"Wir lernen jetzt schwimmen!" Diese Worte eines Vaters, der gerade seinen kleinen Sohn an der Hand hielt und mit einem Freund sprach, haben mich gestern zusammenzucken lassen.
Erst nach kurzem Nachdenken ist mir klar geworden, warum ich so reagiert habe: Es war dieses vereinnahmende Wir. Der Vater konnte ja sicherlich schon schwimmen, er war nur gerade dabei, das
Schwimmen seinem Sohn beizubringen. Und das betrachtete er offenbar ganz und gar als sein Projekt.
Als vereinnahmend empfinde ich es übrigens auch, wenn Menschen für einen anderen Menschen sprechen. Ich erlebe das bei Eltern, die eine an ihr Kind gerichtete Frage, voreilig selbst beantworten, Paaren, aber auch älteren Menschen, denen jüngere Menschen mit der Antwort zuvorkommen.
Den Gipfel einer vereinnahmenden bzw. übergriffigen Kommunikation habe ich heute im Supermarkt erlebt: Ein älterer Herr stand bei der Kasse und kam mit den Euroscheinen bzw. Euromünzen nicht zurecht. Etwas hilflos sah er die Dame bei der Kasse an, die kurzerhand erklärte: "Warte, ich mache das für Dich!"
Fazit: Anerkennen wir doch auch sprachlich die Leistung von Kindern, und zwar selbst dann, wenn wir Erwachsenen sie etwas lehren. Lassen wir andere Menschen für sich sprechen, wenn sie selbst
dazu in der Lage sind. Und respektieren wir, dass das Du in der deutschen Sprache immer noch in vielen Situationen unangebracht ist. Mit dem Du kann eine bestimmte Grenze überschritten werden
– die Grenze zwischen Respekt und Respektlosigkeit.
Abbildungsnachweis:
Microsoft PowerPoint 2010 • ClipArt
Schreiblust statt Dauerfrust! Powerkurs am Fr., 28.6. und Sa., 29.6. Kleingruppe. 160,- Euro (zuzüglich 20% USt.).
>> Weiterlesen
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben?
Hier geht's zum Newsletter:
Sie finden mich mit der Schreibwerkstatt auch auf verschiedenen
Social-Media-Plattformen.
Schauen Sie vorbei!
→ Zum Feedbackformular!
Mo
03
Jun
2013
Seit nunmehr 16 Jahren lehre ich an verschiedenen Universitäten. 10 Jahre habe ich fix angestellt an der Universität Wien unterrichtet, seit 2007 lehre ich dort und an mehreren anderen Universitäten als sog. "Externe". Es gibt inzwischen kein studentisches Problem, das mir nicht in irgendeiner Form bereits einmal begegnet ist, und auch die Seite der Lehrenden ist mir gut vertraut.
Zu den absoluten Dauerbrennern, die im universitären Alltag für Unzufriedenheit bzw. Problemen führen, gehört das Thema "Feedback". Damit meine ich das Feedback auf schriftliche Arbeiten. Sowohl auf der Seite der Lehrenden als auch auf der Seite der Studierenden gibt es dazu oft Klagen. Auf beiden Seiten trifft man aber auch immer wieder auf eine ordentliche Portion Gleichgültigkeit. Ich möchte das Thema "Feedback" daher heute einmal hier aufgreifen und ein paar Überlegungen dazu anstellen – ohne mir ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Viele Lehrende korrigieren schriftliche Arbeiten sehr sorgfältig, aber die Studierenden geben sich mit der Note zufrieden und holen die Arbeiten nicht ab. Die Lehrenden bleiben auf der Arbeit sitzen! Diese Situation ist ausgesprochen ärgerlich, denn einen studentischen Text zu korrigieren, macht Mühe, und wenn diese Mühe umsonst ist, fragt man sich, wozu man sich das antut.
