

+ allfällige Gehaltssteigerung

_____________________________________________________________

= Endergebnis

 


Ein derartiger Zugang zur Frage "Dissertation: ja oder nein?" ist pragmatisch, aber völlig richtig. Er berücksichtigt finanzielle Überlegungen nicht nur auf der Seite der Ausgaben, sondern auch auf der Seite der Einnahmen  ein Punkt, den Dissertationswillige oft außer Acht lassen. Ich persönlich würde ihn übrigens auch den meisten empfehlen, die aus purer Liebe zu einem Fach eine Promotion machen.


Promotion direkt im Anschluss an das Master- bzw. Diplomstudium

Nun hat "Herr F." freilich nicht nur bereits einen Job, er ist sogar Manager! Seine Dissertation wäre – sollte er sie nach der Antwort von Nikolaus Koller tatsächlich in Angriff nehmen – ein berufsbegleitendes Projekt und ein Projekt, für das ihm ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

In einer ganz anderen Situation als "Herr F." befinden sich all diejenigen, die im Anschluss an die Matura studiert haben und nun überlegen, ob sie promovieren sollen oder nicht. Sie haben meist noch keine Anstellung (zumindest keine, die ihrem Ausbildungsniveau entspricht) und in der Regel haben sie wenig Geld.

Es gibt sicherlich viele Studierende, die eine Promotion beginnen, weil sie wissen, dass sie nur mit dem Doktortitel in der Tasche eine Chance haben, einen Job zu finden. Gleichzeitig gibt es aber auch Studierende, die aus anderen Gründen eine Dissertation in Angriff nehmen. Sie gehen diesen Schritt, weil sie

  • nicht wissen, wohin sie sich beruflich orientieren sollen.
  • keinen Job finden.
  • Angst vor Veränderungen haben, sich also lieber weiterhin im gewohnten Fahrwasser (Universität) bewegen.

Die Dissertation ist manchmal also nur eine Notlösung – und eine Notlösung ist eben nie optimal!


Was Sie brauchen, wenn Sie eine Dissertation schreiben wollen

Vielleicht überlegen Sie gerade, ob Sie promovieren sollten oder nicht.
Um eine Dissertation erfolgreich zu bewältigen, brauchen Sie 10 Dinge:

  • Motivation
  • Ausdauer
  • Interesse
  • Neugier
  • die Bereitschaft, sich intensiv mit der Literatur auseinanderzusetzen
  • Kritikfähigkeit bzw. die Fähigkeit, Fragen zu stellen
  • Verständnis für die Frage, was es bedeutet, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen und am Forschungsdiskurs teilzunehmen (>>> Plagiate)
  • Schreibkompetenz
  • nach Möglichkeit ein Umfeld, das Sie unterstützt
  • Geld

Denken Sie über Alternativen nach!

Bevor Sie sch für die Promotion entscheiden, denken Sie auch über Alternativen nach. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich Wissen anzueignen, das nicht direkt mit Ihrem Studienfach in Verbindung steht, Ihr Know-how aber ergänzt und auf diese Weise Ihren Marktwert in der Berufswelt steigert? In den letzten Jahren ist das Angebot an Postgraduate Bildungseinrichtungen extrem gewachsen. Und wenn Sie bereits in diese Richtung denken, überlegen Sie sich nicht nur, auf welchem Gebiet Sie sich Zusatzwissen aneignen wollen, sondern auch 

  • wie lange die Ausbildung dauern darf. Also: Wie viel Zeit haben Sie? Wie viel Durchhaltevermögen bringen Sie mit? 
  • wie viel Budget Ihnen für die Ausbildung zur Verfügung steht.
  • welcher Anbieter Ihnen geeignet erscheint. Die Qualität der einzelnen Ausbildungsinstitutionen ist sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich unbedingt, ob der Abschluss, den Sie machen, auch anerkannt ist. 

 

Und falls Sie sich letztendlich doch für die Promotion entscheiden ...

Sollten Sie nach sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile letztendlich doch beschließen, ein Dissertation zu schreiben, wählen Sie das Thema sorgfältig aus.

 

Suchen Sie sich ein Thema, das

  • in einer angemessenen Zeit zu bewältigen ist. Sie können eine Dissertation mit 500, aber durchaus auch mit 200 Seiten schreiben. Der Zeitaufwand ist natürlich jeweils ein anderer!
  • Ihnen Freude macht und Sie wirklich interessiert. Sich mehrere Jahre mit einem Thema herumzuschlagen, zu dem Sie eigentlich keinen Zugang haben, kann zur Qual werden. Schreibblockaden sind in so einem Fall keine Seltenheit.
  • Sie beruflich weiterbringt bzw. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert! 

Und wenn Sie sich entschieden haben: Gehen sie den Weg mit Freude! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Dissertation fordernd ist, die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema aber auch sehr viel Spaß machen kann. 

Abbildungsnachweis:
Microsoft PowerPoint 2010 – ClipArt 

Sie haben die Möglichkeit, den Artikel zu kommentieren. Ich freue mich über Kommentare, bitte verwenden Sie aber Ihren richtigen Namen (Vor- und Zuname oder nur den Vornamen). Beachten Sie zudem, dass Ihr Kommentar öffentlich ist. 

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So

19

Aug

2012

Rezension: "Schreibdenken. Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln"

Ulrike Scheuermann
Schreibdenken

Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln

1. Auflage 2012

Einband kartoniert, 126 Seiten mit 13 Abb., Format 12 x 18,5 cm

UTB & Verlag Barbara Budrich 

UTB-Titelnummer 3687
ISBN 978-3-8252-3687-8


Buchausgabe: 10,30  (A), 9,99 € (D), 15,90 SFr (CH)
Online-Zugang (digitale Version): 7,99 €
Buchausgabe & Online-Zugang: 11,99 €
Informationen zum Online-Zugang finden Sie auf der Website von UTB

Schreiben und Denken

Wer kennt das nicht? Den ganzen Tag führen wir in Gedanken irgendwelche Selbstgespräche. Oft sind diese Selbstgespräche alles andere als produktiv. Manchmal drehen wir uns im Kreis oder ziehen uns sogar selbst hinunter. Greift man hingegen zu Stift und Papier und schreibt die Gedanken auf, kann der Nachdenkprozess plötzlich produktiv werden – vor allem dann, wenn man sich die "richtigen" Fragen stellt oder diese gestellt bekommt.  

Das Schreiben kann das Denken also in neue Richtungen lenken. Gleichzeitig sind Schreiben und Denken untrennbar miteinander verbunden: Ohne Gedanken entsteht kein Text, sondern allenfalls eine Kritzelei.

In ihrem eben erschienenen Buch "Schreibdenken" erklärt Ulrike Scheuermann – Psychologin, Coach und Autorin –,  wie man das Schreiben zur gezielten Reflexion in der Lehre, beim Lernen, beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und im Selbstcoaching einsetzen kann. Anders als andere Schreibratgeber basiert das Buch nicht nur auf Literaturrecherchen, sondern auch auf eigenen Ergebnissen der Autorin.

