Braucht man für einen Blog ein Lektorat?

Zunächst einmal: Ein Lektorat zahlt sich immer aus. Ich kenne keinen Text, und sei er noch so gut, der durch ein Lektorat nicht noch besser geworden wäre. Selbst an einem fehlerfreien Text kann man sprachlich immer polieren.

Wer einmal mit einem Lektor zusammengearbeitet hat, weiß das und weiß das vor allem auch zu schätzen. Aber die Politur kostet natürlich etwas und die wenigsten Blogger haben für das Lektorat ihrer Blogartikel ein Budget vorgesehen. Was also tun?

Soll ich meine Blogartikel lektorieren lassen?

Das kommt drauf an.

Zunächst einmal sollten Sie bedenken, dass Ihre Blogartikel Ihre Visitenkarte sind, zumindest solange Sie jemand nicht persönlich kennengelernt hat. Es gibt Leser, die von der Zahl der Fehler in einem Text auf die fachlichen Qualitäten des Autors schließen. Vor allem wenn Blogartikel auffallend viele Rechtschreib- und Grammatikfehler beinhalten und/oder holprig formuliert sind, kann sich das auf die Erfolgsaussichten bei der Leser- bzw. Kundengewinnung negativ auswirken.

 

Daher mein Rat: Je unsicherer Sie in Rechtschreibung, Grammatik und im Formulieren sind, desto eher sollten Sie ein Lektorat in Betracht ziehen. Wenn Sie sich selbst sprachlich nicht gut einschätzen können, dann lassen Sie einmal einen Blogartikel probeweise lektorieren. Danach wissen Sie mehr!

Was kostet das Lektorat eines Blogartikels?

Darauf kann ich Ihnen keine klare Antwort geben, weil das von verschiedenen Faktoren abhängt: vom Korrekturaufwand, vom (Norm-)Seitenpreis des Lektors und schließlich von der Frage, ob er bei Kleinaufträgen einen Zuschlag verrechnet. 

 

Letzteres ist in der Regel der Fall und macht das Lektorat eines Artikels aus der Sicht des Bloggers zu einer teuren Angelegenheit (zumal er ja im besten Fall mehrere Artikel pro Monat schreibt). Es gibt für dieses Problem freilich eine Lösung: Wenn Sie einem Lektor auf einmal einen Schwung Blogartikel schicken, wird das Ganze wesentlich günstiger für Sie!

Tipps, wie Sie die Kosten für das Lektorat niedrig halten

Besprechen Sie mit dem Lektor, wie Sie die Zusammenarbeit gestalten können, damit das Lektorat für Sie finanzierbar wird. Haben Sie dabei im Auge, dass der Preis umso günstiger wird,

  • je größer die Textmenge ist, die Sie Ihrem Lektor schicken. Es ist ein guter Weg, wenn Sie mehrere Artikel im Voraus für Ihren Blog schreiben und die dann auf einmal Korrektur lesen lassen. Sollten Sie bereits länger bloggen, können Sie natürlich auch die alten Blogartikel nach und nach lektorieren lassen. 
  • je einfacher die Abwicklung des Lektorats ist (Zahl der E-Mails, Rechnungslegung etc.).

 

Klären Sie auch ab, ob Sie Worddateien lektorieren lassen oder ob Ihr Lektor direkt in Ihrem Content-Managementsystem arbeiten soll. Gerade am Anfang ist es meiner Meinung nach sinnvoll, wenn Sie die Korrekturen sehen, weil Sie dann aus Ihren Fehlern lernen können.  

Mein Fazit

  • Ein professionelles Lektorat tut der Qualität eines Blogartikels immer gut.
  • Lassen Sie einmal testweise einen Blogartikel lektorieren und entscheiden Sie dann, ob Sie auf Dauer mit einem Lektor zusammenarbeiten wollen.
  • Und zum Schluss: Bedenken Sie, dass ein Lektorat nichts mit "einmal durchlesen" zu tun hat. Ein seriöser Lektor liest Ihren Text mindestens zweimal. Er bessert jeden Fehler aus, glättet behutsam stilistische Unebenheiten und stellt manchmal sogar ganze Textpassagen um. Das ist eine zeitaufwendige Arbeit. Mit ein bis zwei Stunden pro Artikel sollten Sie (natürlich wiederum abhängig von der Länge und der Qualität des Textes) rechnen. Dafür stellen Sie dann einen Blogartikel online, der Ihren Lesern nicht nur inhaltlich einen Mehrwert bietet, sondern der auch sprachlich-formal höchsten Ansprüchen genügt.

Preisbeispiel

In der Schreibwerkstatt können wir im Moment keine Blogger betreuen. Wir sind mit großen Buchprojekten und der Betreuung von Stammkunden ausgelastet. Damit Sie aber einen Einblick bekommen, was ein Lektorat durch die Schreibwerkstatt kostet, damit Sie also wenigstens ein konkretes Preisbeispiel haben, hier meine Kalkulationsgrundlagen:

  • Wir arbeiten mit einem Satz von 8,– Euro zuzüglich 20 % USt. pro Normseite (eine Normseite entspricht 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen). Sind in den Texten besonders viele Fehler und muss auch stilistisch stärker in die Texte eingegriffen werden (zum Beispiel weil die Sätze verdreht oder lang und daher schwer verständlich sind), kann der Preis auch etwas höher sein.
  • Bei Aufträgen unter 20 Normseiten kommt bei Selbstständigen bzw. Unternehmen ein Kleinauftragszuschlag von 70,– Euro zuzüglich 20 % USt. hinzu. 

Lektorinnen, die ich Ihnen als Blogger empfehlen kann

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Kommentare: 1
  • #1

    Erika Krammer-Riedl (Freitag, 28 April 2017 11:06)

    Liebe Huberta,
    vielen Dank für Deine Weiterempfehlung. Ich möchte noch ergänzen: Da ich selbst schreibe (und blogge, wenn bis jetzt auch nur gelegentlich), weiß ich, wie wichtig es ist, wenn noch ein zweites paar Augen über den Text geht.
    Kurz: Auch schreibende Lektoren und Lektorinnen benötigen einen Lektor/eine Lektorin! Bei eigenen Texten wird man mit der Zeit betriebsblind, es fehlt der objektive Abstand. Auch die genialsten und besten Autoren und Autorinnen haben einen Lektor!