Und dann gibt es auch den umgekehrten Fall: Lehrende, die kein Feedback geben, obwohl sich ihre Studierenden eine Rückmeldung auf die Arbeiten wünschen.
Die Szenarien sind in diesem Zusammenhang vielfältig: So benoten manche Lehrende die Arbeiten, geben sie dann den Studierenden aber nicht zurück und stehen auch nicht für ein Gespräch zur
Verfügung. Andere Lehrende wiederum geben die Arbeiten zurück, aber außer ein paar Wellenlinien am Rand gibt es keinerlei Kommentare, aus denen die Studierenden die Note nachvollziehen und etwas
lernen können. Aus der Sicht der Studierenden ist das absolut frustrierend! Wie sollen sie sich weiterentwickeln und verbessern, wenn sie nicht wissen, was gut und was weniger gut gelaufen ist?
Schreiben hat man zwar in der Schule gelernt, für die erfolgreiche Absolvierung eines Studiums reichen die Schulkenntnisse (z.B. im Aufsatzschreiben) jedoch nicht aus. Wenn Sie ein Studium erfolgreich bewältigen wollen, müssen Sie laufend an Ihrer Schreibkompetenz arbeiten und v.a. auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Das bedeutet, Sie sollten
Schauen Sie also, dass Sie Ihre Arbeit zurückbekommen und wenn das schriftliche Feedback für Sie zu knapp oder zu wenig aussagekräftig ist, suchen Sie das Gespräch. Fragen Sie nach, was Sie beim
nächsten Mal besser machen können, notieren Sie sich die Punkte und bemühen Sie sie sich, diese Punkte auch umzusetzen.
Die Lehre ist Teil des Jobs
Dass Lehrende Arbeiten ohne ausführliches Feedback zurückgeben und/oder nicht für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen, ist für mich – trotz meiner langjährigen Erfahrung im Uni-Betrieb – nach wie vor erschreckend. Die drei Säulen der universitären Tätigkeit sind nun einmal Lehre, Forschung und Verwaltung. Das bedeutet: Ein Drittel der Zeit ist für die Lehre, also auch die Betreuung der Studierenden, vorgesehen.
Es gibt viele Lehrende, die mit großem Engagement, viel Ausdauer und Geduld unterrichten und sich für die Studierenden engagieren. Es gibt aber auch Mitarbeiter an Universitäten, die den Aufwand
für die Lehre so gering wie möglich halten.
Warum ist das so? Nun, die Arbeit an einer Universität ist meist ziemlich stressig. Zudem ist die Konkurrenz groß und wer beruflich weiterkommen möchte, sollte in erster Linie zwei Dinge tun:
Drittmittel einwerben und publizieren. Für das berufliche Fortkommen zählt (ich möchte fast sagen: ausschließlich) die Forschung, nicht die Lehre. So habe ich beispielsweise noch nie gehört, dass
jemand auf einen Lehrstuhl berufen wurde, weil er so ein ausgezeichneter Lehrer ist. Wer es nach oben schaffen will, muss v.a. eine lange Publikationsliste haben und seine
Leistung als Forscher unter Beweis stellen.
Das hat natürlich Konsequenzen für den Lehrbetrieb: Die Studenten und ihre Bedürfnisse kommen zu kurz! So schlimm das ist, möchte ich dafür jedoch auf keinen Fall nur die Lehrenden verantwortlich
machen, sondern auch das System "Universität".
Es gibt Möglichkeiten ...
Während meiner Tätigkeit als Assistentin habe ich das System "Universität" hautnah erlebt. Und natürlich habe ich auch für die Lehrenden Verständnis. Besonders viel Verständnis habe ich für
diejenigen, die nicht fix angestellt sind und für die es tagtäglich bei allem, was sie tun oder nicht tun, um die Zukunft und die Existenz geht.
Allerdings kann jeder Lehrende nach Wegen suchen, wie er Studierende mit einem vernünftigen Zeit- und Ressourceneinsatz gut betreuen kann. Mit ein wenig Kreativität lassen sich solche Wege
finden!
