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Neu im Blog

Mo

03

Jun

2013

Die Sache mit dem Feedback im universitären Alltag

feedback, uni, sprechstunde

Seit nunmehr 16 Jahren lehre ich an verschiedenen Universitäten. 10 Jahre habe ich fix angestellt an der Universität Wien unterrichtet, seit 2007 lehre ich dort und an mehreren anderen Universitäten als sog. "Externe". Es gibt inzwischen kein studentisches Problem, das mir nicht in irgendeiner Form bereits einmal begegnet ist, und auch die Seite der Lehrenden ist mir gut vertraut.

Der Dauerbrenner: Das Feedback auf die Hausarbeiten

Zu den absoluten Dauerbrennern, die im universitären Alltag für Unzufriedenheit bzw. Problemen führen, gehört das Thema "Feedback". Damit meine ich das Feedback auf schriftliche Arbeiten. Sowohl auf der Seite der Lehrenden als auch auf der Seite der Studierenden gibt es dazu oft Klagen. Auf beiden Seiten trifft man aber auch immer wieder auf eine ordentliche Portion Gleichgültigkeit. Ich möchte das Thema "Feedback" daher heute einmal hier aufgreifen und ein paar Überlegungen dazu anstellen – ohne mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Die beiden Szenarien

1. Lehrende, die ein Feedback geben & Studenten, die das nicht interessiert

Viele Lehrende korrigieren schriftliche Arbeiten sehr sorgfältig, aber die Studierenden geben sich mit der Note zufrieden und holen die Arbeiten nicht ab. Die Lehrenden bleiben auf der Arbeit sitzen! Diese Situation ist ausgesprochen ärgerlich, denn einen studentischen Text zu korrigieren, macht Mühe, und wenn diese Mühe umsonst ist, fragt man sich, wozu man sich das antut. 

2. Lehrende, die kein Feedback geben & Studenten, die sich eines wünschen

Und dann gibt es auch den umgekehrten Fall: Lehrende, die kein Feedback geben, obwohl sich ihre Studierenden eine Rückmeldung auf die Arbeiten wünschen.

Die Szenarien sind in diesem Zusammenhang vielfältig: So benoten manche Lehrende die Arbeiten, geben sie dann den Studierenden aber nicht zurück und stehen auch nicht für ein Gespräch zur Verfügung. Andere Lehrende wiederum geben die Arbeiten zurück, aber außer ein paar Wellenlinien am Rand gibt es keinerlei Kommentare, aus denen die Studierenden die Note nachvollziehen und etwas lernen können. Aus der Sicht der Studierenden ist das absolut frustrierend! Wie sollen sie sich weiterentwickeln und verbessern, wenn sie nicht wissen, was gut und was weniger gut gelaufen ist?   

Was Sie tun können oder sollten

Studierende

Schreiben hat man zwar in der Schule gelernt, für die erfolgreiche Absolvierung eines Studiums reichen die Schulkenntnisse (z.B. im Aufsatzschreiben) jedoch nicht aus. Wenn Sie ein Studium erfolgreich bewältigen wollen, müssen Sie laufend an Ihrer Schreibkompetenz arbeiten und v.a. auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Das bedeutet, Sie sollten

 

  • bereit sein, zu lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet,
  • möglichst viel schreiben (auch abseits des Studiums),
  • ein Feedback erhalten bzw. einholen, 
  • bei jeder Arbeit genau nachvollziehen, was Ihnen gelungen ist und was nicht, 
  • aus dem Feedback lernen, also gezielt an den Schwachstellen arbeiten, um es beim nächsten Mal besser zu machen.


Schauen Sie also, dass Sie Ihre Arbeit zurückbekommen und wenn das schriftliche Feedback für Sie zu knapp oder zu wenig aussagekräftig ist, suchen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach, was Sie beim nächsten Mal besser machen können, notieren Sie sich die Punkte und bemühen Sie sie sich, diese Punkte auch umzusetzen.

Lehrende

Die Lehre ist Teil des Jobs

 

Dass Lehrende Arbeiten ohne ausführliches Feedback zurückgeben und/oder nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen, ist für mich – trotz meiner langjährigen Erfahrung im Uni-Betrieb – nach wie vor erschreckend. Die drei Säulen der universitären Tätigkeit sind nun einmal Lehre, Forschung und Verwaltung. Das bedeutet: Ein Drittel der Zeit ist für die Lehre, also auch die Betreuung der Studierenden, vorgesehen. 

