Mo
03
Jun
2013
Seit nunmehr 16 Jahren lehre ich an verschiedenen Universitäten. 10 Jahre habe ich fix angestellt an der Universität Wien unterrichtet, seit 2007 lehre ich dort und an mehreren anderen Universitäten als sog. "Externe". Es gibt inzwischen kein studentisches Problem, das mir nicht in irgendeiner Form bereits einmal begegnet ist, und auch die Seite der Lehrenden ist mir gut vertraut.
Zu den absoluten Dauerbrennern, die im universitären Alltag für Unzufriedenheit bzw. Problemen führen, gehört das Thema "Feedback". Damit meine ich das Feedback auf schriftliche Arbeiten. Sowohl auf der Seite der Lehrenden als auch auf der Seite der Studierenden gibt es dazu oft Klagen. Auf beiden Seiten trifft man aber auch immer wieder auf eine ordentliche Portion Gleichgültigkeit. Ich möchte das Thema "Feedback" daher heute einmal hier aufgreifen und ein paar Überlegungen dazu anstellen – ohne mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Viele Lehrende korrigieren schriftliche Arbeiten sehr sorgfältig, aber die Studierenden geben sich mit der Note zufrieden und holen die Arbeiten nicht ab. Die Lehrenden bleiben auf der Arbeit sitzen! Diese Situation ist ausgesprochen ärgerlich, denn einen studentischen Text zu korrigieren, macht Mühe, und wenn diese Mühe umsonst ist, fragt man sich, wozu man sich das antut.
Und dann gibt es auch den umgekehrten Fall: Lehrende, die kein Feedback geben, obwohl sich ihre Studierenden eine Rückmeldung auf die Arbeiten wünschen.
Die Szenarien sind in diesem Zusammenhang vielfältig: So benoten manche Lehrende die Arbeiten, geben sie dann den Studierenden aber nicht zurück und stehen auch nicht für ein Gespräch zur
Verfügung. Andere Lehrende wiederum geben die Arbeiten zurück, aber außer ein paar Wellenlinien am Rand gibt es keinerlei Kommentare, aus denen die Studierenden die Note nachvollziehen und etwas
lernen können. Aus der Sicht der Studierenden ist das absolut frustrierend! Wie sollen sie sich weiterentwickeln und verbessern, wenn sie nicht wissen, was gut und was weniger gut gelaufen ist?
Schreiben hat man zwar in der Schule gelernt, für die erfolgreiche Absolvierung eines Studiums reichen die Schulkenntnisse (z.B. im Aufsatzschreiben) jedoch nicht aus. Wenn Sie ein Studium erfolgreich bewältigen wollen, müssen Sie laufend an Ihrer Schreibkompetenz arbeiten und v.a. auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Das bedeutet, Sie sollten
Schauen Sie also, dass Sie Ihre Arbeit zurückbekommen und wenn das schriftliche Feedback für Sie zu knapp oder zu wenig aussagekräftig ist, suchen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach, was Sie beim
nächsten Mal besser machen können, notieren Sie sich die Punkte und bemühen Sie sie sich, diese Punkte auch umzusetzen.
Die Lehre ist Teil des Jobs
Dass Lehrende Arbeiten ohne ausführliches Feedback zurückgeben und/oder nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen, ist für mich – trotz meiner langjährigen Erfahrung im Uni-Betrieb – nach wie vor erschreckend. Die drei Säulen der universitären Tätigkeit sind nun einmal Lehre, Forschung und Verwaltung. Das bedeutet: Ein Drittel der Zeit ist für die Lehre, also auch die Betreuung der Studierenden, vorgesehen.
Es gibt viele Lehrende, die mit großem Engagement, viel Ausdauer und Geduld unterrichten und sich für die Studierenden engagieren. Es gibt aber auch Mitarbeiter an Universitäten, die den Aufwand
für die Lehre so gering wie möglich halten.
Warum ist das so? Nun, die Arbeit an einer Universität ist meist ziemlich stressig. Zudem ist die Konkurrenz groß und wer beruflich weiterkommen möchte, sollte in erster Linie zwei Dinge tun:
Drittmittel einwerben und publizieren. Für das berufliche Fortkommen zählt (ich möchte fast sagen: ausschließlich) die Forschung, nicht die Lehre. So habe ich beispielsweise noch nie gehört, dass
jemand auf einen Lehrstuhl berufen wurde, weil er so ein ausgezeichneter Lehrer ist. Wer es nach oben schaffen will, muss v.a. eine lange Publikationsliste haben und seine
Leistung als Forscher unter Beweis stellen.
Das hat natürlich Konsequenzen für den Lehrbetrieb: Die Studenten und ihre Bedürfnisse kommen zu kurz! So schlimm das ist, möchte ich dafür jedoch auf keinen Fall nur die Lehrenden verantwortlich
machen, sondern auch das System "Universität".
Es gibt Möglichkeiten ...
Während meiner Tätigkeit als Assistentin habe ich das System "Universität" hautnah erlebt. Und natürlich habe ich auch für die Lehrenden Verständnis. Besonders viel Verständnis habe ich für
diejenigen, die nicht fix angestellt sind und für die es tagtäglich bei allem, was sie tun oder nicht tun, um die Zukunft und die Existenz geht.
Allerdings kann jeder Lehrende nach Wegen suchen, wie er Studierende mit einem vernünftigen Zeit- und Ressourceneinsatz gut betreuen kann. Mit ein wenig Kreativität lassen sich solche Wege
finden!
Hier zwei Wege, mit denen ich gute Erfahrungen mache:
1. Viele Studierende tun sich mit dem Formulieren schwer. Sammeln Sie unter bestimmten Gesichtspunkten (z.B. Mammutsätze, Satzzeichen etc.) ein paar Beispiele für schlecht formulierte Sätze und
lassen Sie sie überarbeiten. Besprechen Sie die Überarbeitung mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung. Dazu brauchen Sie nicht viel Zeit (für 3 Satzbeispiele brauchen Sie maximal 15
Minuten). Die Studierenden üben an praktischen Beispielen das Überarbeiten (das ja auch erst einmal gelernt werden muss) und erhalten von Ihnen direkt ein Feedback. Der Lerneffekt ist
erfahrungsgemäß groß, die Diskussion der Lösungen macht den Studierenden Spaß und Sie selbst haben keinen Korrekturaufwand.
2. In der Regel geben die Studierenden ihre Arbeiten am Ende des Semesters ab. Planen Sie einen Termin zu Beginn des folgenden Semesters ein, an dem Sie den Studierenden ihre Arbeiten zurückgeben
und ihnen die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen unklar ist. Zeigen Sie auf, was den Studierenden insgesamt gut gelungen ist, sprechen Sie aber auch die häufigsten Fehler an. So
bleiben Sie nicht auf den Arbeiten sitzen und können ein umfassendes Feedback geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer sorgfältig korrigierten Arbeit in Kombination mit einer
gemeinsamen Nachbesprechung nur mehr in Ausnahmefällen Sprechstundentermine notwendig sind.
Schreiben kann man lernen, Schreiben kann und muss man lehren. Und ohne Feedback ist die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln gering. Ich persönlich sehe allerdings auf beiden Seiten Handlungsbedarf: Studierende sollten sich um ein Feedback bemühen und Lehrende sollten bereit sein, Feedback zu geben. Gleichgültigkeit ist kein Weg.
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Mo
27
Mai
2013
In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen
kurzen Überblick über den Stand der Forschung zu geben.
Vielen Studierenden fällt das Schreiben einer Forschungslage bzw. eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu
geben.
Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich.
Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege,
Zitate).
Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die
Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der
Forschung zu Ihrem Thema).
Mit dem Forschungsstand
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein
chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen.
Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten
Überblick über die wichtigste Literatur.
Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat
der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich
machen.
Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...
Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...
Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ...
Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg
anführen!
Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie
eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden
Seiten zur Karlskirche anführen.
Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und
schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien
können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.
Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde
letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung
verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz.
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Do
02
Mai
2013
Aus Erfahrung weiß, dass sich viele Studierende mit dem Schreiben der Einleitung plagen. Sie sind sich unsicher, was überhaupt alles in die Einleitung gehört und wann man sie am besten schreibt. Der folgende Beitrag gibt Antwort auf diese Fragen.
Die Einleitung gehört – wie das Schlusskapitel – zu den fixen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit, Bachelor- oder Masterarbeit bzw. Diplomarbeit,
Dissertation).
In der Einleitung führen Sie Ihre Leserinnen und Leser an das Thema heran: Sie leiten, wie es das Wort sagt, in die Arbeit ein, Sie stellen das Thema vor. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus,
d.h. setzen Sie nicht zu viel Wissen voraus, holen Sie aber auch nicht zu weit aus.
