Wie du deine Fußnoten richtig nutzt

 

In der Wissenschaft gibt es zwei Möglichkeiten, um Belege zu setzen: Entweder arbeitet man mit Klammerbelegen oder mit Fußnoten bzw. Endnoten. Fußnoten befinden sich jeweils am Ende der Seite, Endnoten werden ans Ende des gesamten Textes gesetzt, funktionieren aber vom Prinzip her gleich. Während man bei Klammerbelegen nur mit Literaturhinweisen arbeitet, bieten Fußnoten oder auch Endnoten (ich spreche im Folgenden nur mehr von Fußnoten) die Möglichkeit, mehr Informationen unterzubringen als reine Literaturangaben – und darin liegt ihr Potenzial!

Was du alles in den Fußnoten unterbringen kannst

Fußnoten bieten dir die Möglichkeit, auf zusätzliche Literatur hinzuweisen. In so einem Fall verweist du zuerst auf die Literatur, auf die du dich im Fließtext beziehst, und führst dann die weitere Literatur an. Hier ein Beispiel, wie das aussehen kann:

 

Müller 2000, S. 12. Siehe ergänzend auch Meier 2001, S. 25 und Zapletal 2002, S. 66–87.

 

Du kannst in Fußnoten, aber auch auf andere Standpunkte hinweisen:

 

Müller 2000, S. 12. Im Unterschied zu Müller hat Meier zuletzt die Meinung vertreten, dass ... (Meier 2001, S. 25).

 

Du kannst in Fußnoten, ohne Literatur anzuführen, einen ergänzenden Hinweis unterbringen, also einen Hinweis, der wichtig, aber eben nicht so wichtig ist, dass du ihn in den Fließtext packen möchtest. Wenn du in so einem Fall eine eigene Beobachtung anführst, für die es keine Referenz in der Literatur gibt, hast du dann natürlich in der Fußnote auch keinen Beleg. Hier ein Beispiel: 

 

Das Portal ermöglicht den Zugang zu einer Durchfahrt, die heute vermauert ist. Die Treppe führt bis in das zweite Obergeschoß und ist dort nur mehr in Teilen im originalen Zustand erhalten.

 

Fußnoten bieten dir also letztendlich auch die Möglichkeit, Texte einer zweiten Hierarchieebene in deine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit einzufügen.

Fußnoten: Man kann es auch übertreiben!

Du darfst davon ausgehen, dass eine aufmerksame Leserin bzw. ein aufmerksamer Leser mit den Augen jedes Mal ans Ende der Seite wandert, wenn sie bzw. er eine Fußnote sieht. Das bedeutet, dass sie oder er mit jeder Fußnote auch aus dem Lesefluss gerissen wird. Daher solltest du mit Fußnoten sorgfältig umgehen.

 

Fußnoten sind nicht dazu da, zu zeigen, was du alles gelesen hast oder weißt. Setze sie immer dann, wenn sie für deine Leserin bzw. deinen Leser wirklich wichtig sind und einen Mehrwert bieten. Auch mit der Textmenge solltest du es nicht übertreiben: Wenn die Fußnoten regelmäßig so umfassend sind, dass der Haupttext nur mehr wenige Zeilen auf der Seite einnimmt, stimmt die Gewichtung zwischen Haupttext und Fußnotentext nicht.

Mein Tipp in Sachen Fußnoten

Wenn du bislang noch wenig Erfahrung mit den Einsatzmöglichkeiten von Fußnoten hast, schau dir einmal in ein paar wissenschaftlichen Publikationen an, wie dort mit Fußnoten umgegangen wird. Achte, welche Informationen die Autorin oder der Autor wann in den Fußnoten unterbringt. Durchs Abschauen kannst du viel lernen! Ich habe mir in meinen Studienzeiten auf diese Weise das wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben selbst beigebracht. An der Uni hat mir (leider) niemand erklärt, wie das alles funktioniert. Wir haben nur ein Merkblatt mit den Zitierregeln sowie den Hinweis auf eine renommierte Fachzeitschrift bekommen, und dann hieß es: Schauen, wie das die anderen machen, und umsetzen!   

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