Manchmal ist alles zu viel. Zu viele Aufgaben, zu viele Gedanken – und irgendwo mittendrin deine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit. Heute zeige ich dir, was du tun kannst, wenn du dich mit dem, was gerade los ist, überfordert fühlst. Es geht dabei um eine erste Entlastung.
Schritt 1: Nimm die Überforderung erst einmal wahr, auch im Körper.
Bevor du etwas verändern kannst, brauchst du eines: das Bewusstsein dafür, dass gerade alles oder einiges zu viel ist. Das zu begreifen, dauert manchmal und passiert nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper. Daher lade ich dich ein, hinzuspüren, wie und wo du die Überforderung in deinem Körper wahrnimmst.
Viele von uns sind Macherinnen und Macher. Wir funktionieren einfach weiter. Bis es irgendwann kippt. Bis da dieses Gefühl des Überfordertseins ist, und das gilt es erst mal zu spüren.
Schritt 2: Schreib alles auf!
Nimm dir ein Blatt Papier (am besten quer) und mache Folgendes:
1. Schreib in die Mitte: „Ich bin überfordert“ oder „Überforderung“.
2. Kreise das Wort oder den Satz ein.
3. Schreib rundherum alles auf, was gerade zu dieser Überforderung beiträgt, kreise die Punkte ein und ziehe von den Kreisen Pfeile zur Mitte.
So entsteht ein klares Bild davon, was alles auf deine Überforderung einwirkt.
Und ganz ehrlich: Das ist oft mehr als nur die Uni-Arbeit oder Doktorarbeit.
Was da alles zusammenkommt
Möglicherweise sieht es gerade so aus:
- Du struggelst mit deiner wissenschaftlichen Arbeit.
- Du hast Probleme im Job.
- Die Waschmaschine ist kaputt.
- Du hast ein Ehrenamt.
- Diese Woche hast du noch zwei Treffen mit Freunden und besuchst am Wochenende deine Eltern.
- Die Wohnung ist super unaufgeräumt.
- Du hast ADHS und suchst gerade erst mal einen Weg, um damit besser zurechtzukommen.
Oder es sieht so aus:
- Du hast superviele PDFs mit Literatur, aber keinen Überblick.
- Du zweifelst am roten Faden.
- Die Betreuungssituation ist schwierig.
- Dein PC ist in die Jahre gekommen und macht Probleme.
- Dein Schreibtisch ist chaotisch.
Überforderung kommt selten von nur einer Sache. Meist entsteht sie durch das Zusammenwirken mehrerer Lebensbereiche und vieler einzelner Schauplätze, die sich nach und nach auftürmen.
Schritt 3: Finde den größten Hebel.
Wenn du jetzt dein „Überforderungsbild“ vor dir hast, frag dich: Was zahlt am meisten auf meine Überforderung ein? Was kann ich genau dort verändern?
Und wenn da gerade nichts geht: An welcher anderen Bubble kannst du etwas verändern?
Ganz wichtig: Du hast mehr Gestaltungsspielraum, als du vielleicht denkst. Als Erwachsene haben wir meistens allerhand Möglichkeiten, etwas zu verändern, auch wenn es sich oft nicht so anfühlt.
Manchmal geht es auch schlichtweg ums Reduzieren.
Reduzieren
Manchmal heißt der einzige Weg aus der Überforderung: Weniger machen!
- Termine verschieben
- Verpflichtungen pausieren
- Unterstützung holen
- Ansprüche runterschrauben
Nicht für immer. Aber für jetzt. Denn du möchtest ja JETZT aus der Überforderung rauskommen.
Überforderung bringt dich oft in einen Freeze-Modus, und das bedeutet,
- du erstarrst.
- du kannst nicht mehr handeln.
- du kommst auch nicht ins Schreiben.
Genau deshalb ist der Weg heraus so wichtig: Schauplätze reduzieren, Hebel finden, die helfen, Druck zu reduzieren, bis du wieder handlungsfähig bist. Das spürst du sofort – auch körperlich.
Mein Rat
Nimm dir heute zehn Minuten und mach die Übung. Und dann stell dir die Frage, wo du vielleicht noch heute etwas verändern kannst. Überforderung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von zu viel auf einmal. Es ist gut, wenn wir uns möglichst rasch aus Zuständen der Überforderung herausbringen und gestalten.
PS: Ich war Mitte der Woche selbst überfordert. So kam es zu diesem Blogartikel, der auch als Podcastfolge erschienen ist. 😊
Abbildungsnachweis: Bild ganz oben: Shutterstock.com, Bildnr. 519827395, Lopolo