Denken Sie beim Schreiben immer an die Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit und deren Vorwissen. Wichtig ist: Machen Sie die Leserinnen und Leser in der Einleitung neugierig auf das Thema der Arbeit!
1. Was genau ist Ihr Thema?
Ihre Leserinnen und Leser müssen von Beginn an verstehen, womit sich Ihre Arbeit befasst.
2. Auf welche Literatur stützen Sie sich in Ihrer Arbeit?
Geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben. Treffen Sie dabei eine vernünftige Auswahl. Zählen Sie die Bücher und Artikel nicht einfach nur auf, sondern kommentieren Sie die einzelnen Publikationen. Sagen Sie, was welche Publikation leistet, was man als Leserin oder Leser dort Besonderes erfährt. Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Autorin bzw. einen Autor oder eine Publikation nennen, müssen Sie in Klammer oder in der Fußnote immer den Literaturbeleg anführen.
Beispiele:
Hinweis: In allen genannten Fällen können Sie den Literaturbeleg statt in einer Klammer auch in einer Fußnote anführen.
3. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?
Mit Ihrer Arbeit verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel. Erklären Sie in der Einleitung, was Sie in der Arbeit herausfinden, darlegen oder diskutieren wollen.
Beispiele:
4. Wie werden Sie vorgehen?
Erklären Sie Ihren Leserinnen und Lesern, welche Methoden Sie verwenden. Also: Wie gehen Sie vor, um Ihr Ziel zu erreichen? Mögliche Methoden sind u.a. Experimente, Beobachtungen, quantitative oder qualitative Studien. Eine Arbeit kann aber auch nur auf Literaturstudien basieren (literaturgestützte Arbeit). Die Methoden, die Sie verwenden hängen stark von Ihrem Fach ab.
5. Wie bauen Sie Ihre Arbeit auf?
Legen Sie dar, wie Ihre Arbeit strukturiert ist. Gehen Sie auf die Gliederung der Arbeit ein.
Beispiele:
In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, das Wort „ich“ möglichst sparsam einzusetzen. Ich vertrete die Ansicht, dass Sie es im Vorwort und in der Einleitung durchaus verwenden können.
6. Was werden Sie nicht machen?
In der Einleitung können Sie auch erklären, was Sie nicht machen werden. Die meisten Themen sind so umfangreich und komplex, dass man Sie sie nicht vollständig behandeln können (v.a. nicht in einer Seminararbeit an der Uni, einer Bachelor- oder Masterarbeit). Wecken Sie bei Ihren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall falsche Erwartungen. Grenzen Sie das Thema ein bzw. ab und erklären Sie, warum Sie das machen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie ein Thema fassen, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung fallen.
Beispiele:
Ob Sie die Fragen 1–6 in der hier angeführten Reihenfolge abarbeiten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass Sie auf alle sechs Fragen eingehen. Persönliche Aspekte, also etwa Ihre Beweggründe für die Themenwahl oder eine Danksagung, gehören übrigens nicht in die Einleitung, sondern ins Vorwort.
Es ist lohnend, wenn Sie sich Gedanken über den ersten Satz der Einleitung machen. Er sollte packend formuliert sein. Der langweiligste Einstieg lautet: „Diese Arbeit befasst
sich mit …“ Unzählige Arbeiten beginnen mit einem Satz wie diesem.
Mit ein bisschen Nachdenken fällt Ihnen bestimmt ein packender Einstiegssatz ein. Sie können dabei durchaus auch an einen Artikel in einer Tageszeitung denken. So ein Artikel beginnt oft mit
einem Einstiegssatz, der die Leserinnen und Leser richtiggehend in das Thema hineinzieht. Besonders gut geeignet für den Einstieg ist ein Hinweis auf die übergeordnete Bedeutung oder
Aktualität des Themas Ihrer Arbeit. Erklären Sie, was Ihr Thema auszeichnet. Warum ist es so interessant? Wecken Sie die Neugier Ihrer Leserinnen und Leser!
Beispiel: Ausgangssituation, Sie schreiben eine Arbeit über die Architektur des Benediktinerstifts Melk in Niederösterreich.
Die Einleitung schreiben Sie am besten, wenn der Hauptteil fertig ist, also ganz am Ende. Davor können und sollen Sie sich natürlich schon mit den einzelnen Fragen befassen, die Sie in der Einleitung thematisieren werden, aber es macht keinen Sinn, die Einleitung zu Beginn des Arbeitsprozesses auszuformulieren. Sie können nur in etwas einleiten, das Sie schon kennen! Wer den Arbeitsprozess mit dem Schreiben der Einleitung beginnt, läuft Gefahr, in eine Schreibblockade zu geraten.
In der Einleitung
Der Blog-Artikel wird in geringfügig veränderter Form demnächst auch als PDF auf der Website http://www.ahs-vwa.at abrufbar
sein.
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stehen?
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Di
23
Apr
2013
Heute ist "Welttag des Buches". Gleichzeitig startet die Aktion "Blogger schenken Lesefreude". Hunderte Blogger verlosen ein Buch, das sie selbst besonders schätzen. Ich habe mich dazu entschieden, das Buch "Erfolgreich texten" von Doris Märtin zu verlosen. Das Buch ist in meinen Augen ein ausgezeichneter Ratgeber zum Thema Texten im beruflichen Alltag, im Studium und in der Wissenschaft. Wie es der Zufall will, bin ich im Vorfeld der Aktion über den Bramann Verlag, in dem das Buch erschienen ist, mit der Autorin Doris Märtin in Kontakt gekommen. Rasch entstand die Idee, ein Interview zu machen, das Sie nun hier lesen können. Hinweise zum Gewinnspiel finden Sie am Ende des Artikels.
„Erfolgreich texten“ ist 2010 bereits in der vierten Auflage erschienen und in meinen Augen einer der besten Schreibratgeber. Wann ist die erste Auflage erschienen und was hat Sie dazu veranlasst, ein Buch zum Thema "Texten" zu schreiben?
Die erste Auflage von „Erfolgreich texten“ ist 1998 erschienen. Kurz bevor ich das Buch geschrieben habe, habe ich ein wissenschaftliches Handbuch lektoriert, an dem über 40 Professoren beteiligt waren. Die Textänderungen, die ich vorgenommen habe, waren immer wieder die gleichen: überlange Sätze, Nominalstil, Passiv, Verschachtelungen, Fachjargon. In meinem Buch wollte ich vor allem zeigen, wie man komplexe Inhalte ohne Bedeutungsverlust klarer und prägnanter erklärt.
2010 ist das Buch dann in einer überarbeiteten 4. Auflage erschienen. Die Neuauflage spiegelt die Erfahrungen wider, die ich als Buchautorin und Kommunikationsberaterin für Unternehmen gemacht habe. Die neuen Kapitel behandeln, wie man Leser und Kunden emotional intelligent anspricht: zum Beispiel, wie man die Aufmerksamkeit fesselt oder den Nutzen eines Angebots kommuniziert.
Inhaltlich war es einfach, das Buch zu schreiben: Ich konnte ja auf meine Erfahrungen und viele Textseminare und Schreib-Workshops aufsetzen. Sprachlich war es durchaus eine Herausforderung, die aufgestellten Regeln und Empfehlungen auch selbst einzuhalten. Am meisten Spaß hat es mir gemacht, abschreckende Vorher-Texte zu finden und in beispielhafte Nachher-Texte zu verwandeln.
Es gibt viele Menschen, denen das Schreiben schwerfällt. Sie finden nicht die richtigen Worte, die Sätze sind lang und umständlich formuliert etc. Was kann man Ihrer Meinung nach tun, um besser, v.a. stilsicher zu schreiben?
Das Wichtigste ist das Überarbeiten. Laien stellen sich oft vor, jeder Satz müsste auf Anhieb sitzen. Profis tasten sich dagegen langsam vor. Ich nehme mir den Werbetexter David Ogilvy zum Vorbild: „Meine Texte sind mittelmäßig, aber meine Überarbeitungen sind spitze.“
Darüber hinaus hängt es natürlich auch vom Typ ab, wo die eigenen Stärken und Potenziale liegen: Die einen denken genau darüber nach, wie sie einen Text aufbauen, kommen aber einfach nicht in den Schreibfluss hinein. Andere schreiben frei und assoziativ, recherchieren aber nur oberflächlich oder vertrödeln die Zeit. Auf meiner Website gibt es einen Schreibtypen-Test zum Herunterladen mit Tipps, wie man das Beste aus seinen individuellen Schreibstärken und -schwächen macht.
Wenn Sie nun neugierig geworden sind und an der Verlosung teilnehmen möchten, kommentieren Sie bitte den Blog-Artikel. Am 30. April findet dann die Verlosung statt. Die Gewinnerin bzw. der
Gewinner wird hier auf dieser Seite bekanntgegeben.