 

Es gibt viele Lehrende, die mit großem Engagement, viel Ausdauer und Geduld unterrichten und sich für die Studierenden engagieren. Es gibt aber auch Mitarbeiter an Universitäten, die den Aufwand für die Lehre so gering wie möglich halten.

Warum ist das so? Nun, die Arbeit an einer Universität ist meist ziemlich stressig. Zudem ist die Konkurrenz groß und wer beruflich weiterkommen möchte, sollte in erster Linie zwei Dinge tun: Drittmittel einwerben und publizieren. Für das berufliche Fortkommen zählt (ich möchte fast sagen: ausschließlich) die Forschung, nicht die Lehre. So habe ich beispielsweise noch nie gehört, dass jemand auf einen Lehrstuhl berufen wurde, weil er so ein ausgezeichneter Lehrer ist. Wer es nach oben schaffen will, muss v.a. eine lange Publikationsliste haben und seine Leistung als Forscher unter Beweis stellen.

Das hat natürlich Konsequenzen für den Lehrbetrieb: Die Studenten und ihre Bedürfnisse kommen zu kurz! So schlimm das ist, möchte ich dafür jedoch auf keinen Fall nur die Lehrenden verantwortlich machen, sondern auch das System "Universität".

Es gibt Möglichkeiten ...

Während meiner Tätigkeit als Assistentin habe ich das System "Universität" hautnah erlebt. Und natürlich habe ich auch für die Lehrenden Verständnis. Besonders viel Verständnis habe ich für diejenigen, die nicht fix angestellt sind und für die es tagtäglich bei allem, was sie tun oder nicht tun, um die Zukunft und die Existenz geht.

Allerdings kann jeder Lehrende nach Wegen suchen, wie er Studierende mit einem vernünftigen Zeit- und Ressourceneinsatz gut betreuen kann. Mit ein wenig Kreativität lassen sich solche Wege finden!

Hier zwei Wege, mit denen ich gute Erfahrungen mache:

 
1. Viele Studierende tun sich mit dem Formulieren schwer. Sammeln Sie unter bestimmten Gesichtspunkten (z.B. Mammutsätze, Satzzeichen etc.) ein paar Beispiele für schlecht formulierte Sätze und lassen Sie sie überarbeiten. Besprechen Sie die Überarbeitung mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung. Dazu brauchen Sie nicht viel Zeit (für 3 Satzbeispiele brauchen Sie maximal 15 Minuten). Die Studierenden üben an praktischen Beispielen das Überarbeiten (das ja auch erst einmal gelernt werden muss) und erhalten von Ihnen direkt ein Feedback. Der Lerneffekt ist erfahrungsgemäß groß, die Diskussion der Lösungen macht den Studierenden Spaß und Sie selbst haben keinen Korrekturaufwand.

2. In der Regel geben die Studierenden ihre Arbeiten am Ende des Semesters ab. Planen Sie einen Termin zu Beginn des folgenden Semesters ein, an dem Sie den Studierenden ihre Arbeiten zurückgeben und ihnen die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen unklar ist. Zeigen Sie auf, was den Studierenden insgesamt gut gelungen ist, sprechen Sie aber auch die häufigsten Fehler an. So bleiben Sie nicht auf den Arbeiten sitzen und können ein umfassendes Feedback geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer sorgfältig korrigierten Arbeit in Kombination mit einer gemeinsamen Nachbesprechung nur mehr in Ausnahmefällen Sprechstundentermine notwendig sind.

Fazit

Schreiben kann man lernen, Schreiben kann und muss man lehren. Und ohne Feedback ist die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln gering. Ich persönlich sehe allerdings auf beiden Seiten Handlungsbedarf: Studierende sollten sich um ein Feedback bemühen und Lehrende sollten bereit sein, Feedback zu geben. Gleichgültigkeit ist kein Weg.

Abbildungsnachweis:

Pixabay, Nemo

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Mo

27

Mai

2013

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

forschungslage, stand der forschung, forschungsgeschichte

In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen kurzen Überblick über den Stand der Forschung zu geben.

