Formulierungen

Mo

04

Apr

2016

Buchtipp: "So lügt man mit Sprache"

Buchcover So lügt man mit Sprache Floskelwolke
© Piper

"Ihr Anliegen ist uns wichtig!"

So lügt man mit Sprache

Von den Machern der Floskelwolke

 

Sebastian Pertsch und Udo Stiehl

 

Erschienen am 1.3.2016 bei Piper.

208 Seiten, kartoniert

 

ISBN: 978-3-492-30784-0

 

Taschenbuch: € 9,99 [D], € 10,30 [A]

E-Book: € 8,99

Eine Rezension von Karin Hoffmann, Inhaberin von Welt der Worte

Mit Sprache lügen oder führen?

Den ersten Ankündigungen zu diesem Buch erlegen, konnte ich es kaum erwarten, es in meinen Händen zu halten. Allein der erste Teil des Buchtitels, „Ihr Anliegen ist uns wichtig“, fing mich sofort ein und trieb meine Fantasie in Richtung Textbausteine mancher Dienstleister voran.

 

Der zweite Teil hingegen, „So lügt man mit Sprache“, machte mich stutzig und ich fragte mich: Was ist eine Lüge? Rundgefragt im Internet, kommen die Quellen zu einer ersten allgemeinen Aussage, die da lautet: das bewusste Behaupten von Dingen, die nicht wahr sind. Aha, man unterstellt demnach eine zumindest unlautere Absicht.

Das kann ja spannend werden! Wer wird wohl als Lügner entlarvt werden?

Worte verführen den Verstand

Auf den ersten Seiten wird klar, dass die beiden Autoren keine Freunde der Werbesprache sind.

Und doch haben sie für ihren Buchtitel recht wirksam die führende Taktik eines Werbetextes genutzt. Lügen sie mich nun an oder bewegen sie mich?

 

Kein Mensch kauft Dinge, die schnöde als „gut und tauglich“ angepriesen werden. Es geht immer darum, ein gutes Gefühl beim Kunden zu wecken. Der Ton macht die Musik, ganz besonders im Verkauf und ganz gleich, ob Politik, Nachrichten oder Dienstleistung.

 

Es geht nicht um Lüge, sondern um Führen durch Sprache. Für Freunde der direkten Sprache auch „Manipulation“ genannt.

Wenn sich der Nebel lichtet

Sebastian Pertsch und Udo Stiehl haben Floskeln, die uns täglich in den analogen und digitalen Medien begegnen, mit Herzblut und Freude an klarer und schnörkelloser Sprache aufgearbeitet. Die Bandbreite reicht von schön klingenden, aber leider inhaltsleeren Worthülsen über Sportler- und Politikergeschwätz bis hin zum Wetter. Auch jüngste politische Entwicklungen werden nicht ausgelassen. Die Autoren taten das gewiss in guter Absicht, dem Buch tut das jedoch nicht gut. Die folgenden Kapitel haben dann auch alle Mühe, die gute Laune wieder anzuschieben.


Zum Teil fiel mir selbst beim Lesen des Buches auf, wie selbstverständlich manche Nebelbombe im täglichen Sprachgebrauch von uns hingenommen und ebenso verbreitet wird. Sei es die heiße Luft aus mancher Wirtschaftsetage oder das unsägliche Denglisch, das uns in den angelsächsischen Sprachgegenden Gelächter und bei deutschen Muttersprachlern Unverständnis einbringt.

Fazit: "So lügt man mit Sprache" darf auf keinem Schreibtisch fehlen

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben und liest sich leicht. Über Seiten hinweg liefen mir die Tränen vor Lachen. Kein Wunder, kommen doch die beiden Autoren aus dem Rundfunk und TV und sind im Umgang mit Sprache geübt. Mit Eloquenz und Wortwitz rücken sie verklausulierte Aussagen ausdrucksstark und deutlich in schönen Bildern zurecht.

 

Bei so viel geballtem und vergnüglichem Esprit kann man das Buch dann auch öfter lesen. Zum Nachschlagen und zum Testen eigener Texte sollte es immer griffbereit auf dem Schreibtisch liegen. In meinem Sprachzentrum haben Sebastian Pertsch und Udo Stiehl ganz schön Staub aufgewirbelt und zum Nachdenken angeregt. Dafür ein Danke!