Hier zwei Wege, mit denen ich gute Erfahrungen mache:
1. Viele Studierende tun sich mit dem Formulieren schwer. Sammeln Sie unter bestimmten Gesichtspunkten (z.B. Mammutsätze, Satzzeichen etc.) ein paar Beispiele für schlecht formulierte Sätze und
lassen Sie sie überarbeiten. Besprechen Sie die Überarbeitung mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung. Dazu brauchen Sie nicht viel Zeit (für 3 Satzbeispiele brauchen Sie maximal 15
Minuten). Die Studierenden üben an praktischen Beispielen das Überarbeiten (das ja auch erst einmal gelernt werden muss) und erhalten von Ihnen direkt ein Feedback. Der Lerneffekt ist
erfahrungsgemäß groß, die Diskussion der Lösungen macht den Studierenden Spaß und Sie selbst haben keinen Korrekturaufwand.
2. In der Regel geben die Studierenden ihre Arbeiten am Ende des Semesters ab. Planen Sie einen Termin zu Beginn des folgenden Semesters ein, an dem Sie den Studierenden ihre Arbeiten zurückgeben
und ihnen die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen unklar ist. Zeigen Sie auf, was den Studierenden insgesamt gut gelungen ist, sprechen Sie aber auch die häufigsten Fehler an. So
bleiben Sie nicht auf den Arbeiten sitzen und können ein umfassendes Feedback geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer sorgfältig korrigierten Arbeit in Kombination mit einer
gemeinsamen Nachbesprechung nur mehr in Ausnahmefällen Sprechstundentermine notwendig sind.
Schreiben kann man lernen, Schreiben kann und muss man lehren. Und ohne Feedback ist die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln gering. Ich persönlich sehe allerdings auf beiden Seiten Handlungsbedarf: Studierende sollten sich um ein Feedback bemühen und Lehrende sollten bereit sein, Feedback zu geben. Gleichgültigkeit ist kein Weg.
Abbildungsnachweis:
Pixabay, Nemo
Mo
27
Mai
2013
In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen
kurzen Überblick über den Stand der Forschung zu geben.
Vielen Studierenden fällt das Schreiben einer Forschungslage bzw. eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu
geben.
Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich.
Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege,
Zitate).
Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die
Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der
Forschung zu Ihrem Thema).
Mit dem Forschungsstand
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein
chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen.
Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten
Überblick über die wichtigste Literatur.
Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat
der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich
machen.
Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...
Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...
Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ...
Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg
anführen!
Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie
eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden
Seiten zur Karlskirche anführen.
Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und
schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien
können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.
Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde
letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung
verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz.
Das könnte Sie auch noch interessieren:
Wie schreibt man eine Einleitung?
Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- oder Masterarbeit sein?
Fragen und Antworten zum Thema "Fußnoten"
Abbildungsnachweis:
Pixabay, Nemo
Fr
17
Mai
2013
Durch Zufall bin ich auf Bodo Mrozeks "Lexikon der bedrohten Wörter II" aufmerksam geworden, das ich Ihnen heute kurz vorstellen möchte. Denn: Wissen Sie, was ein
Berserker oder eine Datenautobahn ist? Sind Sie schon einmal unter einer Höhensonne gelegen? Haben Sie sich über garstige Menschen in Ihrem Umfeld geärgert und
haben Sie anschließend so richtig gekeppelt?
Sprache verändert sich und viele Wörter kennen wir heute nicht mehr oder wir kennen sie, aber verwenden sie nicht. Bodo Mrozek stellt in seinem Lexikon solche aussterbenden bzw. bedrohten Wörter
vor und erläutert ihre Geschichte. Es macht Spaß in dem Lexikon zu blättern und die Hintergründe des einen oder anderen Wortes nachzulesen. Hin und wieder hatte ich beim Lesen allerdings ein
Gefühl von Nostalgie ...