Das Buch wendet sich in erster Linie an Studierende und Lehrende. Die Zielgruppe kann man freilich durchaus weiter fassen: Grundsätzlich wird jeder, der das Schreiben als Denkwerkzeug für sich entdecken möchte, aus dem Buch viel lernen.

Wie funktioniert "Schreibdenken"?

"Schreibdenken" bedeutet, dass man seine Gedanken innerhalb eines begrenzten Zeitraums rasch, unzensiert und assoziativ zu Papier bringt. Anschließend wertet man das Geschriebene aus bzw. arbeitet damit weiter.

"Schreibdenken" hilft, wie Scheuermann überzeugend darlegt, bei Schreibblockaden, es fördert den Schreibfluss, es führt zu strukturierteren Überlegungen und es verhindert, dass Studierende nach dem Copy-and-Paste-Prinzip schreiben. "Schreibdenken" ist für alle Schreibtypen geeignet: für den Planer, den Drauflosschreiber, den Versionenschreiber und den Patchworkschreiber.     

 

Besonders interessant sind die vielen Übungen, die Ulrike Scheuermann vorstellt (Denkbilder, Denkwege, Schreibsprints etc). Die Autorin schildert die Übungen so anschaulich, dass sie sofort ausprobiert und in den Schreiballtag integriert werden können. 

Was Lehrende lernen können

Laut Ulrike Scheuermann halten Lehrende heute meist nicht mehr an der Idee fest, dass Studierende das Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten durch Versuch und Irrtum lernen. Auch die Vorstellung, Schreiben sei eine Frage des Talents wird, so die Autorin, zunehmend hinterfragt.

Aber ist das tatsächlich der Fall? Ich bin seit 15 Jahren in der universitären Lehre tätig. Lehrende, die die von Scheuermann beschriebene Haltung haben, sind, soweit ich das beobachte, die Ausnahme und nicht die Regel. Die wenigsten Lehrenden befassen sich mit Schreibdidaktik. Viele wehren sich richtiggehend gegen die Vorstellung, sie könnten Schreiben abseits von Zitierregeln und den üblichen "Basics" lehren. 

Es wäre schön, würde das schmale Buch von Ulrike Scheuermann Lehrende dazu ermutigen, die Vermittlung von Schreibkompetenz als selbstverständlichen Teil von Übungen und Seminaren zu betrachten. Das Buch bietet jedenfalls eine Fülle von Übungen, die sich ausgezeichnet im Unterricht einsetzen lassen. 

Fazit

"Schreibdenken" ist ein Buch, das ungeheuer viele Anregungen enthält – allerdings nur dann, wenn man nicht (wie ich) bereits die 2011 erschienene "Schreibfitness-Mappe" von Ulrike Scheuermann gelesen hat.

Das Buch ist schmal (es umfasst nur 126 Seiten) und dennoch inhaltsreich. Mir persönlich hätte das Lesen mehr Freude gemacht, wenn der Verlag eine etwas größere Schrifttype oder zumindest einen etwas größeren Zeilenabstand gewählt hätte, aber dann wäre wohl der günstige Preis nicht möglich gewesen. 
Die Studierendengruppe, die den Druck des Buches kurz begutachtet hat, war unterschiedlicher Meinung: Ein Teil stimmte mit mir überein, ein anderer Teil war sehr angetan, dass das Buch die Inhalte in optisch verdichteter Form präsentiert. Tenor: "Fast wie ein Reclam-Heft. Das kann man gut mitnehmen und auch unterwegs lesen."


Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier:

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

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Mo

06

Aug

2012

Wie schreibt man ein Exposé für eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit, eine Diplomarbeit oder eine Dissertation?

Wie schreibe ich ein Exposé bzw. Konzept?

 

 

Vielen Studierenden ist unklar, wie man ein Exposé schreibt bzw. woraus sich ein Exposé zusammensetzt. Viele Studierende sind sich zudem unsicher, wann der beste Zeitpunkt ist, um ein Exposé zu schreiben.

Aus diesem Grund möchte ich heute hier einmal die wichtigsten Punkte zum Thema "Exposé" zusammenfassen. 

Woraus besteht ein Exposé?

Ein Exposé umfasst mehrere Teile:

  • das Konzept
  • eine (vorläufigen) Gliederung
  • eine Auswahlbibliografie
  • einen Zeitplan

Das Konzept ist ein ca. 2–3 Seiten langer Fließtext, in dem Sie darlegen, worum es in Ihrer Arbeit geht, wie der Forschungsstand aussieht, welche Ziele Sie mit Ihrer Arbeit verfolgen, wie Sie vorgehen werden (Aufbau) und welche Methode(n) Sie anwenden wollen. Wenn Sie eigene Hypothesen haben, legen Sie diese kurz dar. 

 

All diese Punkte (Formulierung der Zielsetzung, Reflexion des Forschungsstandes etc.) sollten Sie dann in ausführlicher Form natürlich auch in Ihrer Arbeit thematisieren. Im Gutachten spielen sie eine ganz wesentliche Rolle. 

 

Die Gliederung ist ein erster Entwurf Ihres Inhaltsverzeichnisses. Zumindest die Überschriften der Hauptkapitel sollten Sie auflisten. Es ist zudem ratsam, den jeweiligen Umfang, den die einzelnen Kapiteln in etwa haben werden, neben die Überschriften zu schreiben (eine grobe Schätzung in Fünferschritten genügt, also: 5 Seiten, 10 Seiten etc.). Aus der Seitenzahl kann Ihre Betreuerin bzw. Ihr Betreuer nämlich ablesen, wie Sie die Arbeit gewichten.

 

Die Auswahlbibliografie sollte die wichtigste Literatur zu Ihrer Arbeit umfassen (selbständige und unselbständige Publikationen). 

 

Im Zeitplan halten Sie fest, bis wann einzelne Arbeitsetappen abgeschlossen sein werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Exposé zu schreiben?

Sobald Sie einigermaßen einen Überblick über Ihr Thema gewonnen haben und die grundlegende Literatur kennen, sollten Sie in der Lage sein, ein Exposé zu verfassen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Thema festzuzurren und mit der Betreuerin oder dem Betreuer das genaue Vorgehen zu besprechen!

Wozu braucht man überhaupt ein Exposé?

Ein Exposé erfüllt mehrere Funktionen:

  • Sie werden sich klar, welche Fragen im Mittelpunkt Ihrer Arbeit stehen und wie umfangreich welches Kapitel sein wird.
  • Ihre Arbeit erhält klare Konturen.
  • Es hilft, Schreibblockaden zu vermeiden.
  • Es hilft, wenn Sie an "Aufschieberitis" leiden.
  • Und: Ein Exposé ist eine wichtige Grundlage für eine gute Betreuung. Auf der Basis des Exposés lassen sich der Schwerpunkt, der Aufbau und der Umfang leichter mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer besprechen.

"Meine Betreuerin bzw. mein Betreuer verlangt gar kein Exposé!

Soll ich trotzdem ein Exposé schreiben?"

Einige Lehrende üben das Schreiben eines Exposés bereits in den Seminaren mit den Studierenden. Anderen wiederum ist die große Bedeutung, die das Exposé im Arbeits- bzw. Betreuungsprozess spielt, gar nicht klar. Daher verlangen sie selbst bei Abschlussarbeiten kein Exposé.