 

Doch hätten wir diese verschleiernden Formulierungen nicht, sähe unsere Welt zum einen ziemlich traurig aus und zum anderen wären wir oft von unseren Mitmenschen einfach nur enttäuscht. Wollen Sie das?

Weiterführende Informationen zum Buch und den Autoren

» Leseprobe auf der Website des Piperverlags

» Website der Floskelwolke

Über die Autorin der Rezension

Karin Hoffmann ist Werbetexterin und seit 2011 Inhaberin von Welt der Worte. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Erstellung von suchmaschinenfreundlichen, authentischen Onlinetexten für Webseiten kleiner und mittelständischer Unternehmen. Seit zehn Jahren im Onlinemarketing unterwegs, war sie davor 25 Jahre freiberufliche Film-Editorin in Deutschlands großen Fernsehsendern. Ihre langjährigen Erfahrungen aus der Film- und TV-Produktion fließen in Imagetexte für Unternehmensfilme ein.

Foto von Karin Hoffmann

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Fr

12

Feb

2016

7 Redetipps, die auch Ihren Texten guttun

Ein Artikel von Andrea Joost, Trainerin für wirkungsvolles Reden und sprachliche Cleverness

Immer wieder erlebe ich Teilnehmer, die mit folgendem Aha-Effekt aus meinen Workshops gehen: „Was wir hier für Vorträge und Präsentationen mitgenommen haben, funktioniert ja genauso in der geschriebenen Sprache.“

In der Tat! Gelten doch in beiden Welten vergleichbare Regeln: Ganz gleich, ob Sie Ihre Botschaft auf der Rednerbühne transportieren oder einen Text verfassen, es geht immer darum, andere zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Jetzt gilt es, sowohl den Kopf als auch das Herz Ihrer Zuhörer und Leser zu erreichen. Das klappt allerdings nur, wenn Sie Ihre Inhalte gehirnfreundlich verpacken, Emotionen wecken und dafür sorgen, dass Ihr Gegenüber Ihnen leicht folgen kann.

Mit Worten bewegen – geschrieben und gesprochen!

Mit den folgenden 7 Tipps punkten Sie nicht nur auf der größeren oder kleineren Bühne, sondern können damit auch Ihre Texte aufpeppen:

1. Sie wissen genau, worauf Sie hinauswollen! 

Hand aufs Herz, wie oft reden oder schreiben Sie im Eifer des Alltagsgefechts einfach drauflos? Freilich ist es wunderbar, spontan zu sein und so manch gute Idee entsteht im Tun. Je klarer Sie allerdings wissen, wo die Reise hingeht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihre Botschaft auch ankommt. Bevor Sie also das nächste Mal ans Werk gehen, schnappen Sie sich doch ein Blatt Papier und notieren Sie jeweils die drei wichtigsten Aspekte zu diesen beiden Fragen:

  • Was möchte ich transportieren?
  • Was erwartet mein Gegenüber vermutlich von mir?

Aus den Ergebnissen lassen sich dann ruckzuck Ihre Kernbotschaften und ein roter Faden ableiten – die besten Voraussetzungen, um Ihr Thema klar auf den Punkt zu bringen, gut zu strukturieren und bei Ihrem lesenden oder hörenden Publikum in Erinnerung zu bleiben.

2. Sie fassen sich kurz!

Bandwurmsätze, bei denen weder Sie noch Ihr Gegenüber genau wissen, wo sie anfangen und aufhören, sind sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache weit verbreitet und führen dazu – ich berichte aus eigener Erfahrung –, dass das Gegenüber aussteigt. Stopp! Bitte reden und schreiben Sie lieber in kurzen Sätzen.

 

Verabschieden Sie sich von Schachtelkonstruktionen und gehen Sie sparsam mit Nebensätzen, Einschüben sowie dem Bindewörtchen „und“ um. Je einfacher Sie sich ausdrücken, desto leichter können andere Ihnen folgen. Abgesehen davon, dass kurze Sätze und eine knackige Sprache auch deutlich dynamischer klingen

3. Sie werden konkret!

Obwohl leeres Gerede eigentlich total verpönt ist, sind allgemeine Formulierungen und Worthülsen dennoch weit verbreitet – weil Sie wichtig klingen und vertraut sind. Denken Sie nur an Aussagen, wie „Wir sind kundenorientiert!“, „Wir bieten Ihnen eine innovative Lösung!“, „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“ … Damit werden Sie wohl kaum jemanden begeistern. Das sind Worte, die in den Köpfen unserer Zuhörer und Leser weder Gefühle noch Bilder auslösen und damit wirkungslos bleiben.