Das Lexikon ist bereits 2006 im Rowohlt Verlag erschienen, aber nach wie vor im Buchhandel erhältlich. Speziell hinweisen möchte ich zum Schluss noch auf die Website zum Buch. Wenn Sie Lust haben, stöbern Sie doch dort einmal ein wenig und testen Sie Ihr Wissen.
Rowohlt Verlag: Bodo Mrozek, Lexikon der bedrohten Wörter
Das könnte Sie auch noch interessieren:
Weitere Buchtipps im Blog der Schreibwerkstatt
So
05
Mai
2013
Ich gehöre zu den Menschen, die nach wie vor gerne Postkarten verschicken – und zwar nicht nur im Urlaub, sondern einfach auch einmal zwischendurch. Sogar innerhalb Wiens verschicke ich hin und
wieder eine Postkarte.
Fast könnte man sagen: Postkarten gehören zu meiner Leidenschaft! Wenn ich irgendwo eine schöne Postkarte sehe, kann ich nicht umhin, sie zu kaufen. Ich habe eine ganze
Schachtel voll Postkarten zu Hause. Hier findet sich inzwischen für fast jedes Thema oder jeden Anlass irgendetwas Passendes.
Trotz E-Mail und SMS freuen sich die meisten Menschen immer noch, wenn sie eine Postkarte bekommen. Das ist gar nicht erstaunlich, denn zum einen zeigt eine Postkarte das ja, dass man an
denjenigen gedacht hat, zum anderen landen heute im Postkasten sonst eh nur mehr Rechnungen und Werbung. Eine Postkarte zu bekommen, ist inzwischen schon etwas Besonderes.
Ich hebe übrigens manche Postkarten auch auf – Postkarten, die entweder besonders schön sind und/oder die mir aufgrund des Absenders bzw. Inhalts etwas bedeuten. Zuerst
stehen diese Postkarten zu Hause auf meinem Schreibtisch, dann lege ich sie in irgendein Buch. Das mache ich schon seit Jahren, und wenn ich ein Buch zu Hand nehme, bin ich oft überrascht, was
ich dort entdecke!
Eine Postkarte zu schreiben, ist übrigens weder mühsam noch zeitaufwändig. Es genügt ein ganz kurzer Text! Viele Menschen denken, dass Sie einen besonders ausgeklügelten bzw.
sorgfältig formulierten Text schreiben müssen und verkrampfen dann richtig. Das ist schade, denn es geht ja wirklich nur um eine kurze Mitteilung. Nehmen Sie es locker!
Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Sie eine Postkarte schreiben wollen?
Sie können zum Beispiel ...
Möglicherweise sind Sie auf Facebook unterwegs. Dort schreiben wir alle laufend Nachrichten, mit denen wir unseren Freuden etwas kurz erzählen. Wir denken nicht lange nach, wir schreiben
einfach – und zwar meist so, wie wir sprechen. Dieses Prinzip lässt sich durchaus auf das Schreiben von Postkarten übertragen. Bleiben Sie locker, dann macht das
Schreiben auch Spaß Und Sie werden sehen, der Empfänger freut sich bestimmt!
Wann haben Sie zum letzten Mal eine Postkarte geschrieben? Was machen Sie mit Postkarten, die Sie bekommen?
Do
02
Mai
2013
Aus Erfahrung weiß, dass sich viele Studierende mit dem Schreiben der Einleitung plagen. Sie sind sich unsicher, was überhaupt alles in die Einleitung gehört und wann man sie am besten schreibt. Der folgende Beitrag gibt Antwort auf diese Fragen.
Die Einleitung gehört – wie das Schlusskapitel – zu den fixen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit, Bachelor- oder Masterarbeit bzw. Diplomarbeit,
Dissertation).