 

Die negativen Folgen können weitreichend sein:

  • Auf Seiten der Studierenden: Verunsicherung, Motivationsprobleme, Schreibblockaden, Ärger, Frust etc.
  • Auf Seiten der Lehrenden: mangelnde Kenntnis, was der Studierende plant, und – darauf basierend – keine Möglichkeit, den Studierenden gut zu betreuen.
  • Auf beiden Seiten: unterschiedliche Erwartungen, Missverständnisse, Kommunikationsprobleme etc.

Ich würde Ihnen daher raten: Ergreifen Sie die Initiative und schreiben Sie ein Exposé. Sie werden sehen, dass sich die Mühe lohnt! 

 

Sitzen Sie gerade an einer Abschlussarbeit und haben Sie ein Exposé geschrieben? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? 

Ein Hinweis zum Schluss: Sie können statt "Exposé" auch "Exposee" schreiben, aber "Expose" wäre falsch (siehe dazu die Info auf der Website des Duden-Verlags).  

 

Abbildungsnachweis:

Books and laptop © Aleksandar Jocic #33220368 – Fotolia.com

 


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Do

26

Jul

2012

Nutzen Sie das Prinzip der Verknappung!

Immer, wenn die Zeit knapp wird, werden wir besonders produktiv. Plötzlich powern wir los. Manchmal arbeiten wir sogar die ganze Nacht durch, und letztendlich schaffen wir es dann doch, den vereinbarten Termin einzuhalten. Die Seminararbeit wird gerade noch pünktlich abgegeben, das Projekt doch noch rechtzeitig für den Kunden abgeschlossen. 
     
Termine haben also etwas Positives, obwohl wir durch sie oft unter Druck geraten. Nun gibt es allerdings Vorhaben ohne fixen Endtermin  und das kann zu Schwierigkeiten führen: Man fängt beispielsweise mit dem Projekt ewig nicht an, man arbeitet nicht regelmäßig an dem Projekt oder man arbeitet nicht zielgerichtet, sondern verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Nutzen Sie das „Parkinsonsche Gesetz“

In so einer Situation hilft Ihnen das "Parkinsonsche Gesetz" (zum Bürokratiewachstum).
Es lautet:

"Work expands so as to fill the time available for its completion."
"Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht."
C. Northcote Parkinson, 1955


Je länger wir für eine Aufgabe Zeit haben, desto mehr Zeit verbringen wir damit, sie aufzuschieben. Je knapper die Zeit ist, desto fokussierter und konzentrierter arbeiten wir. Verkürzen Sie die also die Zeit für Ihre Aufgaben. Setzen Sie sich Fristen.

Was können Sie tun, damit die Frist, die Sie sich gesetzt haben, für Sie auch verbindlich ist?

  • Halten Sie den Termin schriftlich fest. Tragen Sie ihn in den Kalender ein.
  • Erzählen Sie Freunden von dem Termin und bitten Sie sie, regelmäßig nachzufragen, wie das Projekt läuft und ob Sie in der Zeit liegen.
  • Überlegen Sie sich eine besondere Belohnung, die Sie sich selbst gönnen, wenn Sie Ihr Projekt pünktlich abgeschlossen haben.

Und damit es nicht beim Lesen des Blog-Artikels bleibt, finden Sie hier ein Arbeitsblatt, das Ihnen hilft, das Parkinsonsche Gesetz auf ein konkretes Projekt anzuwenden:

Das Parkinsonsche Gesetz
Das Prinzip der Verknappung.pdf
Adobe Acrobat Dokument [283.0 KB]
Download

Abbildungsnachweis:
planner book © Win Nondakowit #33442584
 – Fotolia.com

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Di

24

Jul

2012

Test: Laufen Sie Gefahr, ein Plagiat zu verfassen?



Das Thema „Plagiat“ ist in aller Munde. Fast wöchentlich berichten die Medien von neuen Plagiatsfällen. Das Beispiel Karl-Theodor zu Guttenberg hat gezeigt, dass Plagiate weitreichende Folgen haben können. 

Wie aber sieht es bei Ihnen aus? Laufen Sie Gefahr, zu plagiieren? Der folgende Test soll Ihnen bei der Klärung dieser Frage helfen.

Selbsteinstufung: Besteht die Gefahr, dass ich plagiiere?

Ich habe im Studium gelernt, was ein Plagiat ist und könnte das einer Kollegin oder einem Kollegen auch erklären.

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Das Wort „Plagiat“ kenne ich, aber ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist.


Mir ist klar, dass ich die Ergebnisse der einschlägigen Literatur zusammenfassen und kritisch beleuchten soll.

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Ich bin mir oft unsicher, was ich noch schreiben soll, das steht ja so und so schon alles in der Literatur.


Eigene Worte zu finden, ist für mich kein Problem.

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Es fällt mir sehr schwer, meine Überlegungen in eigenen Worten auszudrücken.


Die Worte anderer Autorinnen und Autoren verwende ich nur dann, wenn ich ein wörtliches Zitat mache.

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Wenn ich einen Text schreibe, orientiere ich mich meist an der Wortwahl der Autorinnen und Autoren, deren Publikationen ich gelesen habe.


Wörtliche Zitate mache ich nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn eine Autorin oder ein Autor etwas besonders treffend formuliert hat.

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Ich verwende gerne und häufig wörtliche Zitate. Die Literatur ist meist so gut formuliert, dass ich es so und so nicht besser machen kann


Der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der inhaltlichen Übernahme eines Gedankens ist mir klar.

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So ganz genau weiß ich eigentlich nicht, was der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der reinen Übernahme eines Gedankens ist.


Wenn ich einen Text schreibe, mache ich im PC zuerst einmal eine leere Seite auf und beginne dann zu schreiben. Copy-and-Paste ist für mich kein Thema.

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Wenn ich einen Text schreibe, kopiere ich zuerst einmal die wichtigsten Passagen aus der Literatur in eine Datei. Danach formuliere ich die einzelnen Textpassagen um und versuche, gute Übergänge zu schreiben.


Die Zitierregeln, die für meine Arbeit gelten, habe ich verstanden. Ich weiß genau, wie ich sie anwenden muss.

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Wenn ich ehrlich bin: Die Zitierregeln habe ich zwar gelesen, aber so ganz genau kenne ich mich damit nicht aus.


Ich bin mit dem Umgang mit Fußnoten vertraut. Wann und wo ich eine Fußnote setzen muss, ist mir klar.

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Ich bin mir unsicher, wann und wo ich Fußnoten setzen muss.


Mir ist klar, was es bedeutet, durch das Schreiben eines Textes am wissenschaftlichen Diskurs teilzunehmen.

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Ich schreibe einfach meinen Text und fasse zusammen, was in der Literatur steht. Eine kritische Auseinandersetzung mit einzelnen Meinungen ist nicht mein Ziel.


Ich weiß genau, was bei der Plagiatsprüfung, die alle Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen durchlaufen, geschieht.

