Di

07

Okt

2014

Was Minimalismus für mich ist

Ausmisten gehört zu den Dingen, die ich eigentlich so und so immer wieder einmal tue. Seitdem ich aber begonnen habe, den einen oder anderen Blog zum Thema Minimalismus zu lesen und auch den Minimalismus-Podcast von Michael Klumb und Daniel Siewert entdeckt habe, ist meine Freude am Reduzieren gewachsen – und das betrifft nicht nur Gegenstände. Letztendlich lassen sich auch oberflächliche Beziehungen und Kontakte sowie Reize, die aus den Medien auf uns einprasseln, reduzieren. Minimalismus sorgt in meinen Augen für Klarheit, bringt Freiräume und macht überdies Spaß!

Was Minimalismus für mich ist

Frau Ding Dong hat in ihrem Blog die Frage gestellt: Wie erklärst du anderen (deine Form von) Minimalismus in 3 Sätzen?

Hier meine Antwort: Minimalismus bedeutet für mich,

  • weniger Gegenstände zu besitzen, die ich dann aber öfter und auch bewusster verwende.
  • Reduktion sowie Fokussierung auf das, was ich wirklich brauche und was mir wichtig ist  und das geht eben über Dinge, die man mit den Händen angreifen kann, hinaus.
  • Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Meine Minimalismus-Aktionen der letzten vier Wochen

Zunächst einmal habe ich mich zu Hause von allerhand Dingen getrennt: von ein paar Büchern, einigen CDs, Gläsern und anderen Küchenutensilien (v.a. solchen, die ich doppelt hatte). Dann habe ich aber auch überlegt, was ich am PC bzw. im Web reduzieren könnte. Und schließlich habe ich nach einigem Nachdenken auch beschlossen, ein paar Punkte in der Schreibwerkstatt zu verändern, die man letztendlich auch unter dem Gesichtspunkt Minimalismus sehen kann.  

Am PC und im Web

  • Ich habe gemerkt, dass es Newsletter gibt, die ich eine Weile interessant gefunden habe, die mich inzwischen aber nicht mehr ansprechen. Diese Newsletter habe ich abbestellt.
  • Außerdem habe ich meine Ordner in Outlook ausgemistet bzw. teilweise sogar völlig geleert. Ich versuche jetzt, meine Inbox möglichst leer zu halten (eine Zero Inbox, die manche Zeitmanagementexperten empfehlen, ist nicht mein Weg).
  • Ich habe auf Facebook u.a. Seiten entlikt, die mich inzwischen nicht mehr interessieren oder die ich anfangs aus Gefälligkeit gelikt habe (mache ich inzwischen nicht mehr).
  • Ich habe die Zahl der Twitter-Accounts, denen ich folge reduziert (es sind jetzt immer noch gut 600). Das hat zur Folge, dass ich jetzt in meinem Stream weniger Nachrichten vorfinde, von denen mich aber mehr wirklich interessieren (mit der Listenfunktion habe ich mich bislang nicht wirklich angefreundet).

In der Schreibwerkstatt

  • Zunächst einmal übernehme ich keine Lektoratsaufträge mehr, die unter extremem Zeitdruck erledigt werden müssen (das sind v.a. Texte, die innerhalb eines Tages lektoriert werden sollen). Zeitdruck bedeutet immer Stress, sowohl für mich als auch für meine Lektorinnen. Mit ein wenig Weitsicht lässt sich ein Lektorat gut planen, was übrigens auch der Qualität guttut.
  • Ich habe beschlossen, nur mehr vier statt fünf Tage für die Schreibwerkstatt zu arbeiten. Wenn Aufträge nicht mehr binnen 24 Stunden erledigt werden müssen (und das hat v.a. das Lektorat betroffen), dann ist es auch kein Problem, wenn ich die Schreibwerkstatt am Freitag geschlossen halte. Diesen Tag möchte ich in Zukunft für eigene Projekte nutzen, die zuletzt einfach zu kurz gekommen sind. Von Montag bis Donnerstag bin ich voll und ganz für meine Kunden da.

Und nun die Frage an Sie ...

Was ist für Sie Minimalismus? Können Sie der Minimalismus-Idee etwas abgewinnen? Wenn ja, wo leben Sie vielleicht bereits Minimalismus?

Weiterführende Hinweise: Blogs und Podcast zum Thema Minimalismus 

Abbildungsnachweis:

Pixabay, bohemienne

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Kommentare: 4
  • #1

    Sabine Dinkel (Montag, 13 Juli 2015 08:17)

    Liebe Huberta,

    dein Artikel gefällt mir sehr gut.

    Diese Art von Minimalismus erzeugt bei mir viel Resonanz und macht mir nicht so viel Druck, wie viele andere Artikel, bei denen ich immer denke: "Du meine Güte, das schaffe ich nie!"

    Ich gebe ja schon seit 2 Jahren Montags keine Coachings mehr, um mir einen Tag der Woche für das zu gönnen, was sonst immer liegen bleibt. Noch dazu gibt es keine Coachings mehr vor 11.00 Uhr.

    Nach dem Lesen deines Artikels fühle ich mich mit meinen "Coaching-Regeln" gleich viel minimalistischer, denn unter dem Aspekt hatte ich sie noch gar nicht betrachtet. :oD

    Herzliche Grüße
    Sabine


  • #2

    Huberta (Montag, 13 Juli 2015 08:19)

    Liebe Sabine,

    ich freu mich, dass dir der Artikel etwas gebracht hat.

    Herzlichen Gruß
    Huberta

  • #3

    Ulrike Zecher Emotionsberatung (Montag, 13 Juli 2015 09:46)

    Liebe Huberta,

    jedes Mal, wenn ich aufräume, führt das bei mir zur inneren Klarheit und macht mich glücklich.
    Meine Aufräumaktionen in den letzten Monaten:
    - Keller aufräumen
    - Bücher über momox verkaufen
    - Kleiderschrank ausmisten
    - PC ausmisten
    - Newsletter/FB-Seiten abbestellen
    - in Beziehungen aufräumen

    Es ist eine Frage, die mir dabei sofort weiter hilft: "Macht mich dieser Gegenstand - sofern man ihn in den Händen halten kann - glücklich oder unglücklich?"

    Ich erledige alles an einem Tag. Altpapier, Bücher sofort entsorgen. Bilder auf Ebay sofort einstellen. Und dann feier ich abends den neu gewonnenen Raum.

  • #4

    Huberta (Montag, 13 Juli 2015 10:49)

    Liebe Ulrike,

    danke für deinen Input. Auszumisten ist etwas Schönes. Erst muss man sich aufraffen, dann tut es aber sehr gut.

    Lieben Gruß
    Huberta