In der Einleitung führen Sie Ihre Leserinnen und Leser an das Thema heran: Sie leiten, wie es das Wort sagt, in die Arbeit ein, Sie stellen das Thema vor. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus,
d.h. setzen Sie nicht zu viel Wissen voraus, holen Sie aber auch nicht zu weit aus.
Denken Sie beim Schreiben immer an die Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit und deren Vorwissen. Wichtig ist: Machen Sie die Leserinnen und Leser in der Einleitung neugierig auf das Thema der Arbeit!
1. Was genau ist Ihr Thema?
Ihre Leserinnen und Leser müssen von Beginn an verstehen, womit sich Ihre Arbeit befasst.
2. Auf welche Literatur stützen Sie sich in Ihrer Arbeit?
Geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, die Sie verwendet haben. Treffen Sie dabei eine vernünftige Auswahl. Zählen Sie die Bücher und Artikel nicht einfach nur auf, sondern kommentieren Sie die einzelnen Publikationen. Sagen Sie, was welche Publikation leistet, was man als Leserin oder Leser dort Besonderes erfährt. Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Autorin bzw. einen Autor oder eine Publikation nennen, müssen Sie in Klammer oder in der Fußnote immer den Literaturbeleg anführen.
Beispiele:
Hinweis: In allen genannten Fällen können Sie den Literaturbeleg statt in einer Klammer auch in einer Fußnote anführen.
3. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?
Mit Ihrer Arbeit verfolgen Sie ein bestimmtes Ziel. Erklären Sie in der Einleitung, was Sie in der Arbeit herausfinden, darlegen oder diskutieren wollen.
Beispiele:
4. Wie werden Sie vorgehen?
Erklären Sie Ihren Leserinnen und Lesern, welche Methoden Sie verwenden. Also: Wie gehen Sie vor, um Ihr Ziel zu erreichen? Mögliche Methoden sind u.a. Experimente, Beobachtungen, quantitative oder qualitative Studien. Eine Arbeit kann aber auch nur auf Literaturstudien basieren (literaturgestützte Arbeit). Die Methoden, die Sie verwenden hängen stark von Ihrem Fach ab.
5. Wie bauen Sie Ihre Arbeit auf?
Legen Sie dar, wie Ihre Arbeit strukturiert ist. Gehen Sie auf die Gliederung der Arbeit ein.
Beispiele:
In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, das Wort „ich“ möglichst sparsam einzusetzen. Ich vertrete die Ansicht, dass Sie es im Vorwort und in der Einleitung durchaus verwenden können.
6. Was werden Sie nicht machen?
In der Einleitung können Sie auch erklären, was Sie nicht machen werden. Die meisten Themen sind so umfangreich und komplex, dass man Sie sie nicht vollständig behandeln können (v.a. nicht in einer Seminararbeit an der Uni, einer Bachelor- oder Masterarbeit). Wecken Sie bei Ihren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall falsche Erwartungen. Grenzen Sie das Thema ein bzw. ab und erklären Sie, warum Sie das machen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie ein Thema fassen, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung fallen.
Beispiele:
Ob Sie die Fragen 1–6 in der hier angeführten Reihenfolge abarbeiten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass Sie auf alle sechs Fragen eingehen. Persönliche Aspekte, also etwa Ihre Beweggründe für die Themenwahl oder eine Danksagung, gehören übrigens nicht in die Einleitung, sondern ins Vorwort.
Es ist lohnend, wenn Sie sich Gedanken über den ersten Satz der Einleitung machen. Er sollte packend formuliert sein. Der langweiligste Einstieg lautet: „Diese Arbeit befasst
sich mit …“ Unzählige Arbeiten beginnen mit einem Satz wie diesem.