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Ich habe keine Ahnung, wie eine Plagiatsprüfung funktioniert.


Auswertung

Wenn Sie überwiegend die Ziffern 1 und 2 angekreuzt haben, bewegen Sie sich im grünen Bereich. Sie wissen, was es bedeutet, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben und am Forschungsdiskurs teilzunehmen. Haben Sie jedoch mehrfach die Ziffern 4 und 5 angekreuzt, laufen Sie Gefahr, zu plagiieren.

Warum plagiieren Studierende?

Haben Sie im Auge, dass ein Plagiat ein Verstoß gegen das Urheberrecht ist und sanktioniert werden kann. Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt. Geraten Sie jetzt aber bitte nicht gleich in Panik! Dazu besteht gar kein Grund. Den Umgang mit Literatur, das eigenständige Formulieren etc. können Sie nämlich lernen.

Meiner Erfahrung nach plagiieren die meisten Studierenden nicht mit böser Absicht, sondern, weil

  • sie nicht mit dem Umgang mit wissenschaftlicher Literatur vertraut sind.
  • sie noch nicht verstanden haben, was es bedeutet, sich eigenständig mit einem Thema auseinanderzusetzen und bestehende Meinungen zu hinterfragen.
  • sie unsicher sind und sich gerne hinter den Worten anderer „verstecken“.
  • sie nach dem Copy-and-Paste-Prinzip schreiben.
  • sie sich mit den Zitierregeln nicht auskennen.

Was können Sie konkret tun, wenn Sie mehrfach die Ziffern 4 und 5 angekreuzt haben? Was können Sie tun, um Plagiate zu vermeiden?

  • Machen Sie sich mit den Zitierregeln vertraut.
  • Notieren Sie alle Fragen, die sie derzeit zum Thema "wissenschaftliches Schreiben" haben (halten Sie die Fragen bittte tatsächlich schriftlich fest!). Lesen Sie anschließend einen Artikel in einer einschlägigen Fachzeitschrift unter den Aspekten, die Ihnen derzeit Kopfzerbrechen bereiten und schauen Sie, wie andere Autorinnen und Autoren vorgehen. Durch gezieltes Abschauen kann man sehr viel lernen!
  • Suchen Sie das Gespräch mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer Ihrer Arbeit und stellen Sie dort all Ihre Fragen. Sie bzw. er ist dazu da, um Sie anzuleiten und Sie zu unterstützen.
  • Und vor allem: Trauen Sie sich, eigenständig zu denken und zu formulieren. An der Universität bzw. FH ist kritischer Geist gefragt. Nur Mut!

Weiterführende Tipps und Links finden Sie hier. Wenn Sie Fragen haben, können Sie aber natürlich gerne auch die Kommentarfunktion benutzen.

Abbildungsnachweis:
stempel PLAGIAT © ferkelraggae #30577735
 – Fotolia.com • Young women in home © Monika Wisniewska #11226162 – Fotolia.com

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Fr

13

Jul

2012

Schreiben im Studium: Der Umgang mit zu hohen Ansprüchen

Zu hohe Ansprüche sind nicht immer leicht zu erkennen. Sie verbergen sich oft hinter bestimmten Formulierungen, zum Beispiel:

"Ich habe keine Zeit ..."
"Ich habe noch nicht alle Literatur gelesen ..."
"Ich muss vorher noch ...“

Was aber kann man gegen zu hohe Ansprüche tun? In einem ersten Schritt ist es wichtig, dass Sie ergründen, woher Ihre hohen Ansprüche kommen.

Machen Sie sich klar, dass Sie sich mit zu hohen Ansprüchen nicht gut tun und in Ihrem Schreibprozess behindern. Machen Sie sich bewusst, dass Sie es selbst in der Hand haben, etwas zu verändern. Sie können Ihre hohen Ansprüche, also Ihren Perfektionismus, bereits heute reduzieren.

Folgende Anregungen können dabei hilfreich sein:

  • Vergleichen Sie sich nicht ständig mit Kolleginnen und Kollegen (übrigens haben auch andere Studierende oft Schreibprobleme, nur sprechen sie meist nicht darüber). 
  • Schreiben Sie über Ihre Ängste. Was macht Ihnen konkret Sorgen? Was befürchten Sie im schlimmsten Fall? Was ärgert Sie? Mit wem könnten Sie über Ihr Problem reden? 
  • Sprechen Sie mit Ihrer Betreuerin bzw. Ihrem Betreuer und fragen Sie nach, was konkret von Ihnen erwartet wird. Haben Sie im Auge, dass Sie nur eine Seminararbeit und keine Bachelorarbeit / nur eine Bachelorarbeit und keine Masterarbeit / nur eine Masterarbeit und keine Dissertation / nur eine Dissertation und keine Habilitation schreiben.
  • Vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie die Möglichkeit haben, Ihren Text zu überarbeiten – ja, dass Sie Ihren Text sogar überarbeiten sollen. Tasten Sie sich über eine erste Rohfassung und mehrere Zwischenfassungen sukzessive an das Endergebnis heran. Niemand schreibt sofort einen druckreifen Text.
  • Fangen Sie immer mit dem Kapitel an, zu dem Sie bereits viel wissen und / oder das Sie am meisten interessiert. Beginnen Sie niemals mit der "Einleitung". Ein Schreiberfolg zu Beginn ist wichtig!
  • Erarbeiten Sie einen realistischen Zeitplan (inkl. Pufferzeit).
  • Fangen Sie früh mit dem Schreiben an. Warten Sie nicht, bis Sie das gesamte Material zusammengetragen haben. Gründliches Recherchieren ist wichtig, aber es sollte kein Vorwand werden, das Schreiben hinauszuschieben. Entwickeln Sie eine erste Gliederung – und fangen Sie an!
  • Bilden Sie "Schreibgruppen". Suchen Sie sich motivierende Gesprächspartner!

 

Wenn Sie sehr hohe Ansprüche an sich und Ihre Arbeit haben, werden Sie diese nicht von einem Tag auf den anderen ablegen. Überlegen Sie sich, welcher Tipp Ihnen in Ihrer aktuellen Situation am meisten helfen könnte.

Greifen Sie sich eine Anregung heraus und setzen Sie diese um. Auch bei Veränderungen gilt nämlich: einen Schritt nach dem anderen und realistische Erwartungen! 

Abbildungsnachweis:
büro stress © detailblick #34658348 – Fotolia.com

 

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Zusätzlicher Kurs für Studenten:

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Schreiblust statt Dauerfrust! Powerkurs am Fr., 28.6. und Sa., 29.6. Kleingruppe. 160,- Euro (zuzüglich 20% USt.).

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Neu im Blog

Mo

03

Jun

2013

Die Sache mit dem Feedback im universitären Alltag

feedback, uni, sprechstunde

Seit nunmehr 16 Jahren lehre ich an verschiedenen Universitäten. 10 Jahre habe ich fix angestellt an der Universität Wien unterrichtet, seit 2007 lehre ich dort und an mehreren anderen Universitäten als sog. "Externe". Es gibt inzwischen kein studentisches Problem, das mir nicht in irgendeiner Form bereits einmal begegnet ist, und auch die Seite der Lehrenden ist mir gut vertraut.