Mi
17
Apr
2013
Christian Müller von Sozial-PR hat eben einen ausgezeichneten Artikel samt Video in seinem Blog veröffentlicht, der den Titel "Tu es ganz!" trägt. Christian macht deutlich, dass wir uns von der Vorstellung, etwas ganz oder gar nicht zu machen, lösen sollten. Diese Vorstellung blockiert nämlich. Als Schreibcoach erlebe ich es selbst oft, zu welchen Schwierigkeiten hohe Ansprüche bzw. ein überzogener Perfektionismus führen können.
Studierende fangen zum Beispiel nicht und nicht mit dem Schreiben ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit an, weil sie meinen, dass sie erst einmal alle Literatur zusammentragen müssen. Berufstätige Studierende haben das Gefühl, erst einmal mehrere Tage am Stück Zeit haben zu müssen, um mit ihrer Abschlussarbeit "in Ruhe anfangen zu können". Ich kenne auch Menschen, die sehr gerne bloggen würden, sich aber ewig über das Projekt nicht drüber trauen, weil sie denken, dass sie vorher noch diesen oder jenen Ratgeber lesen sollten. In all diesen Fällen ist es hilfreich, wenn man sich klar macht, dass der Anfang gar nicht perfekt sein muss. Die Dinge können sich auch entwickeln.
Es ist wichtig, endlich einmal anzufangen! Natürlich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Man muss nicht "alles wissen", bevor man mit dem Schreiben einer Bachelor- oder Masterarbeit beginnt (abgesehen davon, dass so und so niemand alles weiß). Wer neben dem Studium berufstätig ist, sollte lieber kleine Lücken im Alltag finden, um mit dem Schreiben anzufangen als dauernd darauf zu warten, mehrere freie Tage am Stück zu haben. Und wer bloggen möchte, sollte seinen Blog aufsetzen und loslegen.
Und falls Sie jetzt denken "Die hat gut reden!", dann schauen Sie auf die Website meiner Social-Media-Werkstatt. Die Website ist
noch nicht fertig (es fehlen noch weitere Navigationspunkte und Unterseiten), aber ich habe sie trotzdem schon online gestellt. Manch ein Web-Berater würde jetzt vielleicht sagen, dass das keine
gute Idee war. Baustellen-Seiten gehören nicht ins Web. Ich sehe das anders. Mich motiviert es, wenn die Website bereits online ist. Ich werde sie nach und nach aufbauen, aber eben schrittweise
und im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten. Ich kann und will mich im Augenblick nicht voll und ganz auf die Erstellung der Website konzentrieren, aber ich arbeite soweit es eben geht daran
(in Wien sagen wir dazu "zizerlweise an etwas arbeiten").
Und Christian Müller? Er hat seine Videoreihe "Gehdanken" gestartet, obwohl sie von der Technik her längst nicht perfekt ist. Am Anfang hat die Kamera gewackelt, hin und wieder
ist es ziemlich dunkel, das alles macht aber nichts. Ich bin mir sicher, dass die "Gehdanken" in ein paar Monaten anders aussehen werden und es ist schön, ihm bei dieser Entwicklung zuzusehen
(abgesehen davon, dass ich die Inhalte sehr anregend finde). Also, nur Mut! Wenn Sie eine Idee haben oder bereits seit längerer Zeit ein Schreibprojekt planen, legen Sie los!
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So
14
Apr
2013
Bestimmt waren Sie schon einmal bei einem Vortrag, der viel zu lang gedauert hat. Leider kommt es immer wieder vor, dass Vortragende die geplante Redezeit überschreiten. Im Folgenden möchte ich
Ihnen ein paar Tipps geben, was Sie tun können, damit Ihnen das nicht passiert. Sie werden sehen, die Zeitplanung für ein Referat oder einen Vortrag ist gar nicht so schwer.
Viele Vortragende haben nur ihr Wissen im Auge. Alles erscheint ihnen wichtig. Sie wollen dem Publikum unendlich viel sagen, und es fällt ihnen schwer, sich auf das wirklich Wesentliche zu
beschränken. Vor allem aber denken sie nicht an die Zuhörer – dabei kommt es genau darauf an!
Wenn Sie sich nicht an die vorgegebene Redezeit halten, ...
Es gibt ein paar einfache Wege, wie Sie das Timing Ihres Referats bzw. Vortrags in den Griff bekommen:
Machen Sie sich die Mühe und bereiten Sie sich sorgfältig vor. Es lohnt sich! Die Menschen, die zu Ihrem Vortrag kommen, schenken Ihnen ihre Zeit, und damit sollten Sie sorgfältig und
wertschätzend umgehen.
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So
10
Mär
2013
Ich erhalte in der letzten Zeit via E-Mail allerhand Anfragen für Lektorat (Diplomarbeit, Website, Flyer etc.). In der Regel wollen die Interessentinnen und Interessenten erst einmal wissen, was
sie ausgeben müssen, wenn wir ihren Text Korrektur lesen. Die Standardfrage lautet: "Was kostet ein Lektorat?"
Ab-Preise stehen als Richtwert auf meiner Website. Anhand dieser Angaben kann jeder abschätzen, ob für ihn ein Lektorat durch die Schreibwerkstatt überhaupt in Frage kommt. Für
eine exakte Preisauskunft brauche ich aber den Text. Ich muss den Umfang des Textes kennen (Zeichen inkl. Leerzeichen) und mir anschauen, wie hoch der
Korrekturaufwand ist. Erst dann kann ich einen genauen Preis nennen. Ein anderes Vorgehen wäre unseriös.
Das ist nicht anders als in einer Autowerkstätte. Auch hier muss sich der Mechaniker erst einmal das Auto anschauen, um sagen zu können, was die Reparatur kostet. Und der
Maler und Anstreicher? Er muss ebenfalls zuerst einmal Ihre Wohnung anschauen. Erst nach der Wohnungsbesichtigung kann er einen genauen Kostenvoranschlag erstellen. Und der Installateur oder der
Zahnarzt? Es ist immer und überall gleich: keine seriöse Preisauskunft bei Dienstleistern ohne Kenntnis des Leistungsumfangs.
Falls Sie eine Anfrage wegen eines Lektorats stellen, schicken Sie am besten nicht nur den Text, sondern sagen Sie mir auch, bis wann der Auftrag erledigt sein sollte (erfahrungsgemäß ist es ja
fast immer eilig). So kann ich Ihnen rasch alle Informationen senden, die Sie brauchen.
Weitere Hinweise zum Thema "Lektorat" finden Sie hier.
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So
03
Mär
2013
Wenn Sie sich ein Thema für Ihre Abschlussarbeit (Uni, FH) suchen, nehmen Sie ein Thema, zu dem Sie tatsächlich die Fragen der Forschung diskutieren können. Tiefgang ist gefragt!
Diese Woche hat sich eine Studentin mit der Bitte um Hilfe an mich gewandt. Eigentlich sollte sie in diesen Tagen ihre Diplomarbeit dringend abgeben, aber es hat sich bei der Erstbegutachtung herausgestellt, dass sie wichtige Literatur nicht gelesen hatte. Da ihr unklar war, was da noch genau fehlt und ich mich mit dem Thema als Wissenschaftlerin gut auskenne, hat sie mich um Unterstützung gebeten.
Nachdem ich die Arbeit durchgesehen hatte, war mir klar: Da kann ich leider nicht helfen. Zumindest nicht innerhalb der kurzen Zeit, die zur Verfügung steht. Man müsste völlig neu ansetzen. Das Thema kann man in einer 400-seitigen Dissertation bearbeiten, aber sicher nicht in einer 80-seitigen Diplomarbeit. So ein riesiges Thema ist in einer Diplomarbeit nicht zu bewältigen. Die Größe des Themas war auch der Grund, dass die Diplomandin nicht genau bibliografiert hat. Sie war mit dem Thema völlig überfordert – kein Wunder!
Da sind verschiedene Dinge aus dem Ruder gelaufen. Und es macht mich jedes Mal ziemlich betroffen, wenn ich so etwas erlebe. Wie aber kann es überhaupt zu so einer Situation kommen?
In dem geschilderten Fall war, wie sich rasch herausgestellt hat, in erster Linie Punkt 1 für das Dilemma verantwortlich. Was können Sie als Student nun tun, damit Sie nicht in so eine Situation geraten?
Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie ein Exposé (Konzept) schreiben und es mit Ihrem Betreuer besprechen. Viele Betreuer verlangen kein Exposé. Mein Tipp: Egal, ob
ihr Betreuer ein Exposé will oder nicht, schreiben Sie eines!
