Do

13

Feb

2014

Wie schnell schreibst du?

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In Foren und auf Facebook fragen Blogger immer wieder nach, wie lange denn die anderen Blogger so brauchen, um einen Artikel zu schreiben. Auch Studierende tauschen sich regelmäßig darüber aus, wer wie viel Zeit für das Schreiben seiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit benötigt. Alle wollen offenbar schnell schreiben bzw. meinen, dass sie zu langsam sind.

Also, muss ein Vergleich her. Der wiederum ist meist mit der Hoffnung verbunden, dass das eigene Schreibtempo doch nicht so schlecht ist, dass also die anderen (oder zumindest einige) doch länger als man selbst brauchen. Schön und gut, aber bringt das Ganze überhaupt etwas?

Fünf Faktoren, die Ihr Schreibtempo beeinflussen

Das Tempo, mit dem Sie Texte schreiben, hängt von verschiedenen Faktoren ab, auf einige möchte ich hier näher eingehen:

 

  • Sie schreiben zunächst einmal auf jeden Fall schneller, wenn Sie viel Schreibpraxis haben. Übung macht tatsächlich den Meister und das gilt nicht nur für die Qualität der Texte, sondern auch für das Schreibtempo.
  • Außerdem hängt die Schreibgeschwindigkeit natürlich auch von Ihrem Wissen ab. Haben Sie ein großes Wissen zu dem Thema, über das Sie schreiben, schöpfen Sie also aus dem Vollen, sind Sie automatisch flotter, als wenn Sie eine schmale Wissensbasis haben.
  • Schließlich haben auch die Länge des Textes und der Texttyp einen wesentlichen Einfluss auf die Schreibgeschwindigkeit. Ein wissenschaftlicher Text ist niemals so flott zu Papier gebracht wie ein Blogartikel. Wenn Sie einen wissenschaftlichen Text schreiben, müssen Sie nämlich zitieren, also Belege liefern, präzise argumentieren und Vieles mehr.
  • Und zu guter Letzt sollte man die Qualität des Endproduktes im Auge haben: Manch einer schreibt schnell, aber der Text ist letztendlich nicht gut. Der Text ist schlecht aufgebaut, so dass man dem Gedankengang des Autors nur schwer folgen kann. Die Sätze sind lang und unnötig verschachtelt oder der Text ist voll mit Fehlern. Je weniger Erfahrung jemand hat, desto eher unterschätzt er die Bedeutung des Feinschliffs und der Endkorrektur. Ein Text ist schnell zu Papier gebracht, aber bis er wirklich fertig ist, bedarf es in der Regel noch allerhand Arbeit. Niemand schreibt nämlich sofort druckreif.

Warum Vergleiche nichts bringen

In Anbetracht dieser fünf Faktoren bin ich der Meinung, dass Vergleiche nichts bringen, da die Ausgangsbasis niemals dieselbe ist. Bei dem einen oder anderen mag ein Vergleich dazu beitragen, dass sein Selbstwertgefühl steigt, in der Regel ist jedoch das Gegenteil der Fall. Der Vergleich erzeugt Druck, und der tut nicht gut. Häufig wirkt sich der Druck sogar negativ auf das Schreibtempo aus. Ein Teufelskreis! Gehen Sie also lieber selbstbewusst Ihren Weg. Schreiben Sie in Ihrem eigenen Tempo, vergessen Sie nicht den Feinschliff und die Endkorrektur und freuen Sie sich, dass Sie mit zunehmender Schreibpraxis schneller werden.

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Kommentare: 8
  • #1

    Sandra (Donnerstag, 13 Februar 2014 09:41)

    Ich würde den Punkt "Wissen" noch etwas erweitern um die Rechercheintensität. Es kommt auf das Blog-Thema bzw. das Thema des Artikels an, wie lange ich benötige, um alle wichtigen Informationen zusammen zu haben. Alltägliche Themen dürften wesentlich schneller recherchiert sein (da reicht oftmals das von dir bereits genannte Wissen zu einem Thema) als spezifischere Themen, die auch ein gewisses Hintergrundwissen bedürfen.

    Dein Fazit "Warum Vergleiche nichts bringen" finde ich sehr gut - jedes Blog-Thema ist anders und jeder Blogger ist anders. Da muss man einfach ausprobieren, um den eigenen (richtigen) Weg zu finden!