Der Dauerbrenner: Das Feedback auf die Hausarbeiten

Zu den absoluten Dauerbrennern, die im universitären Alltag für Unzufriedenheit bzw. Problemen führen, gehört das Thema "Feedback". Damit meine ich das Feedback auf schriftliche Arbeiten. Sowohl auf der Seite der Lehrenden als auch auf der Seite der Studierenden gibt es dazu oft Klagen. Auf beiden Seiten trifft man aber auch immer wieder auf eine ordentliche Portion Gleichgültigkeit. Ich möchte das Thema "Feedback" daher heute einmal hier aufgreifen und ein paar Überlegungen dazu anstellen – ohne mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Die beiden Szenarien

1. Lehrende, die ein Feedback geben & Studenten, die das nicht interessiert

Viele Lehrende korrigieren schriftliche Arbeiten sehr sorgfältig, aber die Studierenden geben sich mit der Note zufrieden und holen die Arbeiten nicht ab. Die Lehrenden bleiben auf der Arbeit sitzen! Diese Situation ist ausgesprochen ärgerlich, denn einen studentischen Text zu korrigieren, macht Mühe, und wenn diese Mühe umsonst ist, fragt man sich, wozu man sich das antut. 

2. Lehrende, die kein Feedback geben & Studenten, die sich eines wünschen

Und dann gibt es auch den umgekehrten Fall: Lehrende, die kein Feedback geben, obwohl sich ihre Studierenden eine Rückmeldung auf die Arbeiten wünschen.

Die Szenarien sind in diesem Zusammenhang vielfältig: So benoten manche Lehrende die Arbeiten, geben sie dann den Studierenden aber nicht zurück und stehen auch nicht für ein Gespräch zur Verfügung. Andere Lehrende wiederum geben die Arbeiten zurück, aber außer ein paar Wellenlinien am Rand gibt es keinerlei Kommentare, aus denen die Studierenden die Note nachvollziehen und etwas lernen können. Aus der Sicht der Studierenden ist das absolut frustrierend! Wie sollen sie sich weiterentwickeln und verbessern, wenn sie nicht wissen, was gut und was weniger gut gelaufen ist?   

Was Sie tun können oder sollten

Studierende

Schreiben hat man zwar in der Schule gelernt, für die erfolgreiche Absolvierung eines Studiums reichen die Schulkenntnisse (z.B. im Aufsatzschreiben) jedoch nicht aus. Wenn Sie ein Studium erfolgreich bewältigen wollen, müssen Sie laufend an Ihrer Schreibkompetenz arbeiten und v.a. auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Das bedeutet, Sie sollten

 

  • bereit sein, zu lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet,
  • möglichst viel schreiben (auch abseits des Studiums),
  • ein Feedback erhalten bzw. einholen, 
  • bei jeder Arbeit genau nachvollziehen, was Ihnen gelungen ist und was nicht, 
  • aus dem Feedback lernen, also gezielt an den Schwachstellen arbeiten, um es beim nächsten Mal besser zu machen.


Schauen Sie also, dass Sie Ihre Arbeit zurückbekommen und wenn das schriftliche Feedback für Sie zu knapp oder zu wenig aussagekräftig ist, suchen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach, was Sie beim nächsten Mal besser machen können, notieren Sie sich die Punkte und bemühen Sie sie sich, diese Punkte auch umzusetzen.

Lehrende

Die Lehre ist Teil des Jobs

 

Dass Lehrende Arbeiten ohne ausführliches Feedback zurückgeben und/oder nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen, ist für mich – trotz meiner langjährigen Erfahrung im Uni-Betrieb – nach wie vor erschreckend. Die drei Säulen der universitären Tätigkeit sind nun einmal Lehre, Forschung und Verwaltung. Das bedeutet: Ein Drittel der Zeit ist für die Lehre, also auch die Betreuung der Studierenden, vorgesehen. 

 

Es gibt viele Lehrende, die mit großem Engagement, viel Ausdauer und Geduld unterrichten und sich für die Studierenden engagieren. Es gibt aber auch Mitarbeiter an Universitäten, die den Aufwand für die Lehre so gering wie möglich halten.

Warum ist das so? Nun, die Arbeit an einer Universität ist meist ziemlich stressig. Zudem ist die Konkurrenz groß und wer beruflich weiterkommen möchte, sollte in erster Linie zwei Dinge tun: Drittmittel einwerben und publizieren. Für das berufliche Fortkommen zählt (ich möchte fast sagen: ausschließlich) die Forschung, nicht die Lehre. So habe ich beispielsweise noch nie gehört, dass jemand auf einen Lehrstuhl berufen wurde, weil er so ein ausgezeichneter Lehrer ist. Wer es nach oben schaffen will, muss v.a. eine lange Publikationsliste haben und seine Leistung als Forscher unter Beweis stellen.

Das hat natürlich Konsequenzen für den Lehrbetrieb: Die Studenten und ihre Bedürfnisse kommen zu kurz! So schlimm das ist, möchte ich dafür jedoch auf keinen Fall nur die Lehrenden verantwortlich machen, sondern auch das System "Universität".

Es gibt Möglichkeiten ...

Während meiner Tätigkeit als Assistentin habe ich das System "Universität" hautnah erlebt. Und natürlich habe ich auch für die Lehrenden Verständnis. Besonders viel Verständnis habe ich für diejenigen, die nicht fix angestellt sind und für die es tagtäglich bei allem, was sie tun oder nicht tun, um die Zukunft und die Existenz geht.

Allerdings kann jeder Lehrende nach Wegen suchen, wie er Studierende mit einem vernünftigen Zeit- und Ressourceneinsatz gut betreuen kann. Mit ein wenig Kreativität lassen sich solche Wege finden!

Hier zwei Wege, mit denen ich gute Erfahrungen mache:

 
1. Viele Studierende tun sich mit dem Formulieren schwer. Sammeln Sie unter bestimmten Gesichtspunkten (z.B. Mammutsätze, Satzzeichen etc.) ein paar Beispiele für schlecht formulierte Sätze und lassen Sie sie überarbeiten. Besprechen Sie die Überarbeitung mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung. Dazu brauchen Sie nicht viel Zeit (für 3 Satzbeispiele brauchen Sie maximal 15 Minuten). Die Studierenden üben an praktischen Beispielen das Überarbeiten (das ja auch erst einmal gelernt werden muss) und erhalten von Ihnen direkt ein Feedback. Der Lerneffekt ist erfahrungsgemäß groß, die Diskussion der Lösungen macht den Studierenden Spaß und Sie selbst haben keinen Korrekturaufwand.

2. In der Regel geben die Studierenden ihre Arbeiten am Ende des Semesters ab. Planen Sie einen Termin zu Beginn des folgenden Semesters ein, an dem Sie den Studierenden ihre Arbeiten zurückgeben und ihnen die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen unklar ist. Zeigen Sie auf, was den Studierenden insgesamt gut gelungen ist, sprechen Sie aber auch die häufigsten Fehler an. So bleiben Sie nicht auf den Arbeiten sitzen und können ein umfassendes Feedback geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer sorgfältig korrigierten Arbeit in Kombination mit einer gemeinsamen Nachbesprechung nur mehr in Ausnahmefällen Sprechstundentermine notwendig sind.