Was umfasst ein Exposé? Zu einem Exposé gehören ein Fließtext, in dem der Zuschnitt der Arbeit erklärt wird, eine vorläufige Gliederung, eine Auswahlbibliografie und ein Zeitplan. Wichtig:
Papier ist geduldig. Eine Gliederung sagt erst dann etwas aus, wenn neben den einzelnen Kapiteln die geschätze Seitenzahl steht. Es ist ein
Unterschied, ob ein Kapitel 1, 2, 5 oder 10 Seiten hat. Und natürlich macht es keinen Sinn zentrale Themen auf einer Seite abzuhandeln. In einer wissenschaftlichen Arbeit ist Tiefgang
gefragt. Eine oberflächliche Zusammenschau ist rasch zusammengeschrieben, als Diplomand sollen Sie aber die Fragen der Forschung vor dem Hintergrund der Literatur diskutieren.
Vermutlich fragen Sie sich jetzt, welchen Rat ich der Studentin gegeben habe, die sich letzte Woche an mich gewandt hat. Ganz einfach: Rasch noch die eine oder andere Literatur zusammentragen und
einarbeiten. Oberflächliche Kosmetik machen und hoffen, dass die Arbeit trotzdem durchgeht. Mehr kann man in dieser Situation leider nicht machen.
Und vielleicht fragen Sie sich, ob das ganze Dilemma nicht der Betreuer ausgelöst hat. Ja, hat er! Dennoch ist die Diplomandin ein Stück mitverantwortlich. Eigeninitative ist
nicht nur im Leben generell, sondern auch im Studium gefragt.
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So
10
Feb
2013
Sie zitieren am besten die neueste Spezialliteratur zu dem Vergleichsbeispiel bzw. dem Randthema. Sie müssen natürlich nicht die gesamte Spezialliteratur anführen, sondern nur den einen
oder anderen ausgewählten Titel.
Auf keinen Fall sollten Sie Literatur zitieren, die Sie einfach einmal so schnell irgendwo im Web oder in der Bibliothek zufällig entdeckt haben. Auch auf veraltete Literatur sollten Sie
nicht hinweisen. Mit Zufallsfunden oder alten Hüten ist Ihren Leserinnen und Lesern nicht geholfen. Das bedeutet: Selbst wenn es zeitaufwändig ist, müssen Sie auch zu Themengebieten
bibliografieren, die nicht im Mittelpunkt Ihrer Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeit stehen.
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Sa
09
Feb
2013
Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan ist heute zurückgetreten. Sie zieht damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität
Düsseldorf am Dienstag.
Wiederholt wird in den Medien, aber auch auf Facebook & Co., die Frage gestellt, warum denn die Gutachter im Falle eines Plagiats ihres Schützlings ungestraft bleiben. Die Antwort ist relativ
einfach: Eine Betreuerin oder ein Betreuer einer Uni-Arbeit hat oft gar keine Chance, ein Plagiat zu erkennen.
Ohne technische Hilfsmittel (Online-Plagiatsprüfung), die es ja bis vor Kurzem nicht gab, kann man ein Plagiat im Wesentlichen nur dann erkennen, wenn
Wenn Sie selbst einmal ausprobieren möchten, ob Sie ein Plagiat erkennen, empfehle ich Ihnen den Online-Kurs Fremde Federn Finden.
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"Plagiat"
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Microsoft PowerPoint 2010
Sa
09
Feb
2013
Es gibt viele Gründe, weshalb man mit einem Schreibprojekt möglicherweise nicht vorankommt. Was viele Menschen nicht wahrhaben wollen: Auch ein unaufgeräumter Schreibtisch kann sich bremsend auf die Arbeit auswirken oder sogar Schreibblockaden auslösen.
Wenn Sie keinen Überblick mehr über Ihre Unterlagen haben oder ewig lang kramen müssen, um die Zettel zu finden, die Sie gerade brauchen, ist es höchste Zeit, aufzuräumen.
Dann gehen Sie in kleinen Schritten vor. Nehmen Sie sich jeden Tag 10, 15 oder 30 Minuten (legen Sie die Minutenzahl vorab fest) und räumen Sie in dieser Zeit konsequent auf. Wichtig ist in diesem Fall die Regelmäßigkeit. Wenn sich bei Ihnen Zettelberge stapeln und Sie sich diese Berge nur alle paar Tage einmal für wenige Minuten vorknöpfen, bringt das wenig.
Und welche Erfahrungen haben Sie mit dem Aufräumen gemacht? Was funktioniert bei Ihnen gut?
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Microsoft PowerPoint 2010
Mi
06
Feb
2013
Viele Studierende sind verunsichert, wenn sie eine Arbeit an der Universität bzw. FH schreiben sollen. Sie wünschen sich Faustregeln – Regeln, an denen sie sich festhalten können.
Der Wunsch nach einer Faustregel betrifft auch das Literaturverzeichnis. Immer wieder einmal werde ich gefragt: Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- bzw. Masterarbeit sein? Die Antwort darauf ist einfach: So lang wie nötig! Da Sie wahrscheinlich jetzt finden, dass diese Antwort ziemlich unbefriedigend ist, möchte ich Ihnen im Folgenden erklären, woran Sie ein unvollständiges Literaturverzeichnis erkennen bzw. wie Sie zu einem Literaturverzeichnis mit der "richtigen" Länge kommen.
Sie sollten alle Literatur lesen, die für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit relevant ist. Relevant sind zumindest einmal die Meilensteine der Literatur. Damit meine ich alle Publikationen, in denen zentrale Forschungsergebnisse zu Ihrem Thema vorgestellt wurden. Daneben gibt es weitere Literatur, die Sie ebenfalls berücksichtigen müssen, weil sie zu Detailfragen wichtige Erkenntnisse beinhaltet.
Damit Sie die Literatur, die für Ihr Thema relevant ist, lesen können, müssen Sie sie natürlich erst einmal finden, und das funktioniert nur dann, wenn Sie die verschiedenen Rechercheinstrumente
kennen. Machen Sie sich also am besten gleich zu Studienbeginn mit den zahlreichen OPACs und Datenbanken vertraut (Google ist für die Recherche wissenschaftlicher Literatur nicht das Mittel
der ersten Wahl).
Sie sollten nicht nur die OPACs und Datenbanken als solche kennen, sondern auch wissen, was Sie dort überhaupt finden. Ich erlebe es oft, dass Studierende einen OPAC wahllos mit
Schlagwörtern füttern, aber nicht wissen, welche Literatur dort überhaupt erfasst ist. Es gibt zum Beispiel allerhand OPACs, in denen zwar Zeitschriftentitel, aber nicht die Titel der einzelnen
Aufsätze drinnen sind.
Haben Sie ein Thema zur Bearbeitung übernommen, versuchen Sie, sich zunächst einmal einen Überblick über die Literatur verschaffen. Je mehr Literatur es gibt, desto schwieriger ist das. Und wenn
Sie noch wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten haben, wird Ihnen die Recherche sicherlich nicht leicht von der Hand gehen. Das ist ganz normal und vor allem zu Beginn des Studiums kein
Anlass zur Sorge! Ich war am Anfang auch ziemlich "wackelig" in diesem Bereich.
In Ihr Literaturverzeichnis nehmen Sie die Literatur auf, die Sie in den Fußnoten bzw. in den Klammern erwähnt haben. Literatur, die Sie zitieren, müssen Sie in das Literaturverzeichnis packen!
Ob Sie noch weitere Publikationen in das Literaturverzeichnis aufnehmen, liegt an Ihnen bzw. könnte auch in den Zitierregeln, nach denen Sie arbeiten, festgelegt sein. Ich persönlich halte nichts davon, ein Literaturverzeichnis mit Titelangaben vollzustopfen, die man für den Anmerkungsapparat gar nicht verwendet hat. Es geht nämlich nicht darum zu zeigen, dass man fleißig war und jede Menge Literatur recherchiert hat, sondern es geht darum, die Leserinnen und Leser bei der Hand zu nehmen und wissend durch das Dickicht der Literatur zu lotsen.
Die Begriffe "Literaturverzeichnis" und "Bibliografie" werden häufig synonym verwendet. Beide enthalten Literaturangaben, beide meinen ein Schriftenverzeichnis. Manche Forschungsinstitutionen
oder Redaktionsteams unterscheiden jedoch zwischen den Begriffen. In den Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der "Deutschen Gesellschaft für Psychologie" (3. Auflage, Göttingen 2007, S. 84) heißt es etwa:
"Das Literaturverzeichnis des Artikels enthält die notwendigen Informationen für den Leser, um die im Artikel angeführten Quellen identifizieren und in Bibliotheken auffinden zu können. In
das Literaturverzeichnis dürfen nur jene Arbeiten aufgenommen werden, auf die im Artikel Bezug genommen wird. Im Unterschied zu einem Literaturverzeichnis enthält eine Bibliographie
Hintergrundliteratur oder weiterführende Literatur; Beiträge in Fachzeitschriften enthalten Literaturverzeichnisse, keine Bibliographien."