Vielen Studierenden fällt das Schreiben einer Forschungslage bzw. eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu geben.

Wozu braucht man überhaupt einen Forschungsstand?

Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich. Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege, Zitate).

Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der Forschung zu Ihrem Thema).

Mit dem Forschungsstand

  • helfen Sie Ihren Leserinnen und Lesern, einen Überblick über die Literatur zu gewinnen. Wer Ihren Forschungsstand liest, weiß, zu welchen Publikationen er greifen soll, wenn er sich selbst in das Thema einarbeiten möchte.
  • sorgen Sie für Transparenz. Sie machen gleich zu Beginn deutlich, auf welche Fremdleistungen Sie sich maßgeblich beziehen. 

Wie schreibt man einen Forschungsstand?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen. 

Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten Überblick über die wichtigste Literatur.

Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich machen.

Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...

Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...

Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ... 

Vergessen Sie nicht auf die Literaturbelege

Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg anführen!

Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden Seiten zur Karlskirche anführen. 

Ein Beispiel zum Schluss

Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.

Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz. 

Dipl.arbeit, Klosterneuburg, 1997.pdf
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Abbildungsnachweis:
Pixabay, Nemo 

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Fr

17

Mai

2013

Vom Aussterben bedrohte Wörter

bedrohte wörter, aussterben, lexikon der bedrohten wörter
© Rowohlt

Durch Zufall bin ich auf Bodo Mrozeks "Lexikon der bedrohten Wörter II" aufmerksam geworden, das ich Ihnen heute kurz vorstellen möchte. Denn: Wissen Sie, was ein Berserker oder eine Datenautobahn ist? Sind Sie schon einmal unter einer Höhensonne gelegen? Haben Sie sich über garstige Menschen in Ihrem Umfeld geärgert und haben Sie anschließend so richtig gekeppelt?

Sprache verändert sich und viele Wörter kennen wir heute nicht mehr oder wir kennen sie, aber verwenden sie nicht. Bodo Mrozek stellt in seinem Lexikon solche aussterbenden bzw. bedrohten Wörter vor und erläutert ihre Geschichte. Es macht Spaß in dem Lexikon zu blättern und die Hintergründe des einen oder anderen Wortes nachzulesen. Hin und wieder hatte ich beim Lesen allerdings ein Gefühl von Nostalgie ... 

Das Lexikon ist bereits 2006 im Rowohlt Verlag erschienen, aber nach wie vor im Buchhandel erhältlich. Speziell hinweisen möchte ich zum Schluss noch auf die Website zum Buch. Wenn Sie Lust haben, stöbern Sie doch dort einmal ein wenig und testen Sie Ihr Wissen.

Rowohlt Verlag: Bodo Mrozek, Lexikon der bedrohten Wörter 

Das könnte Sie auch noch interessieren:
Weitere Buchtipps im Blog der Schreibwerkstatt  

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So

05

Mai

2013

Schreiben Sie noch Postkarten?

postkarte schreiben, postkarte

Ich gehöre zu den Menschen, die nach wie vor gerne Postkarten verschicken – und zwar nicht nur im Urlaub, sondern einfach auch einmal zwischendurch. Sogar innerhalb Wiens verschicke ich hin und wieder eine Postkarte.

Fast könnte man sagen: Postkarten gehören zu meiner Leidenschaft! Wenn ich irgendwo eine schöne Postkarte sehe, kann ich nicht umhin, sie zu kaufen. Ich habe eine ganze Schachtel voll Postkarten zu Hause. Hier findet sich inzwischen für fast jedes Thema oder jeden Anlass irgendetwas Passendes.

 

Anderen mit einer Postkarte eine Freude machen

Trotz E-Mail und SMS freuen sich die meisten Menschen immer noch, wenn sie eine Postkarte bekommen. Das ist gar nicht erstaunlich, denn zum einen zeigt eine Postkarte das ja, dass man an denjenigen gedacht hat, zum anderen landen heute im Postkasten sonst eh nur mehr Rechnungen und Werbung. Eine Postkarte zu bekommen, ist inzwischen schon etwas Besonderes.

