Tipps gegen Mammutsätze in deiner Uni-Arbeit

Von Knackwurstsätzen zu einer richtig gut lesbaren Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit

Kennst du die Knackwurststrategie? Diese Strategie verwenden viele Menschen, wenn sie wissenschaftliche Texte schreiben. Auch Dozentinnen und Dozenten oder Profs schreiben oft so. Auf diese Weise entstehen Texte, die schwer verständlich sind, mit furchtbar langen Sätzen.  

 

Warum schreiben wir so?

Weil unser Kopf oft voll mit Ideen ist und wir dann all diese Ideen automatisch in wenige Sätze stopfen. Wir stopfen unsere Gedanken wie eine Wurstmasse in eine Hülle und merken erst mal gar nicht, welche Wortungetüme so entstehen.

 

Das klingt furchtbar, ist es aber nicht.

Denn wenn du dir das kostenlose Mini-Training geholt hast, weißt du: Es ist wichtig, dass all die Ideen und Gedanken für deine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit erst mal aufs Papier fließen. Überarbeitet wird später. Gute Texte entstehen, indem wir sie überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten bis zur Feinpolitur.

 

Und das braucht Zeit, Geduld, Übung und auch Wissen.

Eine kleine Portion dieses Wissens teile ich hier mit dir.

 

Schluss mit Knackwurstsätzen – so geht es!

Schritt 1: Lies dir deinen Text in Ruhe durch.

Achte beim Lesen auf die Satzlänge. Jeder Satz, der sich bei Schriftgröße 12 und einer gängigen Schriftart wie Arial oder Calibri in die vierte Zeile schlängelt, ist zu lang. Jeder Satz, der mehr als 30 Wörter umfasst, ist zu lang.  

 

Schritt 2: Markiere alle Sätze, die zu lang sind.

Das kannst du am PC ebenso machen wie auf Papier. Für den Anfang empfehle ich dir, den Text auszudrucken und die langen Sätze mit einem Stift anzumarkern. 


Und Achtung: Jetzt wird’s brutal.

Jetzt brauchst du das Hackbeil! 😊

 

Schritt 3: Mach aus jedem Satz, der zu lang ist, zwei Sätze oder drei.

Klingt mühsam? Das ist es vor allem am Anfang, wenn dir die Übung fehlt. Je mehr du die Hackbeiltechnik übst, desto besser wirst du darin.

 

Hier ein Beispiel

Knackwurstsatz

Die Analyse der erhobenen Daten zeigt, dass strukturelle Rahmenbedingungen einen erheblichen Einfluss auf das Schreibverhalten von Studierenden haben, wobei insbesondere zeitliche Ressourcen, institutionelle Anforderungen und individuelle Vorerfahrungen in ihrer Wechselwirkung berücksichtigt werden müssen.

 

Puh! Der Satz hat 33 Wörter. 🙄

Lass uns das Hackbeil nehmen!

 

Geteilte Variante

Die Analyse der erhobenen Daten zeigt, dass strukturelle Rahmenbedingungen einen erheblichen Einfluss auf das Schreibverhalten von Studierenden haben. HACKBEIL Dabei müssen insbesondere zeitliche Ressourcen, institutionelle Anforderungen und individuelle Vorerfahrungen in ihrer Wechselwirkung berücksichtigt werden.

 

Viel besser! 😊

 

Und wenn wir nun weiterpolieren, kann das so aussehen:

Die Analyse der erhobenen Daten zeigt: Strukturelle Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich das Schreibverhalten von Studierenden. Besonders relevant ist dabei die komplexe Wechselwirkung zeitlicher Ressourcen, institutioneller Anforderungen sowie individueller Vorerfahrungen.

 

Noch besser! Jetzt sind es sogar drei Sätze. 🙂

Verstehst du, was ich meine?

 

Jetzt holst du deine Leserinnen und Leser gut ab. Dazu gibt es übrigens auch eine eigene Folge in meinem Podcast.

 

Der Perspektivwechsel

Schlüssel für eine richtig gute Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit

 

Hier anhören!

 

 Du findest den SCHREIBWERKSTATT-Podcast überall, wo es Podcasts gibt. 

Fazit

Mammutsätze oder Knackwurstsätze sind völlig okay. Erst mal darf alles aufs Papier und die Sätze dürfen verschachtelt und lang sein. Dann atme durch und mach dich ans Polieren, damit am Ende ein richtig guter Text steht, der sich leicht liest. 

 

Weiterlesen