  • #2

    HubertaWeigl (Donnerstag, 13 Februar 2014 10:00)

    Liebe Sandra,

    stimme dir absolut zu.
    Manch ein Blogger behandelt allerdings Spezial- bzw. Fachthemen, zu denen er schlichtweg Expertenwissen hat. Da muss er dann möglicherweise auch nicht mehr recherchieren.

    Viele Grüße
    Huberta

  • #3

    Ralph (Donnerstag, 13 Februar 2014 10:18)

    Ein sehr anregender Artikel um das Bloggen. Ich halte dies für sehr wissenswert. Irgendwann kann der Punkt kommen, wo die eigene Motivation in Urlaub unter Palmen und viel Strand will. Dies nur, weil das eigene Blog Startschwierigkeiten besitzt oder man sich mit anderen Blogs vergleicht.

    Wichtig ist zu wissen, wieso mein eigenes Blog einzigartig ist.

    Beste Grüße, Ralph

  • #4

    Wenke Bönisch (Donnerstag, 13 Februar 2014 14:28)

    Die Einflußfaktoren stimmen schon. Dennoch glaube ich aus mehr als 5jähriger Bloggererfahrung, daß man nicht mehr als 30 Minuten für einen durchschnittlichen Blogartikel brauchen sollte. Vor allem Wissenschaftler tun sich da sehr schwer. In meinen Workshops kommt dann oft der Hinweis, bloggen könne man aufgrund des hohen Zeitfaktors für einen Blogartikel nicht. Meine Erwiderung: ein Blogartikel ist kein Beitrag in einem Fachjournal. Ein Blogartikel kann unterschiedlich aussehen: mal eine Verlinkung auf ein passendes Video mit kurzem Einleitungssatz, eine Auflistung, eine kurze Diskussion eines Gedankens. Ein Blogartikel muß nicht absolut in jeder Richtung ausgewogen sein. Ein Blogartikel darf gerne nur einen Aspekt beleuchten, gerne überspitzt werden, gerne ein Werkstattbericht sein, gerne im Tonfall suchend, fragend, auch gerne mal eher unausgereift. Er darf eben alles auch sein, was ein Fachbeitrag auf keinen Fall sein darf!
    Wenn man zuviel auf den Feinschliff des Blogartikels mit dem Anspruch eines Fachartikels legt, macht Bloggen keinen Spaß mehr. Dann wird es zur Pflicht. Bloggen sollte aber immer aus dem Herzen herauskommen.
    Anders sieht es dann aus, wenn man einen Blog als Fachjournal betreibt. Solche Experimente gibt es in letzter Zeit häufger zu sehen. Da sieht die Sache anders aus.

  • #5

    HubertaWeigl (Donnerstag, 13 Februar 2014 14:33)

    Liebe Wenke,
    ich bin ganz bei dir! Wichtige Hinweise. Nur mit der Zeitangabe hadere ich. :)
    Herzlichen Gruß
    Huberta

  • #6

    Huberta Weigl (Donnerstag, 13 Februar 2014 14:35)

    Lieber Ralph,

    stimmt, dauerndes Vergleichen kann in die Sackgasse führen. Schnell kann dann auch der Spaß an der Sache, den Wenke anspricht, flöten gehen. Schade drum!

    Viele Grüße
    Huberta

  • #7

    Eva-Maria Flucher (Samstag, 20 August 2016 09:30)

    Hallo an alle lieben Schreiberlinge da draußen,
    ich kann Huberta hierbei nur zu stimmen und auch Wenke, Ralf und Sandra haben gute Ideen eingebracht. Meine persönliche Erfahrung beim Bloggen ist jedoch, dass es machnmal nur so "rausflutscht" und dann wieder gar nichts geht. Doch mir persönlich hilft es Tag für Tag zumindest ein wenig zu schreiben. Nicht mit dem Anspruch jedes mal einen Artikel zu produzieren, vielmehr um des Schreiben Willens wenn man das so sagen darf. Einfach eine Gewohnheit zu entwickeln.
    xoxo Eva-Maria

  • #8

    Huberta (Samstag, 20 August 2016 09:33)

    Liebe Eva-Maria,

    da bin ich ganz bei dir. Einerseits sollte man sich nicht zu viel Druck machen, andererseits kann man das Schreiben auch zur Gewohnheit werden lassen.

    Lieben Gruß
    Huberta