 

Anschaulich und lebendig werden Ihre Informationen dann, wenn Sie sie mit handfesten Fakten unterlegen. Zum Beispiel, indem Sie genau verraten, was Ihre Kundenorientierung konkret ausmacht: Gibt es eine 24-Stunden-Hotline, eine regelmäßige Kundenbefragung oder ein besonderes Beratungsangebot? So kurbeln Sie das Kopfkino Ihres Gegenübers an und verwandeln oberflächliche, glatte Aussagen in überzeugende Stories, die wirklich Eindruck hinterlassen.

4. Sie formulieren aktiv!

Passive Satzkonstruktionen verpacken Sachverhalte abstrakt und verschleiern Verantwortlichkeiten. Oder haben Sie eine Idee, wen Sie bei der Aussage „Das Protokoll wird nächste Woche unterschrieben“ zur Rechenschaft ziehen können, wenn nächste Woche vielleicht doch nichts passiert? Das mag praktisch sein. Wirkungsvolles Reden und Schreiben sieht jedoch anders aus.

 

Die Menschen wünschen sich, dass Sie Klartext mit ihnen sprechen. Das steckt schon im Wort: Aktivsätze sind greifbarer und kraftvoller als das Passivgemauschel. Sie nennen Ross und Reiter, erzeugen Bilder im Kopf und gehören damit unbedingt zu einer mitreißenden, überzeugenden Sprache. Sagen Sie deshalb bitte „Frau Meier unterschreibt den Vertrag“ statt „Der Vertrag wird unterschrieben“ oder „Die Kollegen aus der Forschung müssen das Versuchsergebnis dringend überprüfen“ statt „Das Versuchsergebnis muss dringend überprüft werden“.

5. Sie verabschieden sich von Substantivmonstern!

„Die Veröffentlichung des Buches erfolgt im Februar“, „Die Kundenzufriedenheit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor“, „Nachhaltigkeit ist Grundlage unseres Handels“ … so oder so ähnlich lesen sich die Hauptwortungeheuer. Das Problem dabei: Solche Konstruktionen sind gestelzt und auf Dauer ziemlich anstrengend für Leser und Zuhörer.

 

Sie möchten den Monstern das Handwerk legen? Dann halten Sie gleich einmal Ausschau nach allen -heit-, -keit- und-ung-Endungen – sie zeigen Ihnen schnell, wo das Substantivmonster zugeschlagen hat. Um natürlich zu wirken, ersetzen Sie diese schwerfälligen Formulierungen am besten durch Verben. Dann heißt es zum Beispiel „Das Buch erscheint im Februar“ statt „Die Veröffentlichung erfolgt im Februar“ … und schwups! klingt Ihre Aussage viel geschmeidiger.

6. Sie sprechen Deutsch!

Leider hat sich die einfache Sprache im Businessalltag noch nicht durchgesetzt. Da wird aggregiert, implementiert, verifiziert, was das Zeug hält, und es schwirrt einem schnell der Kopf vor lauter Fremdwörtern, Anglizismen und Fachbegriffen. Häufig ohne Rücksicht auf Verluste. Wie schade! Denn sobald Ihr Gegenüber gefordert ist, komplexe Aussagen in eine verständliche Sprache zu übersetzen, kann es sich nicht mehr auf die eigentliche Botschaft konzentrieren. So werden ganz schnell wertvolle Punkte verspielt.

 

Wenn Sie möchten, dass man Ihnen gut und ohne großen Energieaufwand folgen kann, lohnt es sich, das Fremdwörtersparprogramm einzuschalten und den Fachjargon zu reduzieren. Die Devise lautet: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Sie denken, dass Ihr Gegenüber eine gehobene Sprache erwartet? Natürlich darf im Kontakt mit Experten der eine oder andere Fachbegriff fallen. Aber eines ist sicher: Auch Fachleute freuen sich über einen gut verdaulichen Rede- bzw. Schreibstil.

7. Sie trauen sich, persönlich zu werden!

Egal, ob Sie reden oder schreiben – je mehr Sie zeigen, was Sie ausmacht, desto schneller bauen Sie Vertrauen auf und schaffen einen guten Draht zu Ihrem Gegenüber. Schließlich sind Sie nicht nur Wissensvermittler, sondern in erster Linie Mensch … Ihr Publikum möchte Sie kennenlernen. Trockene Informationen alleine genügen da nicht.