Fazit

Schreiben kann man lernen, Schreiben kann und muss man lehren. Und ohne Feedback ist die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln gering. Ich persönlich sehe allerdings auf beiden Seiten Handlungsbedarf: Studierende sollten sich um ein Feedback bemühen und Lehrende sollten bereit sein, Feedback zu geben. Gleichgültigkeit ist kein Weg.

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Pixabay, Nemo

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Mo

27

Mai

2013

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

forschungslage, stand der forschung, forschungsgeschichte

In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen kurzen Überblick über den Stand der Forschung zu geben.

Vielen Studierenden fällt das Schreiben einer Forschungslage bzw. eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu geben.

Wozu braucht man überhaupt einen Forschungsstand?

Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich. Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege, Zitate).

Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der Forschung zu Ihrem Thema).

Mit dem Forschungsstand

  • helfen Sie Ihren Leserinnen und Lesern, einen Überblick über die Literatur zu gewinnen. Wer Ihren Forschungsstand liest, weiß, zu welchen Publikationen er greifen soll, wenn er sich selbst in das Thema einarbeiten möchte.
  • sorgen Sie für Transparenz. Sie machen gleich zu Beginn deutlich, auf welche Fremdleistungen Sie sich maßgeblich beziehen. 

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen. 

Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten Überblick über die wichtigste Literatur.

Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich machen.

Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...

Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...

Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ... 

Vergessen Sie nicht auf die Literaturbelege

Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg anführen!

Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden Seiten zur Karlskirche anführen. 

Ein Beispiel zum Schluss

Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.

Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz. 

Dipl.arbeit, Klosterneuburg, 1997.pdf
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Abbildungsnachweis:
Pixabay, Nemo 

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Fr

17

Mai

2013

Vom Aussterben bedrohte Wörter

bedrohte wörter, aussterben, lexikon der bedrohten wörter
© Rowohlt

Durch Zufall bin ich auf Bodo Mrozeks "Lexikon der bedrohten Wörter II" aufmerksam geworden, das ich Ihnen heute kurz vorstellen möchte. Denn: Wissen Sie, was ein Berserker oder eine Datenautobahn ist? Sind Sie schon einmal unter einer Höhensonne gelegen? Haben Sie sich über garstige Menschen in Ihrem Umfeld geärgert und haben Sie anschließend so richtig gekeppelt?

Sprache verändert sich und viele Wörter kennen wir heute nicht mehr oder wir kennen sie, aber verwenden sie nicht. Bodo Mrozek stellt in seinem Lexikon solche aussterbenden bzw. bedrohten Wörter vor und erläutert ihre Geschichte. Es macht Spaß in dem Lexikon zu blättern und die Hintergründe des einen oder anderen Wortes nachzulesen. Hin und wieder hatte ich beim Lesen allerdings ein Gefühl von Nostalgie ... 

Das Lexikon ist bereits 2006 im Rowohlt Verlag erschienen, aber nach wie vor im Buchhandel erhältlich. Speziell hinweisen möchte ich zum Schluss noch auf die Website zum Buch. Wenn Sie Lust haben, stöbern Sie doch dort einmal ein wenig und testen Sie Ihr Wissen.

Rowohlt Verlag: Bodo Mrozek, Lexikon der bedrohten Wörter 

Das könnte Sie auch noch interessieren:
Weitere Buchtipps im Blog der Schreibwerkstatt  

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So

05

Mai

2013

Schreiben Sie noch Postkarten?

postkarte schreiben, postkarte

Ich gehöre zu den Menschen, die nach wie vor gerne Postkarten verschicken – und zwar nicht nur im Urlaub, sondern einfach auch einmal zwischendurch. Sogar innerhalb Wiens verschicke ich hin und wieder eine Postkarte.

Fast könnte man sagen: Postkarten gehören zu meiner Leidenschaft! Wenn ich irgendwo eine schöne Postkarte sehe, kann ich nicht umhin, sie zu kaufen. Ich habe eine ganze Schachtel voll Postkarten zu Hause. Hier findet sich inzwischen für fast jedes Thema oder jeden Anlass irgendetwas Passendes.

 

Anderen mit einer Postkarte eine Freude machen

Trotz E-Mail und SMS freuen sich die meisten Menschen immer noch, wenn sie eine Postkarte bekommen. Das ist gar nicht erstaunlich, denn zum einen zeigt eine Postkarte das ja, dass man an denjenigen gedacht hat, zum anderen landen heute im Postkasten sonst eh nur mehr Rechnungen und Werbung. Eine Postkarte zu bekommen, ist inzwischen schon etwas Besonderes.

Ich hebe übrigens manche Postkarten auch auf – Postkarten, die entweder besonders schön sind und/oder die mir aufgrund des Absenders bzw. Inhalts etwas bedeuten. Zuerst stehen diese Postkarten zu Hause auf meinem Schreibtisch, dann lege ich sie in irgendein Buch. Das mache ich schon seit Jahren, und wenn ich ein Buch zu Hand nehme, bin ich oft überrascht, was ich dort entdecke!

Was soll ich da schreiben?

Eine Postkarte zu schreiben, ist übrigens weder mühsam noch zeitaufwändig. Es genügt ein ganz kurzer Text! Viele Menschen denken, dass Sie einen besonders ausgeklügelten bzw. sorgfältig formulierten Text schreiben müssen und verkrampfen dann richtig. Das ist schade, denn es geht ja wirklich nur um eine kurze Mitteilung. Nehmen Sie es locker!

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Sie eine Postkarte schreiben wollen?
Sie können zum Beispiel ...

  • auf das Bild der Postkarte Bezug nehmen. 
  • kurz etwas über sich erzählen. Was tut sich gerade bei Ihnen? Was beschäftigt Sie? Haben Sie etwas Spannendes entdeckt oder gesehen (Buch, Film etc.)? Haben Sie einen Tipp für den Empfänger?
  • eine knappe Frage formulieren. 
  • dem anderen einfach nur sagen, dass Sie an ihn denken.

Möglicherweise sind Sie auf Facebook unterwegs. Dort schreiben wir alle laufend Nachrichten, mit denen wir unseren Freuden etwas kurz erzählen. Wir denken nicht lange nach, wir schreiben einfach – und zwar meist so, wie wir sprechen. Dieses Prinzip lässt sich durchaus auf das Schreiben von Postkarten übertragen. Bleiben Sie locker, dann macht das Schreiben auch Spaß Und Sie werden sehen, der Empfänger freut sich bestimmt!

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Postkarte geschrieben? Was machen Sie mit Postkarten, die Sie bekommen?

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Do

02

Mai

2013

Wie schreibt man eine Einleitung?

Aus Erfahrung weiß, dass sich viele Studierende mit dem Schreiben der Einleitung plagen. Sie sind sich unsicher, was überhaupt alles in die Einleitung gehört und wann man sie am besten schreibt. Der folgende Beitrag gibt Antwort auf diese Fragen. 