Man muss gar nicht Expertin bzw. Experte eines Fachs sein, um die Qualität eines Literaturverzeichnisses beurteilen zu können. Ein unvollständiges Literaturverzeichnis erkennen Sie u.a. an folgenden Punkten:
Wenn zum Beispiel das Literaturverzeichnis einer 80-seitigen Masterarbeit nur 10 Publikationen beinhaltet, ist da sicherlich der Wurm drinnen. In so einem Fall weiß ich, dass die Autorin bzw. der Autor nicht sorgfältig recherchiert hat.
Viele Forschungsergebnisse werden in Artikelform veröffentlicht. Wenn in einem Literaturverzeichnis einer Bachelor- oder Masterarbeit überhaupt keine Aufsätze angeführt sind, ist mir sofort klar: Die Autorin bzw. der Autor hat nicht gründlich genug nach Literatur recherchiert bzw. ist ihr oder ihm die Bedeutung von unselbständigen Publikationen im Wissenschaftsbetrieb (noch) nicht klar.
Wenn jemand eine Arbeit über das nahe Paris gelegenen Schloss Versailles geschrieben hat und im Literaturverzeichnis finden sich nur deutschsprachige Titel, stimmt etwas nicht, denn natürlich wird auch in Frankreich zu Versailles geforscht. In diesem Fall vermute ich sofort: Die Autorin bzw. der Autor kann kein Französisch und hat deshalb die französische Literatur links liegen gelassen.
Wenn Sie wichtige Literatur in Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit unberücksichtigt gelassen haben, entspricht die Arbeit nicht wissenschaftlichen Standards. Stress, Zeitmangel, fehlendes Wissen um die diversen OPACs, mangelnde Sprachkenntnisse etc. können für Sie persönlich eine Erklärung sein, weshalb Ihr Literaturverzeichnis nicht o.k. ist, die Öffentlichkeit, insbesondere andere Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler, werden dafür aber kein Verständnis haben.
Damit Sie besser nachvollziehen können, was ich meine, hier ein Beispiel:
Stellen Sie sich vor, Ihre Masterarbeit ist so gut, dass Sie von einer renommierten Fachzeitschrift eingeladen werden, die Ergebnisse dort zu publizieren. Ihr Artikel ist erschienen und eine
andere Forscherin bzw. ein anderer Forscher veröffentlich etwas zu demselben Thema, berücksichtigt aber Ihren Artikel nicht. Wie würde es Ihnen damit gehen?
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Außerdem finden Sie auf der Seite "Downloads" der Schreibwerkstatt ein PDF mit einer Einführung in die Literaturrecherche.
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Mi
30
Jan
2013
Manchmal ist im Büroalltag extrem viel los. Die Arbeit türmt sich am Schreibtisch, die Zahl der unbeantworteten E-Mails wächst und auch die To-do-Liste wird immer länger.
Man weiß vor lauter Arbeit nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Man hat das Gefühl, dass der Kopf prallvoll ist, dass er förmlich zu platzen droht und man
ihn dringend ausleeren müsste.
Unterbrechen Sie die Negativspirale bzw. den Strudel, in den man oft in so einer Situation gerät. Verlassen Sie den Schreibtisch oder, wenn möglich, sogar das Büro. Gehen Sie an die frische Luft, drehen Sie eine Runde um den Häuserblock.
Wenn der Arbeitsberg wächst und wächst, hat man oft keinen Überblick mehr, was alles ansteht. Man hat das Gefühl, von der Arbeit erdrückt zu werden. Man schwimmt im Strom mit, steuert aber
nicht.
In so einer Situation ist es hilfreich, wenn Sie alle anstehenden Arbeiten zunächst einmal aufschreiben (wirklich alle!). Danach ordnen Sie die Arbeiten. Das bedeutet, dass Sie
überlegen, in welcher Reihenfolge Sie die Arbeiten am sinnvollsten erledigen. Besonders gut geht das Ordnen übrigens, wenn Sie die einzelnen Arbeiten auf Karteikärtchen schreiben. Sie können
die Kärtchen nämlich am Schreibtisch auflegen und anschließend verschieben. Und wenn eine Arbeit erledigt ist: Ab mit der Karteikarte in den Papierkorb! Ein schönes Gefühl!
Manchmal geht es nicht mehr anders. Man muss eine wichtige Deadline verschieben, weil man es einfach nicht schafft, ein Projekt rechtzeitig abzuschließen. Und die Verschiebung der Deadline kann
dann durchaus befreiend wirken, weil der Druck erst einmal weg ist und Freiraum entsteht.
Erfahrungsgemäß kommen viele Menschen erst sehr spät zu der Einsicht, dass sie eine bestimmte Arbeit nicht in der vorgesehenen Zeit schaffen. Das Bauchgefühl sagt ihnen aber meist schon sehr viel
früher, dass sich das alles nicht ausgeht (siehe dazu den heute erschienenen Blog-Artikel von Silke Loers Der Bauch spinnt doch?). Nur der Kopf will das nicht wahrhaben.
Vertrauen Sie in so einer Situation Ihrem Bauchgefühl. Wenn Sie etwas zeitlich wirklich nicht schaffen, informieren sie möglichst bald die Menschen, die das betrifft (Mitarbeiter, Kunden etc.).
Verschieben Sie Projekte bzw. Deadlines nicht in letzter Sekunde. Ihr Umfeld wird es Ihnen danken, und der Druck auf Sie wird kleiner oder verschwindet sogar.
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Do
24
Jan
2013
Gerade in diesen Tagen ist das Thema "Plagiat" wieder einmal in den Medien. Die Dissertation der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan steht unter
Plagiatsverdacht.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir fällt es schwer, mir hier eine Meinung zu bilden. Ich müsste nämlich sowohl die Arbeit als auch die nicht oder nicht korrekt zitierte Literatur
kennen, um die Sache wirklich beurteilen zu können. Sollte Annette Schavan tatsächlich plagiiert haben, wäre es außerdem interessant zu erfahren, wie es dazu gekommen ist: War es
böse Absicht? Oder wusste sie einfach nicht, wie man korrekt mit fremden Ergebnissen umgeht? Vermutlich werden wir auf diese Fragen, nie eine sichere Antwort bekommen.
Aus meiner mittlerweile 15-jährigen Lehrerfahrung weiß ich aber, dass Studierende in den seltensten Fällen mutwillig plagiieren. Das ist freilich keine Entschuldigung! Plagiat bleibt
Plagiat. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie auch ohne Betrugsabsicht leicht in die Plagiatsfalle tappen können.
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Fr
04
Jan
2013
Noch nie wurden so viele Rezensionen geschrieben wie heute. Sind Rezensionen noch vor einigen Jahren ausschließlich in gedruckter Form erschienen, bietet das Web mittlerweile eine große
Bandbreite an Publikationsmöglichkeiten. Und diese Bandbreite wird auch genutzt: Trainer, Coaches, Wissenschaftler, Hobbyautoren, aber auch Leser ohne speziellen fachlichen Hintergrund betätigen
sich als Rezensenten.
Rezensiert wird in Online-Zeitschriften, in Blogs, in Shopping-Portalen (z.B. Amazon) etc. Manch ein Rezensent will dabei wirklich nur seine Meinung kundtun, in den meisten Fällen geht es jedoch um mehr: um Bekanntheit, den Aufbau eines Expertenstatus, die eigene Publikationsliste etc.
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So
28
Okt
2012
Das Setzen von Fußnoten bzw. das richtige Belegen fällt vielen Studierenden schwer. Im Folgenden habe ich fünf Fragen aufgerollt, die mir besonders oft gestellt werden.
Vorab noch ein kurzer Hinweis: In der Wissenschaft sind zwei verschiedene Belegsysteme gebräuchlich: Fußnoten am Ende der Seite bzw. am Ende des Textes und Klammern im Fließtext (manchmal werden auch beide Systeme gleichzeitig in einem Text angewandt). Im Folgenden steht das Fußnotensystem im Vordergrund. Die meisten Aussagen lassen sich aber auch auf das Klammersystem übertragen.
Sie müssen eine Fußnote setzen, wenn Sie einen Inhalt aus der Literatur im Fließtext wörtlich oder sinngemäß übernehmen. Auch, wenn Sie den Namen einer Autorin oder eines Autors nennen, müssen
Sie eine Fußnote setzen (Beispiel: Jüngst hat Fritz Müller dargelegt, dass ... + Fußnote!). Sie sollen nämlich deutlich machen, woher Ihr Wissen stammt. Wer eine wissenschaftliche Arbeit
schreibt, steht immer auf den Schultern anderer, und dem muss man Rechnung tragen.
