Bitte mehr Klasse und Eleganz, liebe Selbstständige!

Wütende Frau, die sich die Haare rauft.

Ich bin sauer. Und: Ja, es gibt sie, die Poltergeister! Sie stapfen auf Facebook herum, verärgern andere und merken es gar nicht. Denn sie haben nur eines im Auge: ihr Ego bzw. ihr Geschäft!

Wen ich meine? Selbstständige, die ihr Angebot unbedingt unter die Leute bringen wollen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Scheuklappen aufsetzen – und los!

Poltergeister in Facebook-Gruppen

Auf Facebook poltern Selbstständige regelmäßig in Gruppen hinein und posten – batschbumm – ihr Angebot. Worum es in der Gruppe geht, ist ihnen völlig egal. Was zählt, ist das eigene Geschäft!

Besonders in Expertengruppen treiben manche Selbstständige gerne ihr Unwesen. Eine Expertengruppe wird von einer bzw. einem Selbstständigen gegründet, um dort die eigene (!) Expertise unter Beweis zu stellen. Das bedeutet: Der oder die Admin steht den Gruppenmitgliedern mit viel Geduld zur Verfügung und beantwortet über Wochen oder eben auch Jahre hinweg mit viel Ausdauer alle Fragen. Dadurch lernen die Gruppenmitglieder den bzw. die Admin kennen, sehen, was sie bzw. er kann, und im besten Fall werden einige dann auch Kundinnen bzw. Kunden.

Es ist daher ein absolutes No-Go, als Mitglied in einer Expertengruppe auf das eigene Angebot hinzuweisen, um potenzielle Kunden abzuwerben. Das geht nicht! Bitte mehr Klasse und Eleganz!

Wenn Sie Kundenakquise betreiben wollen, beteiligen Sie sich mit Tipps in fremden Gruppen, aber machen Sie keine Eigenwerbung. Die ist nur in einer eigenen Expertengruppe erlaubt. Sie haben noch keine? Dann bauen Sie doch eine auf. Sie werden schnell sehen, wie viel Arbeit das macht!

Wenn Sie mich liken, like ich Sie auch

Oh ja, und dann gibt es noch die Like- bzw. Relike-Gruppen. "Liken Sie mich, dann like ich Sie!", so lautet das Motto dort. Nur, wie gesagt, damit wird man als Unternehmen auf Facebook keinen Erfolg haben. Gefälligkeitslikes bringen nämlich absolut nichts. Ein Like von jemandem, der sich nicht für den Inhalt der Seite interessiert, hat keinen Wert.

 

Von Bedeutung sind nur Fans, die sich für die Seite interessieren und dort auch aktiv werden (liken, kommentieren und teilen). Diesen Fans wird die Seite nämlich auch von Facebook angezeigt. Wenn jemand auf einer Seite nicht aktiv ist, geht Facebook davon aus, dass er sich eben für deren Inhalte nicht interessiert. Und sehr schnell verschwindet die Seite aus dem Blickfeld des Fans (der Grund dafür ist der EdgeRank).

Freundschaftsanfrage raus und bitte ein Seiten-Like!

Zu den Unarten zählt es auch, jemandem eine Freundschaftsanfrage zu schicken, und kaum hat derjenige die Anfrage angenommen, lädt man ihn auch schon dazu ein, die eigene Seite zu liken. Aber eine Freundschaft will erst einmal gepflegt werden, dann kann man so etwas machen (sofern die Facebook-Seite auch zu den Interessen des neuen Freundes passt). Besser ist es, der neue Freund kommt irgendwann selbst darauf, dass Sie eine Seite haben; und wenn sie ihn interessiert, likt er sie von selbst. Wie gesagt: Gefälligkeitslikes sind für die Katz!

Liebe Selbstständige ...

  • bevor Sie poltern und Ihren Spam verteilen, lesen Sie doch einmal einen Social-Media-Ratgeber und beschäftigen Sie sich mit der Frage, wie Kundengewinnung in Social Media funktioniert. Das ist eine sehr subtile Sache. Werbung, noch dazu mit dem Holzhammer, funktioniert definitiv nicht und lässt Sie in einem denkbar schlechten Licht erscheinen.
  • befassen Sie sich mit dem Thema "Networking". Netzwerken beginnt mit Geben. Sie aber möchten am liebsten nur nehmen!
  • entwickeln Sie ein Sensorium für Ihr Umfeld. Respektieren Sie die Arbeit Ihrer Mitbewerberinnen und Mitbewerber und agieren Sie bitte nicht als Trettbrettfahrerin bzw. Trittbrettfahrer. 

Das passt zum Thema

Abbildungsnachweis:

Shutterstock.com: Bildnr. 520575331, TeodorLazarev

Den Artikel teilen:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0