 

Keine Sorge, Sie müssen nicht Ihr komplettes Inneres nach außen kehren. Oft reicht schon ein Bild aus dem Alltag oder eine kleine Geschichte, um es menscheln zu lassen. Außerdem hilft es, wenn Sie sich so ausdrücken, wie Sie es auch im „normalen Leben“ tun würden, und sich nicht in einen glatt polierten Rahmen pressen lassen. Besinnen Sie sich auf Ihre persönlichen Stärken und vertrauen Sie auf das, was in Ihnen steckt. Das ist eine ganze Menge!

Bleiben Sie dran und nutzen Sie Ihre Stärken! 

Zugegeben, da kommt einiges zusammen, was berücksichtigt werden darf. Aber dranbleiben lohnt sich! Denn einmal verinnerlicht, werden Sie von diesen Ideen sowohl im gesprochenen als auch im geschriebenen Wort profitieren. Und falls Sie sich bislang nur in einer dieser beiden Welt so richtig wohlgefühlt haben, dann schnuppern Sie jetzt doch mal ganz gezielt in die andere hinein. Nur Mut! Mit Ihren Stärken sind Sie bestens gewappnet und werden vermutlich mehr Parallelen entdecken, als Sie für möglich gehalten hätten.

Über die Autorin:
Andrea Joost ist Trainerin für wirkungsvolles Reden und sprachliche Cleverness. Die studierte Diplombetriebswirtin (BA) war viele Jahre Vertriebsdirektorin einer der größten deutschen Investmentgesellschaften, bevor sie sich 2011 selbstständig gemacht hat.

Ihr Buch Mit Worten bewegen: Präsentationen und Reden, die wirklich begeistern ist 2012 im Wiley-VCH Verlag erschienen. In ihrem E-Book Nix gähn! So bewegen Sie Ihr Publikum gibt die Autorin 5 x 3 Tipps für mitreißende Vorträge. Immer freitags finden Sie in ihrem Blog Tipps, wie Sie mehr Pep in Ihre großen und kleinen Auftritte bringen und Ihren eigenen Redestil entwickeln.

Abbildungsnachweis (Bild ganz oben):

Shutterstock.com: Bildnummer: 216638152. Urheberrecht: BrAt82

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Mi

30

Apr

2014

E-Mail-Tipps für Studierende

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E-Mails werden häufig sehr sorglos geschrieben, auch von Studierenden. Was dabei oft vergessen wird: Ein E-Mail dient keineswegs nur der Übermittlung einer Nachricht, es sagt immer auch etwas über den Absender aus. Es ist also nicht egal, wie das E-Mail formuliert ist und aussieht.

 

Daher heute also einmal ein paar Tipps, worauf Sie achten sollten, wenn Sie einer/einem Lehrenden einer Uni oder FH ein E-Mail schreiben.

10 Tipps für Ihr nächstes Mail

1. E-Mail-Adresse

Falls Sie gerade mit dem Studium anfangen und Ihre E-Mail-Adresse bislang mausi80@gmx.at lautet, legen Sie sich eine neue (zweite) Adresse zu. Optimal ist es, wenn Ihre E-Mail-Adresse Ihren Vor- und Nachnamen umfasst. Einige Universitäten, zum Beispiel die Uni Wien, bieten den Studierenden die Möglichkeit zur Nutzung einer eigenen Uni-E-Mail-Adresse. Wenn Ihre Uni so etwas anbietet, dann nutzen Sie das.

2. Betreff

Wählen Sie einen Betreff, und zwar einen aussagekräftigen. Die Empfängerin bzw. der Empfänger muss sofort sehen, worum es geht.

3. Hintergrund

Verzichten Sie auf die Hinterlegung Ihres E-Mails. E-Mails mit lila oder hellgrünem Hintergrund oder gar Blümchen haben im universitären Kontext nichts verloren.

4. Schrift

Gleiches gilt für die Schrifttype: Verwenden Sie eine gängige, schnörkellose Schrift, zum Beispiel Calibri, Times Roman oder Arial.

5. Anrede

Achten Sie auf die Anrede. Selbst in Österreich ist es heute durchaus in Ordnung, wenn Sie eine Lehrperson mit "Sehr geehrte Frau plus Nachname" bzw. "Sehr geehrter Herr plus Nachname" ansprechen.