Es gelten das Prinzip der Nachvollziehbarkeit und das Prinzip der Nachprüfbarkeit: Die Leserin bzw. der Leser Ihrer Arbeit muss nachvollziehen können, welche
Literatur Sie benutzt haben. Zudem muss sie bzw. er alle Informationen nachprüfen können, die nicht von Ihnen stammen.
Vielleicht hilft Ihnen bei der Klärung der Frage, wann man eine Fußnote setzen muss, auch folgende Überlegung: Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben etwas Neues entdeckt und dazu einen Aufsatz
publiziert. Wie sollten Ihrer Meinung nach andere Autorinnen bzw. Autoren mit Ihren Ergebnissen umgehen?
Hätten Sie es gerne, dass jemand exakt Ihre Worte aus dem Aufsatz übernimmt und Sie nicht zitiert? Hätten Sie es gerne, dass jemand den Inhalt Ihres Aufsatzes sinngemäß referiert und nicht
darlegt, dass Sie das alles herausgefunden haben? Hätten Sie gerne, dass jemand Ihren Namen im Zusammenhang mit den neuen Ergebnissen nennt, aber nicht darlegt, wo man all das neue Wissen
nachlesen kann?
Das kommt darauf an. Wenn Sie sich im Fließtext auf eine Publikation als Ganzes beziehen, ist keine Seitenangabe notwendig (dann reicht also etwa Müller 2012). Beziehen Sie sich hingegen nur auf einen Teil einer Publikation, müssen Sie die relevante(n) Seite(n) anführen (z.B. Müller 2012, 23).
Einschränkend möchte ich allerdings darauf hinweisen, dass es fallweise (vor allem in den Naturwissenschaften) Zitierregeln gibt, bei denen in den Belegen nie eine Seitenangabe gemacht wird. Diese Vorgangsweise ist aber letztendlich unpräzise.
Wenn es Ihnen zum Beispiel ein Anliegen ist, der Leserin bzw. dem Leser weiterführende Literatur zu nennen, wenn Sie einen zusätzlichen Gedanken darlegen wollen, der im Fließtext nicht gut
unterzubringen ist, etc.
Übrigens ist die Möglichkeit, Zusatzinformationen zu liefern, die Stärke des Fußnotensystems. Beim Klammersystem beschränkt man sich auf die unbedingt notwendigen Literaturbelege.
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Die Fußnoten von Studienanfängerinnen und
-anfängern sind meist sehr kurz; in der Regel werden nur Literaturbelege gemacht. Gerade in den ersten Semestern fällt es Studierenden schwer, Fußnoten auch für das Einflechten von
weiterführenden Hinweisen zu nutzen.
Während Fußnoten von Studierenden generell eher kurz sind, findet man in Publikationen von Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftlern manchmal viele sehr lange Fußnoten. Das kann dazu führen,
dass die Fußnoten mehr als die Hälfte einer Seite einnehmen. Der Fließtext wird zum "Kopftext". Wenn das hin und wieder vorkommt, ist es völlig in Ordnung, wenn jedoch eine ganze Publikation nur
aus "Kopftexten" besteht, stimmt das Verhältnis zwischen Fließtext und Fußnoten nicht.
Sie müssen die gesamte Literatur, die Sie in den Fußnoten zitieren, in die Bibliografie (Literaturverzeichnis) aufnehmen. Die Bibliografie ist auch der Ort, an dem Sie die Kurzzitate
auflösen.
Wenn wir also nochmals das Beispiel Müller 2012 nehmen, dann müssen Sie in Ihrer Bibliografie nochmals das Kurzzitat anführen. Daneben oder darunter führen Sie die Publikation
komplett an (entsprechend den Zitierregeln, nach denen Sie arbeiten). Beispiel:
Müller 2012 Fritz Müller, Wozu zitieren?, Wien 2012
Zensl 2009 Maria Zensl, Wissenschaft einst und heute, München 2009
Literatur, die nicht in den Fußnoten erwähnt wird, kommt auch nicht in die Bibliografie. Mehr dazu demnächst, wenn ich das Thema "Bibliografie" aufgreife.
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Di
09
Okt
2012
Viele Menschen sagen "Die Zeit verfliegt" oder "Die Zeit vergeht wie im Flug". V.a. seitdem es das Internet gibt, scheinen immer mehr Menschen immer weniger Zeit zu haben.
Die Informationsmöglichkeiten, die das Web bietet, die Kommunikation via E-Mail etc. erleichtern Vieles und dennoch empfinden wir diese Dinge oft als Zeiträuber. Sie sind nützlich und bringen
zugleich Probleme mit sich – vielleicht aber nur deshalb, weil wir sie nicht optimal einsetzen, uns manchmal auch "verführen" lassen?
Es ist interessant, aber schon Seneca, der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, kannte dieses Problem. So schreibt er in seinem Werk "De Brevitate Vitae" ("Von der Kürze des Lebens"):
"Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“
Die Zeit wird also oft nicht richtig eingesetzt, man verliert Zeit. Und vielen Menschen fällt es sehr schwer, längere Zeit konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Rasch einmal ein Blick in die E-Mails, in Facebook, Twitter etc. – und schwups ist wieder eine halbe Stunde um und der Arbeitsprozess unterbrochen.
In dieser Situation hilft Freedom. Das ist ein Programm, mit dem Sie das Internet für eine bestimmte Zeit blockieren können. Sie stellen
die Zeit minutengenau ein und dann gibt es durch das Web keine Unterbrechungen!
Haben Sie weitere Tipps zu dem Thema? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!
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Mo
08
Okt
2012
Ich bekomme immer wieder Fragen, die das Thema Urheberrecht bei Fotos betreffen (auch von Studierenden, die gerade einen Abbildungsteil für ihre Masterarbeit oder Diplomarbeit erstellen). Daher hier einmal zwei grundsätzliche Bemerkungen:
1. Alle (wirklich alle) Fotos sind urheberrechtlich geschützt.
2. Ich bin keine Juristin.
Für Fragen zum Thema Urheberrecht muss ich Sie an Experten verweisen. Dazu zählt beispielsweise die Rechtsanwaltskanzlei Schwenke. Auf der Website der Kanzlei gibt es einen ausgezeichneten Blog.
Der aktuellste Artikel geht sehr genau auf das Thema Abmahnung wegen unerlaubter
Bildnutzung ein.
Weitere Hinweise finden Sie in der Rubrik Urheberrecht auf meiner Website.
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Sa
29
Sep
2012
Im Karriereteil der "Presse" beantwortet Nikolaus Koller jeden Samstag in der Rubrik "Perspektivenwechsel" eine Leserfrage. Der heutige Artikel trägt den Titel "Ein Doktorat: Rechnet sich das?" – eine Frage,
die "Manager F." gestellt hat.
Mit Recht weist Nikolaus Koller darauf hin, dass alle, die "sich rein aus Liebe zu einem Fach weiterbilden" möchten, ruhig eine Dissertation schreiben sollten. Und wer eine akademische Laufbahn
plant, muss so und so promovieren. Alle anderen sollten sich das Projekt "Doktorat" gut überlegen.
Nikolaus Koller stellt eine einfache Rechnung an:
Zeit für Familie, Freunde, Hobbys
– Aufwand für das Studium
– Kosten für das Studium (z.B. Studiengebühren, etwaige
Einkommenseinbußen durch eine Reduktion der Arbeitszeit)
+ Bereicherung durch Wissenszuwachs
+ Bereicherung durch neue Kontakte
+ allfällige Gehaltssteigerung
_____________________________________________________________
= Endergebnis
Ein derartiger Zugang zur Frage "Dissertation: ja oder nein?" ist pragmatisch, aber völlig richtig. Er berücksichtigt finanzielle Überlegungen nicht nur auf der Seite der Ausgaben, sondern auch auf der Seite der Einnahmen – ein Punkt, den Dissertationswillige oft außer Acht lassen. Ich persönlich würde ihn übrigens auch den meisten empfehlen, die aus purer Liebe zu einem Fach eine Promotion machen.
Nun hat "Herr F." freilich nicht nur bereits einen Job, er ist sogar Manager! Seine Dissertation wäre – sollte er sie nach der Antwort von Nikolaus Koller tatsächlich in Angriff
nehmen – ein berufsbegleitendes Projekt und ein Projekt, für das ihm ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
In einer ganz anderen Situation als "Herr F." befinden sich all diejenigen, die im Anschluss an die Matura studiert haben und nun überlegen, ob sie promovieren sollen oder nicht. Sie haben meist
noch keine Anstellung (zumindest keine, die ihrem Ausbildungsniveau entspricht) und in der Regel haben sie wenig Geld.
Es gibt sicherlich viele Studierende, die eine Promotion beginnen, weil sie wissen, dass sie nur mit dem Doktortitel in der Tasche eine Chance haben, einen Job zu finden. Gleichzeitig gibt es
aber auch Studierende, die aus anderen Gründen eine Dissertation in Angriff nehmen. Sie gehen diesen Schritt, weil sie
Die Dissertation ist manchmal also nur eine Notlösung – und eine Notlösung ist eben nie optimal!