Ich hebe übrigens manche Postkarten auch auf – Postkarten, die entweder besonders schön sind und/oder die mir aufgrund des Absenders bzw. Inhalts etwas bedeuten. Zuerst stehen diese Postkarten zu Hause auf meinem Schreibtisch, dann lege ich sie in irgendein Buch. Das mache ich schon seit Jahren, und wenn ich ein Buch zu Hand nehme, bin ich oft überrascht, was ich dort entdecke!

Was soll ich da schreiben?

Eine Postkarte zu schreiben, ist übrigens weder mühsam noch zeitaufwändig. Es genügt ein ganz kurzer Text! Viele Menschen denken, dass Sie einen besonders ausgeklügelten bzw. sorgfältig formulierten Text schreiben müssen und verkrampfen dann richtig. Das ist schade, denn es geht ja wirklich nur um eine kurze Mitteilung. Nehmen Sie es locker!

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Sie eine Postkarte schreiben wollen?
Sie können zum Beispiel ...

  • auf das Bild der Postkarte Bezug nehmen. 
  • kurz etwas über sich erzählen. Was tut sich gerade bei Ihnen? Was beschäftigt Sie? Haben Sie etwas Spannendes entdeckt oder gesehen (Buch, Film etc.)? Haben Sie einen Tipp für den Empfänger?
  • eine knappe Frage formulieren. 
  • dem anderen einfach nur sagen, dass Sie an ihn denken.

Möglicherweise sind Sie auf Facebook unterwegs. Dort schreiben wir alle laufend Nachrichten, mit denen wir unseren Freuden etwas kurz erzählen. Wir denken nicht lange nach, wir schreiben einfach – und zwar meist so, wie wir sprechen. Dieses Prinzip lässt sich durchaus auf das Schreiben von Postkarten übertragen. Bleiben Sie locker, dann macht das Schreiben auch Spaß Und Sie werden sehen, der Empfänger freut sich bestimmt!

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Postkarte geschrieben? Was machen Sie mit Postkarten, die Sie bekommen?

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Do

02

Mai

2013

Wie schreibt man eine Einleitung?

Aus Erfahrung weiß, dass sich viele Studierende mit dem Schreiben der Einleitung plagen. Sie sind sich unsicher, was überhaupt alles in die Einleitung gehört und wann man sie am besten schreibt. Der folgende Beitrag gibt Antwort auf diese Fragen. 

Die Einleitung ist das "Vorzimmer" Ihrer wissenschaftlichen Arbeit

einleitung, einleitung schreiben, wie schreibe ich einleitung

Die Einleitung gehört – wie das Schlusskapitel – zu den fixen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit, Bachelor- oder Masterarbeit bzw. Diplomarbeit, Dissertation).

In der Einleitung führen Sie Ihre Leserinnen und Leser an das Thema heran: Sie leiten, wie es das Wort sagt, in die Arbeit ein, Sie stellen das Thema vor. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, d.h. setzen Sie nicht zu viel Wissen voraus, holen Sie aber auch nicht zu weit aus. 

Denken Sie beim Schreiben immer an die Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit und deren Vorwissen. Wichtig ist: Machen Sie die Leserinnen und Leser in der Einleitung neugierig auf das Thema der Arbeit!

Auf diese Fragen sollten Sie in der Einleitung eine Antwort geben

1. Was genau ist Ihr Thema?

Ihre Leserinnen und Leser müssen von Beginn an verstehen, womit sich Ihre Arbeit befasst.

 

2. Auf welche Literatur stützen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben. Treffen Sie dabei eine vernünftige Auswahl. Zählen Sie die Bücher und Artikel nicht einfach nur auf, sondern kommentieren Sie die einzelnen Publikationen. Sagen Sie, was welche Publikation leistet, was man als Leserin oder Leser dort Besonderes erfährt. Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Autorin bzw. einen Autor oder eine Publikation nennen, müssen Sie in Klammer oder in der Fußnote immer den Literaturbeleg anführen.

 

Beispiele:

  • Mit der Frage, wie …, hat sich zuletzt umfassend Sabine Müller befasst. In ihrem 2011 erschienenem Buch zeigt sie, dass … (Müller 2011).
  • Das Standardwerk zum Thema … ist nach wie vor das Buch von Fritz Meier, in dem der Autor erstmals nachgewiesen hat, dass … (Meier 1980).
  • Zu den Meilensteinen der Forschung zählt sicherlich der 1990 erschienene Aufsatz von Elisabeth Huber, in dem die Autorin … (Huber 1990).