 

Wenn Sie sich für eine Ansprache mit Titel entscheiden, dann informieren Sie sich vorher, welchen Titel Ihre Empfängerin bzw. Ihr Empfänger hat. Ich selbst bekomme immer wieder E-Mails, in denen ich mit "Sehr geehrte Frau Professor Weigl" angesprochen werde. Da ich nicht habilitiert bin und auch keine Professur habe, ist diese Ansprache schlichtweg falsch. Ich persönlich bin außerdem unangenehm berührt, wenn mich jemand so anspricht.

 

Ob Sie sich nun für "Sehr geehrte/r" oder "Liebe/r" entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Wenn Sie die Lehrperson bereits persönlich kennen, finde ich persönlich "Liebe/r" völlig in Ordnung. Nicht angemessen ist, zumindest in Österreich, die Anrede mit "Hallo". So spricht man nur jemanden an, mit dem man per Du ist. Auch der Vorname hat in der Anrede nichts verloren. Also, verzichten Sie besser auf Anreden wie diese: "Hallo Fritz Müller", "Hallo Herr Professor Meier", "Hallo Frau Huber". Die Anrede endet mit einem Komma, anschließend geht es in der nächsten Zeile kleingeschrieben weiter.

6. Inhalt: Kurz und informativ

Fassen Sie sich im E-Mail kurz und denken Sie beim Schreiben immer an Ihre Leserin bzw. Ihren Leser und sein bzw. ihr Vorwissen. Formulierungen wie "Ich finde leider keine Literatur zu meinem Thema. Können Sie mir bitte helfen?" bedeuten, dass die Empfängerin bzw. der Empfänger erst einmal nachfragen muss, zum Beispiel wie Sie denn bislang recherchiert haben, welche OPACs Sie benutzt haben. Und damit startet ein unnötig langes E-Mail-Pingpong. Überlegen Sie sich also, welche Informationen Ihre Betreuerin bzw. Ihr Betreuer benötigt, um Ihr E-Mail möglichst rasch und unkompliziert beantworten zu können, und liefern Sie diese mit.

7. Rechtschreibung

Achten Sie auf die Rechtschreibung. Hacken Sie Ihr E-Mail nicht einfach in den PC und schicken es dann ruckzuck ab, sondern lesen Sie es ein paarmal Korrektur. Wenn Sie Schwächen in der Rechtschreibung haben, können Sie Ihr E-Mail auch in Word vorschreiben und dann die Rechtschreibprüfung drüberlaufen lassen. Auf diese Weise können Sie zumindest einige Fehler ausmerzen.

8. Sprache

Ihr E-Mail darf durchaus nah an der gesprochenen Sprache sein, aber verzichten Sie auf umgangssprachliche Formulierungen. Manchmal bekomme ich E-Mails, die ziemlich harsch klingen, aber es gibt auch E-Mails, die (vor lauter Respekt?) sehr unterwürfig formuliert sind (zum Beispiel mit vielen Konjunktiven). Beides ist nicht gut. Wählen Sie einfach einen freundlich-sympathischen Ton. Wenn Ihnen das schwerfällt, überlegen Sie, wie Sie gerne hätten, dass man mit Ihnen spricht.

9. Grußformel

Schließen Sie Ihr E-Mail mit einem freundlichen Gruß. Nehmen Sie sich die Zeit, ihn auszuformulieren. Schreiben Sie also zum Beispiel nicht "MfG", sondern "Mit freundlichen Grüßen". Auch "Mit den besten Grüßen", "Herzlichen Gruß" o.Ä. ist völlig in Ordnung. Auf gespreizte Grußformeln wie "Mit bester Hochachtung" können Sie getrost verzichten. Wir leben im 21. Jahrhundert!

10. Und zum Schluss ...

Vergessen Sie nicht, dass Ihr E-Mail Ihr Auftritt bzw. Ihre Visitenkarte ist! Es lohnt sich, wenn Sie sich beim Schreiben ein wenig Mühe geben.

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Mi

13

Nov

2013

Was Sie tun sollten, bevor Sie Ihren Text aus der Hand geben

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Der Weg zum fertigen Text umfasst viele Arbeitsschritte. Im letzten Schritt geht es immer um den sprachlichen Feinschliff sowie die Endkorrektur, also die Beseitigung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Im Folgenden möchte ich Ihnen Tipps geben, was Sie vor der Abgabe bzw. Veröffentlichung Ihres Textes alles tun können, um einen wirklich guten Text aus der Hand zu geben. 