Vielleicht überlegen Sie gerade, ob Sie promovieren sollten oder nicht.
Um eine Dissertation erfolgreich zu bewältigen, brauchen Sie 10 Dinge:
Bevor Sie sch für die Promotion entscheiden, denken Sie auch über Alternativen nach. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich Wissen anzueignen, das nicht direkt mit Ihrem Studienfach in Verbindung steht, Ihr Know-how aber ergänzt und auf diese Weise Ihren Marktwert in der Berufswelt steigert? In den letzten Jahren ist das Angebot an Postgraduate Bildungseinrichtungen extrem gewachsen. Und wenn Sie bereits in diese Richtung denken, überlegen Sie sich nicht nur, auf welchem Gebiet Sie sich Zusatzwissen aneignen wollen, sondern auch
Sollten Sie nach sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile letztendlich doch beschließen, ein Dissertation zu schreiben, wählen Sie das Thema sorgfältig aus.
Suchen Sie sich ein Thema, das
Und wenn Sie sich entschieden haben: Gehen sie den Weg mit Freude! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Dissertation fordernd ist, die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema aber auch sehr viel Spaß machen kann.
>>> Postsekundäre Bildungseinrichtungen in Österreich
Stipendien, Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten in Österreich:
>>> Linksammlung des Postgraduate Centers der Universität Wien
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Sie haben die Möglichkeit, den Artikel zu kommentieren. Ich freue mich über Kommentare, bitte verwenden Sie aber Ihren richtigen Namen (Vor- und Zuname oder nur den Vornamen). Beachten Sie zudem, dass Ihr Kommentar öffentlich ist.
So
19
Aug
2012
Ulrike Scheuermann
Schreibdenken
Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln
1. Auflage 2012
Einband kartoniert, 126 Seiten mit 13 Abb., Format 12 x 18,5 cm
UTB & Verlag Barbara Budrich
UTB-Titelnummer 3687
ISBN 978-3-8252-3687-8
Buchausgabe: 10,30 € (A), 9,99 € (D), 15,90 SFr (CH)
Online-Zugang (digitale Version): 7,99 €
Buchausgabe & Online-Zugang: 11,99 €
Informationen zum Online-Zugang finden Sie auf der Website von UTB.
Wer kennt das nicht? Den ganzen Tag führen wir in Gedanken irgendwelche Selbstgespräche. Oft sind diese Selbstgespräche alles andere als produktiv. Manchmal drehen wir uns im Kreis oder ziehen
uns sogar selbst hinunter. Greift man hingegen zu Stift und Papier und schreibt die Gedanken auf, kann der Nachdenkprozess plötzlich produktiv werden – vor allem dann, wenn man sich die
"richtigen" Fragen stellt oder diese gestellt bekommt.
Das Schreiben kann das Denken also in neue Richtungen lenken. Gleichzeitig sind Schreiben und Denken untrennbar miteinander verbunden: Ohne Gedanken entsteht kein Text, sondern allenfalls
eine Kritzelei.
In ihrem eben erschienenen Buch "Schreibdenken" erklärt Ulrike Scheuermann – Psychologin, Coach und Autorin –, wie man das Schreiben zur gezielten
Reflexion in der Lehre, beim Lernen, beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und im Selbstcoaching einsetzen kann. Anders als andere Schreibratgeber basiert das Buch nicht nur auf
Literaturrecherchen, sondern auch auf eigenen Ergebnissen der Autorin.
Das Buch wendet sich in erster Linie an Studierende und Lehrende. Die Zielgruppe kann man freilich durchaus weiter fassen: Grundsätzlich wird jeder, der das Schreiben als Denkwerkzeug für sich
entdecken möchte, aus dem Buch viel lernen.
"Schreibdenken" bedeutet, dass man seine Gedanken innerhalb eines begrenzten Zeitraums rasch, unzensiert und assoziativ zu Papier bringt. Anschließend wertet man das Geschriebene aus bzw.
arbeitet damit weiter.
"Schreibdenken" hilft, wie Scheuermann überzeugend darlegt, bei Schreibblockaden, es fördert den Schreibfluss, es führt zu strukturierteren Überlegungen
und es verhindert, dass Studierende nach dem Copy-and-Paste-Prinzip schreiben. "Schreibdenken" ist für alle Schreibtypen geeignet: für den Planer, den
Drauflosschreiber, den Versionenschreiber und den Patchworkschreiber.
Besonders interessant sind die vielen Übungen, die Ulrike Scheuermann vorstellt (Denkbilder, Denkwege, Schreibsprints etc). Die Autorin schildert die Übungen so anschaulich, dass sie sofort ausprobiert und in den Schreiballtag integriert werden können.
Laut Ulrike Scheuermann halten Lehrende heute meist nicht mehr an der Idee fest, dass Studierende das Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten durch Versuch und Irrtum lernen. Auch die
Vorstellung, Schreiben sei eine Frage des Talents wird, so die Autorin, zunehmend hinterfragt.
Aber ist das tatsächlich der Fall? Ich bin seit 15 Jahren in der universitären Lehre tätig. Lehrende, die die von Scheuermann beschriebene Haltung haben, sind, soweit ich das beobachte, die
Ausnahme und nicht die Regel. Die wenigsten Lehrenden befassen sich mit Schreibdidaktik. Viele wehren sich richtiggehend gegen die Vorstellung, sie könnten Schreiben abseits von Zitierregeln und
den üblichen "Basics" lehren.
Es wäre schön, würde das schmale Buch von Ulrike Scheuermann Lehrende dazu ermutigen, die Vermittlung von Schreibkompetenz als selbstverständlichen Teil von Übungen und Seminaren zu betrachten.
Das Buch bietet jedenfalls eine Fülle von Übungen, die sich ausgezeichnet im Unterricht einsetzen lassen.
"Schreibdenken" ist ein Buch, das ungeheuer viele Anregungen enthält – allerdings nur dann, wenn man nicht (wie ich) bereits die 2011 erschienene "Schreibfitness-Mappe" von Ulrike
Scheuermann gelesen hat.
Das Buch ist schmal (es umfasst nur 126 Seiten) und dennoch inhaltsreich. Mir persönlich hätte das Lesen mehr Freude gemacht, wenn der Verlag eine etwas größere Schrifttype oder zumindest einen
etwas größeren Zeilenabstand gewählt hätte, aber dann wäre wohl der günstige Preis nicht möglich gewesen. Die Studierendengruppe, die den Druck des Buches kurz begutachtet hat, war
unterschiedlicher Meinung: Ein Teil stimmte mit mir überein, ein anderer Teil war sehr angetan, dass das Buch die Inhalte in optisch verdichteter Form präsentiert. Tenor: "Fast wie ein
Reclam-Heft. Das kann man gut mitnehmen und auch unterwegs lesen."
Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier:
Mo
06
Aug
2012
Vielen Studierenden ist unklar, wie man ein Exposé schreibt bzw. woraus sich ein Exposé zusammensetzt. Viele Studierende sind sich zudem unsicher, wann der beste Zeitpunkt ist, um ein Exposé zu schreiben.
Aus diesem Grund möchte ich heute hier einmal die wichtigsten Punkte zum Thema "Exposé" zusammenfassen.
Ein Exposé umfasst mehrere Teile:
Das Konzept ist ein ca. 2–3 Seiten langer Fließtext, in dem Sie darlegen, worum es in Ihrer Arbeit geht, wie der Forschungsstand aussieht, welche Ziele Sie mit Ihrer Arbeit verfolgen, wie Sie vorgehen werden (Aufbau) und welche Methode(n) Sie anwenden wollen. Wenn Sie eigene Hypothesen haben, legen Sie diese kurz dar.
All diese Punkte (Formulierung der Zielsetzung, Reflexion des Forschungsstandes etc.) sollten Sie dann in ausführlicher Form natürlich auch in Ihrer Arbeit thematisieren. Im Gutachten spielen sie eine ganz wesentliche Rolle.
Die Gliederung ist ein erster Entwurf Ihres Inhaltsverzeichnisses. Zumindest die Überschriften der Hauptkapitel sollten Sie auflisten. Es ist zudem ratsam, den jeweiligen Umfang, den die einzelnen Kapiteln in etwa haben werden, neben die Überschriften zu schreiben (eine grobe Schätzung in Fünferschritten genügt, also: 5 Seiten, 10 Seiten etc.). Aus der Seitenzahl kann Ihre Betreuerin bzw. Ihr Betreuer nämlich ablesen, wie Sie die Arbeit gewichten.
Die Auswahlbibliografie sollte die wichtigste Literatur zu Ihrer Arbeit umfassen (selbständige und unselbständige Publikationen).