Mit ein bisschen Nachdenken fällt Ihnen bestimmt ein packender Einstiegssatz ein. Sie können dabei durchaus auch an einen Artikel in einer Tageszeitung denken. So ein Artikel beginnt oft mit
einem Einstiegssatz, der die Leserinnen und Leser richtiggehend in das Thema hineinzieht. Besonders gut geeignet für den Einstieg ist ein Hinweis auf die übergeordnete Bedeutung oder
Aktualität des Themas Ihrer Arbeit. Erklären Sie, was Ihr Thema auszeichnet. Warum ist es so interessant? Wecken Sie die Neugier Ihrer Leserinnen und Leser!
Beispiel: Ausgangssituation, Sie schreiben eine Arbeit über die Architektur des Benediktinerstifts Melk in Niederösterreich.
Die Einleitung schreiben Sie am besten, wenn der Hauptteil fertig ist, also ganz am Ende. Davor können und sollen Sie sich natürlich schon mit den einzelnen Fragen befassen, die Sie in der Einleitung thematisieren werden, aber es macht keinen Sinn, die Einleitung zu Beginn des Arbeitsprozesses auszuformulieren. Sie können nur in etwas einleiten, das Sie schon kennen! Wer den Arbeitsprozess mit dem Schreiben der Einleitung beginnt, läuft Gefahr, in eine Schreibblockade zu geraten.
In der Einleitung
Der Blog-Artikel wird in geringfügig veränderter Form demnächst auch als PDF auf der Website http://www.ahs-vwa.at abrufbar
sein.
Das könnte Sie auch noch interessieren:
>> Wählen Sie für Ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit kein zu großes Thema
>> Wie lang soll das Literaturverzeichnis meiner Bachelor- oder Masterarbeit sein?
>> Welche Literatur zitiere ich, wenn ich Vergleiche mache oder Themen anspreche, die nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit
stehen?
Abbildungsnachweis:
Vector colored Pencil ©Özger Sarikaya – Fotolia.com
Mi
01
Mai
2013
Wer eine Website besucht, hat eine Frage bzw. benötigt eine Lösung für ein bestimmtes Problem. Die meisten Menschen sind allerdings erst einmal skeptisch, wenn sie auf eine Website kommen: Sie
haben Zweifel, ob das Produkt oder die Dienstleistung für sie richtig ist.
Wenn Sie eine Website haben, sollten Sie genau diese Zweifel ausräumen. Das wird Ihnen vor allem dann gelingen, wenn Sie die Besucher Ihrer Website informieren.
Geizen Sie nicht mit Informationen. Versetzen Sie sich in die Besucher und überlegen Sie sich, welche Fragen sie zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung haben könnten. Liefern
Sie Infos, Infos und nochmals Infos! Denken Sie dabei aber nicht nur an Ihr Angebot, sondern auch an sich. Wer sich für Ihr Angebot interessiert, möchte nämlich auch etwas über Sie
wissen, v.a. wenn Sie Dienstleister sind. Und diese Informationen geben Sie im Über mich bzw. Über uns.
Wer eine Website eines Dienstleisters besucht, stellt sich u.a. folgende Fragen:
Diese Fragen sollten Sie im Über mich bzw. Über uns beantworten. Dabei gilt: Bringen Sie Ihren Text auf den Punkt, schweifen Sie nicht aus, aber liefern Sie genug Informationen.
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Über mich bzw. Über uns zu formulieren. Abhängig davon, ob Sie etwas über sich erzählen wollen oder ob Sie nur einen Überblick über die wichtigsten Etappen Ihres beruflichen Werdegangs geben möchten, wählen Sie einen Fließtext oder eine Darstellung in Tabellenform (natürlich ist auch eine Kombination möglich). Der Fließtext bietet mehr Raum, um Persönliches zu sagen, eine Tabelle ist oft übersichtlicher.
Ein Foto von Ihnen ist ein Muss. Verwenden Sie ein aktuelles Foto, das ein Profi gemacht hat, aber nicht gekünstelt wirkt und das vor allem nicht geschönt ist. Wenn Sie Lust haben, wählen Sie ein Foto, das Sie "in Aktion" zeigt.