Die Einleitung ist das "Vorzimmer" Ihrer wissenschaftlichen Arbeit

einleitung, einleitung schreiben, wie schreibe ich einleitung

Die Einleitung gehört – wie das Schlusskapitel – zu den fixen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit, Bachelor- oder Masterarbeit bzw. Diplomarbeit, Dissertation).

In der Einleitung führen Sie Ihre Leserinnen und Leser an das Thema heran: Sie leiten, wie es das Wort sagt, in die Arbeit ein, Sie stellen das Thema vor. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, d.h. setzen Sie nicht zu viel Wissen voraus, holen Sie aber auch nicht zu weit aus. 

Denken Sie beim Schreiben immer an die Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit und deren Vorwissen. Wichtig ist: Machen Sie die Leserinnen und Leser in der Einleitung neugierig auf das Thema der Arbeit!

Auf diese Fragen sollten Sie in der Einleitung eine Antwort geben

1. Was genau ist Ihr Thema?

Ihre Leserinnen und Leser müssen von Beginn an verstehen, womit sich Ihre Arbeit befasst.

 

2. Auf welche Literatur stützen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben. Treffen Sie dabei eine vernünftige Auswahl. Zählen Sie die Bücher und Artikel nicht einfach nur auf, sondern kommentieren Sie die einzelnen Publikationen. Sagen Sie, was welche Publikation leistet, was man als Leserin oder Leser dort Besonderes erfährt. Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Autorin bzw. einen Autor oder eine Publikation nennen, müssen Sie in Klammer oder in der Fußnote immer den Literaturbeleg anführen.

 

Beispiele:

  • Mit der Frage, wie …, hat sich zuletzt umfassend Sabine Müller befasst. In ihrem 2011 erschienenem Buch zeigt sie, dass … (Müller 2011).
  • Das Standardwerk zum Thema … ist nach wie vor das Buch von Fritz Meier, in dem der Autor erstmals nachgewiesen hat, dass … (Meier 1980).
  • Zu den Meilensteinen der Forschung zählt sicherlich der 1990 erschienene Aufsatz von Elisabeth Huber, in dem die Autorin … (Huber 1990).

 

Hinweis: In allen genannten Fällen können Sie den Literaturbeleg statt in einer Klammer auch in einer Fußnote anführen.

 

3. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

Mit Ihrer Arbeit verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel. Erklären Sie in der Einleitung, was Sie in der Arbeit herausfinden, darlegen oder diskutieren wollen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit zeigt …
  • In der Arbeit soll dargelegt werden, wie …
  • Die Arbeit verfolgt drei Ziele: …
  • Das Hauptziel der Arbeit ist …

 

4. Wie werden Sie vorgehen?

Erklären Sie Ihren Leserinnen und Lesern, welche Methoden Sie verwenden. Also: Wie gehen Sie vor, um Ihr Ziel zu erreichen? Mögliche Methoden sind u.a. Experimente, Beobachtungen, quantitative oder qualitative Studien. Eine Arbeit kann aber auch nur auf Literaturstudien basieren (literaturgestützte Arbeit). Die Methoden, die Sie verwenden hängen stark von Ihrem Fach ab.   

 

5. Wie bauen Sie Ihre Arbeit auf?

Legen Sie dar, wie Ihre Arbeit strukturiert ist. Gehen Sie auf die Gliederung der Arbeit ein.

 

Beispiele:

  • Zunächst wird dargelegt, wie … Danach … Zum Schluss …
  • Im ersten Teil der Arbeit werde ich … Darauf aufbauend werde ich im zweiten Teil … Schließlich …
  • Die vorliegende Arbeit gliedert sich in … große Kapitel: Im ersten Kapitel erkläre ich, wie … Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit … Hier werde ich vor allem …

 

In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, das Wort „ich“ möglichst sparsam einzusetzen. Ich vertrete die Ansicht, dass Sie es im Vorwort und in der Einleitung durchaus verwenden können.

 

6. Was werden Sie nicht machen?

In der Einleitung können Sie auch erklären, was Sie nicht machen werden. Die meisten Themen sind so umfangreich und komplex, dass man Sie sie nicht vollständig behandeln können (v.a. nicht in einer Seminararbeit an der Uni, einer Bachelor- oder Masterarbeit). Wecken Sie bei Ihren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall falsche Erwartungen. Grenzen Sie das Thema ein bzw. ab und erklären Sie, warum Sie das machen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie ein Thema fassen, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung fallen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit konzentriert sich auf … Die Frage, wie … bleibt unberücksichtigt.
  • Auf … gehe ich im Folgenden nicht ein.
  • Eine umfassende Behandlung dieses Themas würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen.

 

Ob Sie die Fragen 1–6 in der hier angeführten Reihenfolge abarbeiten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass Sie auf alle sechs Fragen eingehen. Persönliche Aspekte, also etwa Ihre Beweggründe für die Themenwahl oder eine Danksagung, gehören übrigens nicht in die Einleitung, sondern ins Vorwort.

Der erste Satz der Einleitung

Es ist lohnend, wenn Sie sich Gedanken über den ersten Satz der Einleitung machen. Er sollte packend formuliert sein. Der langweiligste Einstieg lautet: „Diese Arbeit befasst sich mit …“ Unzählige Arbeiten beginnen mit einem Satz wie diesem.

Mit ein bisschen Nachdenken fällt Ihnen bestimmt ein packender Einstiegssatz ein. Sie können dabei durchaus auch an einen Artikel in einer Tageszeitung denken. So ein Artikel beginnt oft mit einem Einstiegssatz, der die Leserinnen und Leser richtiggehend in das Thema hineinzieht. Besonders gut geeignet für den Einstieg ist ein Hinweis auf die übergeordnete Bedeutung oder Aktualität des Themas Ihrer Arbeit. Erklären Sie, was Ihr Thema auszeichnet. Warum ist es so interessant? Wecken Sie die Neugier Ihrer Leserinnen und Leser!

 

Beispiel: Ausgangssituation, Sie schreiben eine Arbeit über die Architektur des Benediktinerstifts Melk in Niederösterreich.

  • Langweiliger Einstieg: Diese Arbeit befasst sich mit der Architektur des Benediktinerstifts Melk.
  • Packender Einstieg: Das Benediktinerstift Melk gehört zu den größten und bedeutendsten barocken Klosteranlagen Mitteleuropas.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Einleitung zu schreiben?

Die Einleitung schreiben Sie am besten, wenn der Hauptteil fertig ist, also ganz am Ende. Davor können und sollen Sie sich natürlich schon mit den einzelnen Fragen befassen, die Sie in der Einleitung thematisieren werden, aber es macht keinen Sinn, die Einleitung zu Beginn des Arbeitsprozesses auszuformulieren. Sie können nur in etwas einleiten, das Sie schon kennen! Wer den Arbeitsprozess mit dem Schreiben der Einleitung beginnt, läuft Gefahr, in eine Schreibblockade zu geraten.