Im Zeitplan halten Sie fest, bis wann einzelne Arbeitsetappen abgeschlossen sein werden.
Sobald Sie einigermaßen einen Überblick über Ihr Thema gewonnen haben und die grundlegende Literatur kennen, sollten Sie in der Lage sein, ein Exposé zu verfassen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Thema festzuzurren und mit der Betreuerin oder dem Betreuer das genaue Vorgehen zu besprechen!
Ein Exposé erfüllt mehrere Funktionen:
Einige Lehrende üben das Schreiben eines Exposés bereits in den Seminaren mit den Studierenden. Anderen wiederum ist die große Bedeutung, die das Exposé im Arbeits- bzw. Betreuungsprozess spielt, gar nicht klar. Daher verlangen sie selbst bei Abschlussarbeiten kein Exposé.
Die negativen Folgen können weitreichend sein:
Ich würde Ihnen daher raten: Ergreifen Sie die Initiative und schreiben Sie ein Exposé. Sie werden sehen, dass sich die Mühe lohnt!
Sitzen Sie gerade an einer Abschlussarbeit und haben Sie ein Exposé geschrieben? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Ein Hinweis zum Schluss: Sie können statt "Exposé" auch "Exposee" schreiben, aber "Expose" wäre falsch (siehe dazu die Info auf der Website des Duden-Verlags).
Abbildungsnachweis:
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Do
26
Jul
2012
Immer, wenn die Zeit knapp wird, werden wir besonders produktiv. Plötzlich powern wir los. Manchmal arbeiten wir sogar die ganze Nacht durch, und letztendlich schaffen wir es dann doch, den
vereinbarten Termin einzuhalten. Die Seminararbeit wird gerade noch pünktlich abgegeben, das Projekt doch noch rechtzeitig für den Kunden abgeschlossen.
Termine haben also etwas Positives, obwohl wir durch sie oft unter Druck geraten. Nun gibt es allerdings Vorhaben ohne fixen Endtermin – und das kann zu Schwierigkeiten
führen: Man fängt beispielsweise mit dem Projekt ewig nicht an, man arbeitet nicht regelmäßig an dem Projekt oder man arbeitet nicht zielgerichtet, sondern verliert sich in Nebensächlichkeiten.
In so einer Situation hilft Ihnen das "Parkinsonsche Gesetz" (zum Bürokratiewachstum).
Es lautet:
"Work expands so as to fill the time available for its completion."
"Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht."
C. Northcote Parkinson, 1955
Je länger wir für eine Aufgabe Zeit haben, desto mehr Zeit verbringen wir damit, sie aufzuschieben. Je knapper die Zeit ist, desto fokussierter und konzentrierter arbeiten wir. Verkürzen Sie die also die Zeit für Ihre Aufgaben. Setzen Sie sich Fristen.
Was können Sie tun, damit die Frist, die Sie sich gesetzt haben, für Sie auch verbindlich ist?
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Di
24
Jul
2012
Das Thema „Plagiat“ ist in aller Munde. Fast wöchentlich berichten die Medien von neuen Plagiatsfällen. Das Beispiel Karl-Theodor zu Guttenberg hat gezeigt, dass Plagiate weitreichende
Folgen haben können.
Wie aber sieht es bei Ihnen aus? Laufen Sie Gefahr, zu plagiieren? Der folgende Test soll Ihnen bei der Klärung dieser Frage helfen.
Ich habe im Studium gelernt, was ein Plagiat ist und könnte das einer Kollegin oder einem Kollegen auch erklären.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Das Wort „Plagiat“ kenne ich, aber ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist.
Mir ist klar, dass ich die Ergebnisse der einschlägigen Literatur zusammenfassen und kritisch beleuchten soll.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Ich bin mir oft unsicher, was ich noch schreiben soll, das steht ja so und so schon alles in der Literatur.
Eigene Worte zu finden, ist für mich kein Problem.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Es fällt mir sehr schwer, meine Überlegungen in eigenen Worten auszudrücken.
Die Worte anderer Autorinnen und Autoren verwende ich nur dann, wenn ich ein wörtliches Zitat mache.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Wenn ich einen Text schreibe, orientiere ich mich meist an der Wortwahl der Autorinnen und Autoren, deren Publikationen ich gelesen habe.
Wörtliche Zitate mache ich nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn eine Autorin oder ein Autor etwas besonders treffend formuliert hat.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Ich verwende gerne und häufig wörtliche Zitate. Die Literatur ist meist so gut formuliert, dass ich es so und so nicht besser machen kann
Der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der inhaltlichen Übernahme eines Gedankens ist mir klar.
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1 2 3 4 5
So ganz genau weiß ich eigentlich nicht, was der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der reinen Übernahme eines Gedankens ist.
Wenn ich einen Text schreibe, mache ich im PC zuerst einmal eine leere Seite auf und beginne dann zu schreiben. Copy-and-Paste ist für mich kein Thema.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Wenn ich einen Text schreibe, kopiere ich zuerst einmal die wichtigsten Passagen aus der Literatur in eine Datei. Danach formuliere ich die einzelnen Textpassagen um und versuche, gute Übergänge zu schreiben.
Die Zitierregeln, die für meine Arbeit gelten, habe ich verstanden. Ich weiß genau, wie ich sie anwenden muss.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Wenn ich ehrlich bin: Die Zitierregeln habe ich zwar gelesen, aber so ganz genau kenne ich mich damit nicht aus.
Ich bin mit dem Umgang mit Fußnoten vertraut. Wann und wo ich eine Fußnote setzen muss, ist mir klar.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Ich bin mir unsicher, wann und wo ich Fußnoten setzen muss.
Mir ist klar, was es bedeutet, durch das Schreiben eines Textes am wissenschaftlichen Diskurs teilzunehmen.
I-----I-----I-----I-----I
1 2 3 4 5
Ich schreibe einfach meinen Text und fasse zusammen, was in der Literatur steht. Eine kritische Auseinandersetzung mit einzelnen Meinungen ist nicht mein Ziel.
Ich weiß genau, was bei der Plagiatsprüfung, die alle Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen durchlaufen, geschieht.
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1 2 3 4 5
Ich habe keine Ahnung, wie eine Plagiatsprüfung funktioniert.
Wenn Sie überwiegend die Ziffern 1 und 2 angekreuzt haben, bewegen Sie sich im grünen Bereich. Sie wissen, was es bedeutet, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben und am Forschungsdiskurs teilzunehmen. Haben Sie jedoch mehrfach die Ziffern 4 und 5 angekreuzt, laufen Sie Gefahr, zu plagiieren.
Haben Sie im Auge, dass ein Plagiat ein Verstoß gegen das Urheberrecht ist und sanktioniert werden kann. Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt. Geraten Sie jetzt aber bitte nicht gleich in Panik! Dazu besteht gar kein Grund. Den Umgang mit Literatur, das eigenständige Formulieren etc. können Sie nämlich lernen.
Meiner Erfahrung nach plagiieren die meisten Studierenden nicht mit böser Absicht, sondern, weil
Weiterführende Tipps und Links finden Sie hier. Wenn Sie Fragen haben, können Sie aber natürlich gerne auch die Kommentarfunktion
benutzen.
Abbildungsnachweis:
stempel PLAGIAT © ferkelraggae #30577735 – Fotolia.com • Young women in home © Monika Wisniewska #11226162 – Fotolia.com
Fr
13
Jul
2012
Zu hohe Ansprüche sind nicht immer leicht zu erkennen. Sie verbergen sich oft hinter bestimmten Formulierungen, zum Beispiel:
"Ich habe keine Zeit ..."
"Ich habe noch nicht alle Literatur gelesen ..."
"Ich muss vorher noch ...“
Was aber kann man gegen zu hohe Ansprüche tun? In einem ersten Schritt ist es wichtig, dass Sie ergründen, woher Ihre hohen Ansprüche kommen.
Machen Sie sich klar, dass Sie sich mit zu hohen Ansprüchen nicht gut tun und in Ihrem Schreibprozess behindern. Machen Sie sich bewusst, dass Sie es selbst in der Hand haben, etwas zu verändern.
Sie können Ihre hohen Ansprüche, also Ihren Perfektionismus, bereits heute reduzieren.
Folgende Anregungen können dabei hilfreich sein:
Wenn Sie sehr hohe Ansprüche an sich und Ihre Arbeit haben, werden Sie diese nicht von einem Tag auf den anderen ablegen. Überlegen Sie sich, welcher Tipp Ihnen in Ihrer aktuellen Situation am
meisten helfen könnte.
Greifen Sie sich eine Anregung heraus und setzen Sie diese um. Auch bei Veränderungen gilt nämlich: einen Schritt nach dem anderen und realistische Erwartungen!
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