Tipps: So gelingen Feinschliff und Endkorrektur!

  • Nehmen Sie sich für den sprachlichen Feinschliff und die Endkorrektur genug Zeit. Mit einmal Durchlesen ist es nicht getan. Je komplexer der Inhalt ist und je weniger Schreiberfahrung Sie haben, desto öfter müssen Sie Ihren Text Korrektur lesen. 
  • Lassen Sie den Text liegen, bevor Sie sich an den Endspurt machen. Gewinnen Sie Abstand von Ihrem Text.  
  • Um Abstand zu gewinnen und leichter in die Rolle der Leser zu schlüpfen, hilft mir persönlich ein Ortswechsel. Wenn ich den Text an einem anderen Platz als am Schreibtisch lese, merke ich viel schneller, wo es noch hakt und entdecke auch Fehler leichter. 
  • Drucken Sie den Text in einer anderen Schriftart und/oder -größe aus. Wenn wir Texte schreiben, werden wir meist irgendwann betriebsblind und sehen Fehler nicht mehr. Ein Wechsel der Schriftart bzw. -größe erhöht meiner Erfahrung nach die Aufmerksamkeit für den eigenen Text.
  • Verwenden Sie die Rechtschreibprüfung Ihres PCs, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Wenn Sie gerne eine bessere Rechtschreibprüfung als die automatisch vorinstallierte haben möchten, kaufen Sie sich die Korrektursoftware des Duden Verlags (Korrektor).   
  • Drucken Sie Ihren Text aus. Korrigieren Sie ihn nicht nur am PC, sondern auch auf Papier und arbeiten Sie dann die Korrekturen ein. Diesen Prozess wiederholen Sie solange, bis Sie das Gefühl haben, dass Ihr Text wirklich fertig ist.
  • Versetzen Sie sich in die Position Ihrer Leserinnen und Leser: Stiftet Ihr Text einen Nutzen? Was haben die Leserinnen und Leser davon, wenn sie Ihren Text studieren? Welches Vorwissen haben sie? Werden sie Ihnen folgen können?
  • Lassen Sie andere Ihren Text lesen. Vier oder sechs Augen sehen mehr als zwei! Sagen Sie Ihren Korrekturleserinnen und -lesern genau, worauf sie achten sollen (sprachlicher Ausdruck, Grammatik, Kommasetzung etc.).
  • Wenn es um einen sehr wichtigen Text geht (Website, Bewerbungsschreiben, Text für einen Flyer etc.) kann ein professionelles Lektorat sinnvoll sein.  
  • Und zum Schluss: Seien Sie mit sich selbst geduldig! Auch das Überarbeiten ist Übungssache.     

  

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Abbildungsnachweis:

Pixabay, Openlcons

 

       

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So

29

Sep

2013

Synonyme finden: Kennen Sie den Thesaurus?

thesaurus, sysnonyme finden, synonyme suchen
Synonyme suchen mit dem Thesaurus

Der Thesaurus ist eine praktische Funktion in Word, die aber längst nicht alle kennen. Mit dem Thesaurus können Sie nach Synonymen suchen.

 

Der Thesaurus hilft Ihnen, wenn Sie ...

nach dem richtigen Wort für einen speziellen Kontext suchen.
ein Wort austauschen wollen, weil Sie gerade eine Wortwiederholung vermeiden möchten.
Ihren Wortschatz erweitern wollen.

 

Sie finden den Thesaurus in Microsoft Word, wenn Sie oben auf die Registerkarte "Überprüfen" klicken. Entweder markieren Sie zuvor das Wort, für das Sie ein Synonym suchen, oder Sie geben das Wort in die erste Zeile des Thesaurus ein. In der Regel schlägt Ihnen der Thesaurus eine größere Zahl an Synoymen vor (im Screenshot links sehen Sie einen Teil der Vorschläge für das Wort "doch"). Aus der Liste müssen Sie dann das Synonym aussuchen, das in Ihren Textkontext passt.

 

Eine Alternative zum Thesaurus ist übrigens das Synonymwörterbuch aus dem Duden Verlag. Sie können es als gedrucktes Buch oder in elektronischer Form erwerben. Ich persönlich schätze die elektronischen Wörterbücher von Duden sehr, weil man sie direkt am PC installiert. Das Nachschlagen funktioniert schnell und unkompliziert.

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