 

Hinweis: In allen genannten Fällen können Sie den Literaturbeleg statt in einer Klammer auch in einer Fußnote anführen.

 

3. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

Mit Ihrer Arbeit verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel. Erklären Sie in der Einleitung, was Sie in der Arbeit herausfinden, darlegen oder diskutieren wollen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit zeigt …
  • In der Arbeit soll dargelegt werden, wie …
  • Die Arbeit verfolgt drei Ziele: …
  • Das Hauptziel der Arbeit ist …

 

4. Wie werden Sie vorgehen?

Erklären Sie Ihren Leserinnen und Lesern, welche Methoden Sie verwenden. Also: Wie gehen Sie vor, um Ihr Ziel zu erreichen? Mögliche Methoden sind u.a. Experimente, Beobachtungen, quantitative oder qualitative Studien. Eine Arbeit kann aber auch nur auf Literaturstudien basieren (literaturgestützte Arbeit). Die Methoden, die Sie verwenden hängen stark von Ihrem Fach ab.   

 

5. Wie bauen Sie Ihre Arbeit auf?

Legen Sie dar, wie Ihre Arbeit strukturiert ist. Gehen Sie auf die Gliederung der Arbeit ein.

 

Beispiele:

  • Zunächst wird dargelegt, wie … Danach … Zum Schluss …
  • Im ersten Teil der Arbeit werde ich … Darauf aufbauend werde ich im zweiten Teil … Schließlich …
  • Die vorliegende Arbeit gliedert sich in … große Kapitel: Im ersten Kapitel erkläre ich, wie … Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit … Hier werde ich vor allem …

 

In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, das Wort „ich“ möglichst sparsam einzusetzen. Ich vertrete die Ansicht, dass Sie es im Vorwort und in der Einleitung durchaus verwenden können.

 

6. Was werden Sie nicht machen?

In der Einleitung können Sie auch erklären, was Sie nicht machen werden. Die meisten Themen sind so umfangreich und komplex, dass man Sie sie nicht vollständig behandeln können (v.a. nicht in einer Seminararbeit an der Uni, einer Bachelor- oder Masterarbeit). Wecken Sie bei Ihren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall falsche Erwartungen. Grenzen Sie das Thema ein bzw. ab und erklären Sie, warum Sie das machen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie ein Thema fassen, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung fallen.

 

Beispiele:

  • Die Arbeit konzentriert sich auf … Die Frage, wie … bleibt unberücksichtigt.
  • Auf … gehe ich im Folgenden nicht ein.
  • Eine umfassende Behandlung dieses Themas würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen.

 

Ob Sie die Fragen 1–6 in der hier angeführten Reihenfolge abarbeiten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass Sie auf alle sechs Fragen eingehen. Persönliche Aspekte, also etwa Ihre Beweggründe für die Themenwahl oder eine Danksagung, gehören übrigens nicht in die Einleitung, sondern ins Vorwort.

Der erste Satz der Einleitung

Es ist lohnend, wenn Sie sich Gedanken über den ersten Satz der Einleitung machen. Er sollte packend formuliert sein. Der langweiligste Einstieg lautet: „Diese Arbeit befasst sich mit …“ Unzählige Arbeiten beginnen mit einem Satz wie diesem.

Mit ein bisschen Nachdenken fällt Ihnen bestimmt ein packender Einstiegssatz ein. Sie können dabei durchaus auch an einen Artikel in einer Tageszeitung denken. So ein Artikel beginnt oft mit einem Einstiegssatz, der die Leserinnen und Leser richtiggehend in das Thema hineinzieht. Besonders gut geeignet für den Einstieg ist ein Hinweis auf die übergeordnete Bedeutung oder Aktualität des Themas Ihrer Arbeit. Erklären Sie, was Ihr Thema auszeichnet. Warum ist es so interessant? Wecken Sie die Neugier Ihrer Leserinnen und Leser!

