Test: Besteht die Gefahr, dass du plagiierst?

roter Stempelabdruck mit dem Schriftzug "Plagiat"

Viele Studierende haben Angst, dass sie plagiieren. Die Plagiatsprüfung ist eine Art Schreckgespenst, oft zu Unrecht. Meiner Erfahrung nach wissen die meisten Studierenden, wie man korrekt zitiert, und böswillig klaut kaum jemand fremde Inhalte. Wenn Studierende plagiieren, dann meistens, weil sie im Zitieren nicht sicher und im Falle von indirekten Zitaten zu nahe an der Quelle dran sind, also nicht eigenständig formulieren.
  

Wie sieht es bei dir aus? Läufst du Gefahr, ein Plagiat zu verfassen? Der folgende Test soll dir bei der Klärung dieser Frage helfen.

Selbsteinstufung: Besteht die Gefahr, dass ich plagiiere?

Ich habe im Studium gelernt, was ein Plagiat ist, und könnte das einer Kollegin oder einem Kollegen auch erklären.

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Das Wort „Plagiat“ kenne ich, aber ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist.


Mir ist klar, dass ich die Ergebnisse der einschlägigen Literatur lesen und in eigenen Worten wiedergeben soll.

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Ich bin mir oft unsicher, was ich noch schreiben soll, das steht ja so und so schon alles in der Literatur. Daher lehne ich mich meist stark an die Wortwahl der Literatur an. 


Eigene Worte zu finden, ist für mich kein Problem.

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Es fällt mir sehr schwer, meine Überlegungen in eigenen Worten auszudrücken.


Die Worte anderer Autorinnen und Autoren verwende ich nur dann, wenn ich ein wörtliches Zitat mache.

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Wenn ich einen Text schreibe, orientiere ich mich meist an der Wortwahl der Autorinnen und Autoren, deren Publikationen ich gelesen habe.


Wörtliche Zitate mache ich nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn eine Autorin oder ein Autor etwas besonders treffend formuliert hat.

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Ich verwende gerne und häufig wörtliche Zitate. Die Literatur ist meist so gut formuliert, dass ich es so und so nicht besser machen kann.


Der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der inhaltlichen Übernahme eines Gedankens ist mir klar.

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So ganz genau weiß ich eigentlich nicht, was der Unterschied zwischen einem wörtlichen Zitat und der reinen Übernahme eines Gedankens ist.


Wenn ich einen Text schreibe, mache ich im PC zuerst einmal eine leere Seite auf und beginne dann zu schreiben. Copy-and-paste ist für mich kein Thema.

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Wenn ich einen Text schreibe, kopiere ich zuerst einmal die wichtigsten Passagen aus der Literatur in eine Datei. Danach formuliere ich die einzelnen Textpassagen um und versuche, gute Übergänge zu schreiben.


Die Zitierregeln, die für meine Arbeit gelten, habe ich verstanden. Ich weiß genau, wie ich sie anwenden muss.

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Wenn ich ehrlich bin: Die Zitierregeln habe ich zwar gelesen, aber so ganz genau kenne ich mich damit nicht aus.


Ich bin mit dem Umgang mit Fußnoten vertraut. Wann und wo ich eine Fußnote setzen muss, ist mir klar.

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Ich bin mir unsicher, wann und wo ich Fußnoten setzen muss.


Mir ist klar, was es bedeutet, durch das Schreiben eines Textes am wissenschaftlichen Diskurs teilzunehmen.

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Ich schreibe einfach meinen Text und fasse zusammen, was in der Literatur steht. Eine kritische Auseinandersetzung mit einzelnen Meinungen ist nicht mein Ziel.


Ich weiß genau, was bei der Plagiatsprüfung, die alle Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen durchlaufen, geschieht.

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Ich habe keine Ahnung, wie eine Plagiatsprüfung funktioniert.


Auswertung

Wenn du überwiegend die Ziffern 1 und 2 angekreuzt hast, bewegst du dich im grünen Bereich. Du weißt, was es bedeutet, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben und am Forschungsdiskurs teilzunehmen. Hast du jedoch mehrfach die Ziffern 4 und 5 angekreuzt, läufst du vermutlich Gefahr, zu plagiieren.

Warum plagiieren Studierende?

Hab im Auge, dass ein Plagiat ein Verstoß gegen das Urheberrecht ist und sanktioniert werden kann. Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt. Gerate jetzt aber bitte nicht gleich in Panik! Dazu besteht gar kein Grund. Den Umgang mit Literatur, das eigenständige Formulieren etc. kannst du lernen.

Meiner Erfahrung nach plagiieren die meisten Studierenden nicht mit böser Absicht, sondern weil

  • sie nicht mit dem Umgang mit wissenschaftlicher Literatur vertraut sind.
  • sie noch nicht verstanden haben, was es bedeutet, sich eigenständig mit einem Thema auseinanderzusetzen und bestehende Meinungen zu hinterfragen.
  • sie unsicher sind und sich gerne hinter den Worten anderer „verstecken“.
  • sie nach dem Copy-and-paste-Prinzip schreiben.
  • sie sich mit den Zitierregeln nicht auskennen.

Was kannst du konkret tun, wenn du mehrfach die Ziffern 4 und 5 angekreuzt hast? Was kannst du tun, um Plagiate zu vermeiden?

  • Mach dich mit den Zitierregeln vertraut.
  • Notiere dir alle Fragen, die du derzeit zum Thema „Wissenschaftliches Schreiben“ hast (halte die Fragen bitte tatsächlich schriftlich fest!). Lies anschließend einen Artikel in einer einschlägigen Fachzeitschrift unter den Aspekten, die dir derzeit Kopfzerbrechen bereiten, und schau, wie andere Autorinnen und Autoren vorgehen. Durch gezieltes Abschauen kannst du viel lernen!
  • Suche das Gespräch mit deiner Betreuerin bzw. deinem Betreuer und stell dort alle deine Fragen. Sie bzw. er ist dazu da, dich zu unterstützen.
  • Und vor allem: Klebe nicht an den Worten der Literatur, wenn du paraphrasierst. Trau dich, eigenständig zu denken und zu formulieren. An der Universität bzw. FH ist kritischer Geist gefragt. Nur Mut!
Foto von Huberta Weigl

Huberta Weigl

Online-Schreibcoaching

Ich unterstütze dich vor dem Hintergrund jahrelanger Erfahrung als Lehrende an der Universität Wien und als wissenschaftlicher Schreibcoach bei deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit.


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