Seien Sie ehrlich und bleiben Sie authentisch, wenn Sie Ihren Werdegang schildern. Ein Wochenendseminar, an dem Sie irgendwann einmal teilgenommen haben, ist keine „umfassende Ausbildung“, und der Besuch einer Tagung im Ausland ist noch keine nennenswerte „Auslandserfahrung“. Wenn Ihr Leben nicht geradlinig verlaufen ist, können Sie das durchaus sagen. In der Regel wirken ein paar Ecken und Kanten sympathischer als ein geradliniger Lebenslauf. Auch das Leben der Besucher Ihrer Website ist nicht immer geradlinig verlaufen.
V.a. kleinen Unternehmen rate ich, auch die Mitarbeiter auf der Website mit einem Foto und ein paar Informationen vorzustellen. Zum einen wird der Besucher der
Website vielleicht mit dem einen oder anderen Mitarbeiter Kontakt haben, sollte er das Produkt bzw. die Dienstleistung kaufen, zum anderen signalisieren Sie damit, dass Sie Ihre Mitarbeiter
schätzen. Informieren Sie die Besucher Ihrer Website also ruhig, wer wofür in Ihrem Unternehmen zuständig ist.
Natürlich ist es gut, wenn Sie sich dann auch bei der Vorstellung Ihrer Mitarbeiter Mühe geben. Beispiel: Statt „Sabine Müller, Sekretariat“ schreiben Sie besser „Sabine
Müller betreut unser Sekretariat und nimmt Ihren Anruf entgegen“ oder „Sabine Müller betreut unser Sekretariat und nimmt zwischen 9:00 und 17:00 gerne Ihren Anruf entgegen“.
Wenn Sie, wie ich, ein Einpersonenunternehmen haben und mit anderen Unternehmen oder Freiberuflern zusammenarbeiten, stellen Sie Ihr „Netzwerk“ oder
„Team“ auf der Website vor.
Soll man Hinweise auf Interessen, Hobbys, Familie, Kinder auf der Website geben? Auch hier überlegen Sie sich am besten, ob solche Informationen für den Besucher Ihrer Website relevant sind. Wenn diese Zusatzinformationen Ihre Kompetenz unterstreichen oder Sie vielleicht schlichtweg sympathischer machen, dann stellen Sie sie auf Ihre Website. Aber, wie gesagt, betrachten Sie alles, was Sie Ihren Lesern sagen, immer aus deren Perspektive.
Machen Sie es den Besuchern also einfach und geben Sie ihnen eine anschauliche Vorstellung davon, wer hinter der Website steckt.
Das könnte Sie auch interessieren:
>> Selektives Lesen von Webseiten
>> Tipp: Wie Sie möglichst fehlerfreie BIog-Artikel schreiben
>> Mehr Schein als Sein: Geschönte Unternehmenswebseiten
>> 10 Tipps für die Gestaltung der eigenen Website
Abbildungsnachweis:
Pixabay, Geralt
|
Büroorganisation
|
Abonnieren Sie die Blog-Artikel. Falls Sie mit RSS nicht vertraut sind, finden Sie hier Informationen dazu.
Schreibgruppe für Studierende
auf Facebook.
Mit einem Klick zur
Social-Media-Werkstatt!
Schreiblust
statt Schreibfrust
Text
Brief
Karte
Idee
Übung
Antrag
Notiz
mail
UNI
Puch
Liste
Rat-
geber
Homepage
Bewerbung
Seminararbeit
Bachelorarbeit
Ende
schreiben
umschreiben
hinschreiben
niederschreiben
nachschreiben
unterschreiben
aufschreiben
klein schreiben
groß schreiben
falsch schreiben
richtig schreiben
getrennt
schreiben
abschreiben
neu schreiben
fertig schreiben
vorschreiben
aus
Kommentar schreiben
Kommentare: 0