 

Beispiel: Ausgangssituation, Sie schreiben eine Arbeit über die Architektur des Benediktinerstifts Melk in Niederösterreich.

  • Langweiliger Einstieg: Diese Arbeit befasst sich mit der Architektur des Benediktinerstifts Melk.
  • Packender Einstieg: Das Benediktinerstift Melk gehört zu den größten und bedeutendsten barocken Klosteranlagen Mitteleuropas.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Einleitung zu schreiben?

Die Einleitung schreiben Sie am besten, wenn der Hauptteil fertig ist, also ganz am Ende. Davor können und sollen Sie sich natürlich schon mit den einzelnen Fragen befassen, die Sie in der Einleitung thematisieren werden, aber es macht keinen Sinn, die Einleitung zu Beginn des Arbeitsprozesses auszuformulieren. Sie können nur in etwas einleiten, das Sie schon kennen! Wer den Arbeitsprozess mit dem Schreiben der Einleitung beginnt, läuft Gefahr, in eine Schreibblockade zu geraten.

Zusammenfassung

In der Einleitung

  • führen Sie die Leserinnen und Leser in das Thema ein.
  • geben Sie einen knappen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben (Forschungsstand bzw. -lage).
  • definieren Sie das Ziel Ihrer Arbeit.
  • erklären Sie den Weg, der Sie zu diesem Ziel führt (Methodenreflexion).
  • legen Sie den Aufbau Ihrer Arbeit dar.
  • können Sie auch sagen, was Sie nicht machen werden.

Der Blog-Artikel wird in geringfügig veränderter Form demnächst auch als PDF auf der Website http://www.ahs-vwa.at abrufbar sein.

Das könnte Sie auch noch interessieren:

>> Wählen Sie für Ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit kein zu großes Thema
>> Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- oder Masterarbeit sein?
>> Welche Literatur zitiere ich, wenn ich Vergleiche mache oder Themen anspreche, die nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen?


Abbildungsnachweis:

Vector colored Pencil ©Özger Sarikaya – Fotolia.com

 

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Mi

01

Mai

2013

Wie schreibt man ein Über mich für eine Website?

website, webseite, über mich, über uns

Wer eine Website besucht, hat eine Frage bzw. benötigt eine Lösung für ein bestimmtes Problem. Die meisten Menschen sind allerdings erst einmal skeptisch, wenn sie auf eine Website kommen: Sie haben Zweifel, ob das Produkt oder die Dienstleistung für sie richtig ist.

Wenn Sie eine Website haben, sollten Sie genau diese Zweifel ausräumen. Das wird Ihnen vor allem dann gelingen, wenn Sie die Besucher Ihrer Website informieren. Geizen Sie nicht mit Informationen. Versetzen Sie sich in die Besucher und überlegen Sie sich, welche Fragen sie zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung haben könnten. Liefern Sie Infos, Infos und nochmals Infos! Denken Sie dabei aber nicht nur an Ihr Angebot, sondern auch an sich. Wer sich für Ihr Angebot interessiert, möchte nämlich auch etwas über Sie wissen, v.a. wenn Sie Dienstleister sind. Und diese Informationen geben Sie im Über mich bzw. Über uns.

Was die Besucher Ihrer Website wissen möchten

Wer eine Website eines Dienstleisters besucht, stellt sich u.a. folgende Fragen

  • Wer steckt hinter dieser Website?
  • Kann er das wirklich, was er hier anbietet? Ist er kompetent?
  • Welche Ausbildung und berufliche Erfahrung hat er?
  • Wie sieht er aus? Ist er mir sympathisch?

Diese Fragen sollten Sie im Über mich bzw. Über uns beantworten. Dabei gilt: Bringen Sie Ihren Text auf den Punkt, schweifen Sie nicht aus, aber liefern Sie genug Informationen. 

Fließtext oder Tabelle für das Über mich bzw. Über uns?

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Über mich bzw. Über uns zu formulieren. Abhängig davon, ob Sie etwas über sich erzählen wollen oder ob Sie nur einen Überblick über die wichtigsten Etappen Ihres beruflichen Werdegangs geben möchten, wählen Sie einen Fließtext oder eine Darstellung in Tabellenform (natürlich ist auch eine Kombination möglich). Der Fließtext bietet mehr Raum, um Persönliches zu sagen, eine Tabelle ist oft übersichtlicher.