Zusammenfassung

In der Einleitung

  • führen Sie die Leserinnen und Leser in das Thema ein.
  • geben Sie einen knappen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben (Forschungsstand bzw. -lage).
  • definieren Sie das Ziel Ihrer Arbeit.
  • erklären Sie den Weg, der Sie zu diesem Ziel führt (Methodenreflexion).
  • legen Sie den Aufbau Ihrer Arbeit dar.
  • können Sie auch sagen, was Sie nicht machen werden.

Der Blog-Artikel wird in geringfügig veränderter Form demnächst auch als PDF auf der Website http://www.ahs-vwa.at abrufbar sein.

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>> Wählen Sie für Ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit kein zu großes Thema
>> Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- oder Masterarbeit sein?
>> Welche Literatur zitiere ich, wenn ich Vergleiche mache oder Themen anspreche, die nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen?


Abbildungsnachweis:

Vector colored Pencil ©Özger Sarikaya – Fotolia.com

 

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Mi

01

Mai

2013

Wie schreibt man ein Über mich für eine Website?

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Wer eine Website besucht, hat eine Frage bzw. benötigt eine Lösung für ein bestimmtes Problem. Die meisten Menschen sind allerdings erst einmal skeptisch, wenn sie auf eine Website kommen: Sie haben Zweifel, ob das Produkt oder die Dienstleistung für sie richtig ist.

Wenn Sie eine Website haben, sollten Sie genau diese Zweifel ausräumen. Das wird Ihnen vor allem dann gelingen, wenn Sie die Besucher Ihrer Website informieren. Geizen Sie nicht mit Informationen. Versetzen Sie sich in die Besucher und überlegen Sie sich, welche Fragen sie zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung haben könnten. Liefern Sie Infos, Infos und nochmals Infos! Denken Sie dabei aber nicht nur an Ihr Angebot, sondern auch an sich. Wer sich für Ihr Angebot interessiert, möchte nämlich auch etwas über Sie wissen, v.a. wenn Sie Dienstleister sind. Und diese Informationen geben Sie im Über mich bzw. Über uns.

Was die Besucher Ihrer Website wissen möchten

Wer eine Website eines Dienstleisters besucht, stellt sich u.a. folgende Fragen

  • Wer steckt hinter dieser Website?
  • Kann er das wirklich, was er hier anbietet? Ist er kompetent?
  • Welche Ausbildung und berufliche Erfahrung hat er?
  • Wie sieht er aus? Ist er mir sympathisch?

Diese Fragen sollten Sie im Über mich bzw. Über uns beantworten. Dabei gilt: Bringen Sie Ihren Text auf den Punkt, schweifen Sie nicht aus, aber liefern Sie genug Informationen. 

Fließtext oder Tabelle für das Über mich bzw. Über uns?

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Über mich bzw. Über uns zu formulieren. Abhängig davon, ob Sie etwas über sich erzählen wollen oder ob Sie nur einen Überblick über die wichtigsten Etappen Ihres beruflichen Werdegangs geben möchten, wählen Sie einen Fließtext oder eine Darstellung in Tabellenform (natürlich ist auch eine Kombination möglich). Der Fließtext bietet mehr Raum, um Persönliches zu sagen, eine Tabelle ist oft übersichtlicher.

Foto

Ein Foto von Ihnen ist ein Muss. Verwenden Sie ein aktuelles Foto, das ein Profi gemacht hat, aber nicht gekünstelt wirkt und das vor allem nicht geschönt ist. Wenn Sie Lust haben, wählen Sie ein Foto, das Sie "in Aktion" zeigt. 

Bleiben Sie authentisch

Seien Sie ehrlich und bleiben Sie authentisch, wenn Sie Ihren Werdegang schildern. Ein Wochenendseminar, an dem Sie irgendwann einmal teilgenommen haben, ist keine „umfassende Ausbildung“, und der Besuch einer Tagung im Ausland ist noch keine nennenswerte „Auslandserfahrung“. Wenn Ihr Leben nicht geradlinig verlaufen ist, können Sie das durchaus sagen. In der Regel wirken ein paar Ecken und Kanten sympathischer als ein geradliniger Lebenslauf. Auch das Leben der Besucher Ihrer Website ist nicht immer geradlinig verlaufen.

Mitarbeiter und Kooperationspartner

V.a. kleinen Unternehmen rate ich, auch die Mitarbeiter auf der Website mit einem Foto und ein paar Informationen vorzustellen. Zum einen wird der Besucher der Website vielleicht mit dem einen oder anderen Mitarbeiter Kontakt haben, sollte er das Produkt bzw. die Dienstleistung kaufen, zum anderen signalisieren Sie damit, dass Sie Ihre Mitarbeiter schätzen. Informieren Sie die Besucher Ihrer Website also ruhig, wer wofür in Ihrem Unternehmen zuständig ist.

Natürlich ist es gut, wenn Sie sich dann auch bei der Vorstellung Ihrer Mitarbeiter Mühe geben. Beispiel: Statt „Sabine Müller, Sekretariat“ schreiben Sie besser „Sabine Müller betreut unser Sekretariat und nimmt Ihren Anruf entgegen“ oder „Sabine Müller betreut unser Sekretariat und nimmt zwischen 9:00 und 17:00 gerne Ihren Anruf entgegen“.

Wenn Sie, wie ich, ein Einpersonenunternehmen haben und mit anderen Unternehmen oder Freiberuflern zusammenarbeiten, stellen Sie Ihr „Netzwerk“ oder „Team“ auf der Website vor.

Und Privates?

Soll man Hinweise auf Interessen, Hobbys, Familie, Kinder auf der Website geben? Auch hier überlegen Sie sich am besten, ob solche Informationen für den Besucher Ihrer Website relevant sind. Wenn diese Zusatzinformationen Ihre Kompetenz unterstreichen oder Sie vielleicht schlichtweg sympathischer machen, dann stellen Sie sie auf Ihre Website. Aber, wie gesagt, betrachten Sie alles, was Sie Ihren Lesern sagen, immer aus deren Perspektive. 

Fazit

  • Sprechen Sie nicht von "wir", wenn Sie alleine arbeiten. Versuchen Sie nicht den Eindruck zu erwecken, dass hinter der Website ein großes Unternehmen steckt, wenn das nicht stimmt.
  • Schummeln Sie nicht und beschönigen Sie nichts. Wenn Ihr Lebenslauf ein paar Ecken und Kanten hat, stehen Sie dazu.
  • Legen Sie keine Über-uns-Seite an, wenn Sie dann dort nur ein paar allgemeine Informationen zu Ihrem Unternehmen liefern, aber die Menschen, die dort arbeiten, nicht vorstellen. 
  • Seien Sie authentisch. 
  • Informieren Sie! Mir ist noch selten eine Website begegnet, bei der ich das Gefühl hatte, ich erhalte zu viele Informationen. Ich kenne aber viele Webseiten, deren Texte zu knapp gehalten sind und die viele Fragen offen lassen. Eine Anfrage zu starten, kostet oft Überwindung. Viele Menschen fragen nicht gerne nach, sondern suchen dann einfach im Web nach einem anderen Anbieter.

Machen Sie es den Besuchern also einfach und geben Sie ihnen eine anschauliche Vorstellung davon, wer hinter der Website steckt.

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