Mo

18

Mär

2013

Barcamps sind auch etwas für die Wissenschaft!

barcamp, wissenschaft
Femcamp13 in Wien

Am Wochenende habe ich zum ersten Mal an einem Barcamp teilgenommen, und zwar am Femcamp13 (im Mittelpunkt stand das Thema "Frauen und das Web").

Da ich lange an einer Universität tätig war und seit vielen Jahren wissenschaftIich arbeite, bin ich tagungserfahren. Ich war in meinem Leben bereits auf unzähligen Tagungen, von denen einige für mich als Teilnehmerin ziemlich unergiebig waren. Auf den meisten Tagungen lesen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einfach ihre Aufsätze vor (was dazu führt, dass man ihnen nur schwer folgen kann). Der Rahmen ist oft etwas steif und es gibt wenig Zeit für Diskussionen. Umso positiver hat mich das Femcamp13 überrascht! 

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist eine Veranstaltung, bei der Menschen zusammenkommen, um Wissen oder Gedanken ad hoc zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Ein Barcamp kann ein Thema haben, es gibt aber auch offene Barcamps. Zu Beginn treffen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellen sich kurz vor (drei Worte!). Danach sammeln die Veranstalter die Themenvorschläge für einzelne Sektionen und machen einen Zeitplan. Vorab festgelegt sind nur die Räume und die Zeitspanne, die grundsätzlich pro Sektion zur Verfügung steht.

Ist der Stundenplan gefüllt, geht es los. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Barcamps verteilen sich auf die einzelnen Sektionen bzw. Räume. Die Sektionen laufen parallel, ihre Dauer ist vorab genau festgelegt ist und wird auch eingehalten.

Vorteile eines Barcamps

In meinen Augen hat ein Barcamp viele Vorteile:

  • Es geht wesentlich lockerer zu als auf herkömmlichen Tagungen. Alles ist informeller und in erster Linie auf Austausch angelegt.
  • Die Atmosphäre ist entspannt und offen, was u.a. dazu führt, dass man auf einem Barcamp sehr gut networken kann.
  • Es gibt keine Hierarchie. Jeder kann mitmachen, jeder kann referieren.
  • Es werden auch unausgegorene Ideen vorgestellt.
  • Es gibt kein "Schaulaufen".
  • Die Diskussion nimmt viel Raum ein. Fragen sind jederzeit willkommen, nicht nur am Ende der Kurzpräsentation.

Barcamps sind übrigens eine noch junge Veranstaltungsform. Das erste Barcamp fand 2005 in San Fancisco statt. Ein Jahr später gab es das erste Barcamp im deutschen Sprachraum, und zwar in Wien. Es wäre schön, wenn nun die Wissenschaft diese Veranstaltungsform verstärkt für sich entdecken würde! 

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Kommentare: 1
  • #1

    Natalie Struve (Montag, 18 März 2013 10:55)

    Vor allem die unausgegorenen Ideen gefallen mir hier: weil die gerade in der Wissenschaft nötig sind; weil erst der Mut, sie als solche vorzustellen und zu diskutieren, den Raum für wirkliche Entwicklung eröffnet. Danke für den Hinweis!