Foto

Ein Foto von Ihnen ist ein Muss. Verwenden Sie ein aktuelles Foto, das ein Profi gemacht hat, aber nicht gekünstelt wirkt und das vor allem nicht geschönt ist. Wenn Sie Lust haben, wählen Sie ein Foto, das Sie "in Aktion" zeigt. 

Bleiben Sie authentisch

Seien Sie ehrlich und bleiben Sie authentisch, wenn Sie Ihren Werdegang schildern. Ein Wochenendseminar, an dem Sie irgendwann einmal teilgenommen haben, ist keine „umfassende Ausbildung“, und der Besuch einer Tagung im Ausland ist noch keine nennenswerte „Auslandserfahrung“. Wenn Ihr Leben nicht geradlinig verlaufen ist, können Sie das durchaus sagen. In der Regel wirken ein paar Ecken und Kanten sympathischer als ein geradliniger Lebenslauf. Auch das Leben der Besucher Ihrer Website ist nicht immer geradlinig verlaufen.

Mitarbeiter und Kooperationspartner

V.a. kleinen Unternehmen rate ich, auch die Mitarbeiter auf der Website mit einem Foto und ein paar Informationen vorzustellen. Zum einen wird der Besucher der Website vielleicht mit dem einen oder anderen Mitarbeiter Kontakt haben, sollte er das Produkt bzw. die Dienstleistung kaufen, zum anderen signalisieren Sie damit, dass Sie Ihre Mitarbeiter schätzen. Informieren Sie die Besucher Ihrer Website also ruhig, wer wofür in Ihrem Unternehmen zuständig ist.

Natürlich ist es gut, wenn Sie sich dann auch bei der Vorstellung Ihrer Mitarbeiter Mühe geben. Beispiel: Statt „Sabine Müller, Sekretariat“ schreiben Sie besser „Sabine Müller betreut unser Sekretariat und nimmt Ihren Anruf entgegen“ oder „Sabine Müller betreut unser Sekretariat und nimmt zwischen 9:00 und 17:00 gerne Ihren Anruf entgegen“.

Wenn Sie, wie ich, ein Einpersonenunternehmen haben und mit anderen Unternehmen oder Freiberuflern zusammenarbeiten, stellen Sie Ihr „Netzwerk“ oder „Team“ auf der Website vor.

Und Privates?

Soll man Hinweise auf Interessen, Hobbys, Familie, Kinder auf der Website geben? Auch hier überlegen Sie sich am besten, ob solche Informationen für den Besucher Ihrer Website relevant sind. Wenn diese Zusatzinformationen Ihre Kompetenz unterstreichen oder Sie vielleicht schlichtweg sympathischer machen, dann stellen Sie sie auf Ihre Website. Aber, wie gesagt, betrachten Sie alles, was Sie Ihren Lesern sagen, immer aus deren Perspektive. 

Fazit

  • Sprechen Sie nicht von "wir", wenn Sie alleine arbeiten. Versuchen Sie nicht den Eindruck zu erwecken, dass hinter der Website ein großes Unternehmen steckt, wenn das nicht stimmt.
  • Schummeln Sie nicht und beschönigen Sie nichts. Wenn Ihr Lebenslauf ein paar Ecken und Kanten hat, stehen Sie dazu.
  • Legen Sie keine Über-uns-Seite an, wenn Sie dann dort nur ein paar allgemeine Informationen zu Ihrem Unternehmen liefern, aber die Menschen, die dort arbeiten, nicht vorstellen. 
  • Seien Sie authentisch. 
  • Informieren Sie! Mir ist noch selten eine Website begegnet, bei der ich das Gefühl hatte, ich erhalte zu viele Informationen. Ich kenne aber viele Webseiten, deren Texte zu knapp gehalten sind und die viele Fragen offen lassen. Eine Anfrage zu starten, kostet oft Überwindung. Viele Menschen fragen nicht gerne nach, sondern suchen dann einfach im Web nach einem anderen Anbieter.

Machen Sie es den Besuchern also einfach und geben Sie ihnen eine anschauliche Vorstellung davon, wer hinter der Website steckt.

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